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21. Internationales Oder/Havel Colloquium: „Container und Regionentwicklung im Revier Oder/Havel/Elbe“

Podiumsdiskussion, Foto: IHK Ostbrandenburg

Sie finden hier den Colloquiumsbericht im PDF-Format und können ihn vollständig oder auch in Teilen herunterladen. Das 21. Oder/Havel-Collouium fand am 13.September 2017 in Schwedt statt.

Vorwort

Tagesordnung

Eröffnung + Begrüßung
Prof. Horst Linde / Stellv. Vors. des Vorstands
Gundolf Schülke / IHK Ostbrandenburg, Frankfurt (Oder)

Binnenschifffahrt im Fokus der Landespolitik
Kathrin Schneider / Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, Potsdam

Containertransporte auf südschwedischen Wasserstraßen
Johan Lantz / Avatar Logistics AB, Norköpping

Containerumschlag in den Seehäfen Szczecin-Swinoujscie
Pawel Wac / DB Port Szczecin Sp.Z.o.o., Szczecin

EMMA Round Table: Containertransport im Ostseeraum – unterschätztes PotentialPodiumsdiskussion EMMA_Containertransport im Ostseeraum – unterschätztes Potenzial
Ministerin Kathrin Schneider / Potsdam
Johan Lantz /Norköpping
Pawel Wac / Szczecin
Gunnar Platz / PLANCO Consulting GmbH, Essen – Moderation
Boris Kluge / Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen, Berlin
Robert Radzimanowski / IHK Ostbrandenburg, Frankfurt (Oder)

+ Container westlich der Oder +

Container im Raum Berlin
Björn Tiemann / Konrad Zippel Spediteur GmbH & Co. KG, Hamburg

Container im Raum Königs Wusterhausen
Michael Fiedler / LUTRA GmbH Hafen Königs Wusterhausen-Wildau

Container im Raum Schwedt + Nordost-Brandenburg (1)
Annekathrin Hoppe / Erste Beigeordnete der Stadt Schwedt / Oder                 

Container im Raum Schwedt + Nordost-Brandenburg (2)
Dr. Felix Lösch / LEIPA Logistik GmbH, Schwedt

+ Container östlich der Oder +

Erfahrungsbericht von der Weichsel
Stanislaw Wronski / Urzad Marszalkowski Wojewodztwa Kujawsko-Pomorskiego, Torun

+ Infrastruktur für Container +

Wasserstraßen für Containertransporte zwischen Elbe und Oder
Rolf Dietrich / Wasserstraßen-Neubauamt Berlin

Häfen und Güterverkehrszentren im Revier Oder/Havel/Elbe
Martin Heiland / Infrastruktur- und Projektplanungs GmbH, Potsdam

Binnenschiffe für Containertransporte auf den Wasserstraßen im Revier Oder/Havel/Elbe
Marvin Beier / Stud. TU Berlin (Masterarbeit)

Zusammenfassung + Schlusswort
Gerhard Ostwald / Vors. Oderverein, Berlin

Teilnehmerverzeichnis

Vollständiger Bericht (12 MB)

Einladungsflyer deutsch

19. Internationales Oder/Havel-Colloquium: „Wassertourismus zwischen Elbe, Oder und Ostsee – Stand und Perspektiven“

Neue Marina in Stettin Foto: RR

Neue Marina in Stettin Foto: RR

Sie finden hier den Colloquiumsbericht im PDF-Format und können ihn vollständig oder auch in Teilen herunterladen. Das 19. Oder/Havel-Collouium fand am 24.Juni 2015 in Berlin statt.

Vorwort

Tagesordnung

Eröffnung + Einführung
Gerhard Ostwald / Vors. des Vorstands

Grußwort
Christian Wiesenhütter / IHK Berlin

Vorträge (1)
Bedingungen des Wassertourismus in Deutschland aus der Sicht der Wasserstraßenverwaltung des Bundes
Detlef Aster / Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt,
Bonn / Würzburg

Neue Impulse für grenzüberschreitenden deutsch-polnischen Wassertourismus
Stefan Zierke MdB / Deutscher Bundestag, Berlin
Podiumsdiskussion „Was muss jetzt für den Wassertourismus getan werden?“
Martin Linsen / Ministerium für Wirtschaft und Energie, Potsdam

Wassertourismus in Polen – Stettiner Haff + Untere Oder + Ostsee
Dr. Zbigniew Zbroja / Grenzüberschreitendes Cluster, Szczecin

Podiumsdiskussion „Was muss jetzt für den Wassertourismus getan werden?“
Moderation Robert Radzimanowski
Detlef Aster + Stefan Zierke + Martin Linsen + Dr. Zbiniew Zbroja +
Harald Kuhnle / Kuhnle-Tours, Rechlin/Müritz

Vorträge (2)
Wassertourismus zwischen Elbe + Oder + Ostsee – Reviere + Möglichkeiten + Erscheinungsformen
Prof. Horst Linde, Berlin

Bericht zur Studie „Wirtschaftliche Effekte im Wassertourismus in Berlin und Brandenburg“
Barbara Nitsche / IHK Potsdam
+ Matthias Wedepohl / Projekt M GmbH, Berlin

Ausflugsschifffahrt auf der Oder
Agnieszka Zdziabek- Bollmann /
Projekt Oder für Touristen 2014, Nowa Sol + Frankfurt (Oder)

Das Peenetal – eine Flusslandschaft im Oder-Delta
Martin Schröter /
HOP Transnationales Netzwerk Odermündung e.V., Wolgast

Schifffahrt auf der oberen Oder und dem Gleiwitzer Kanal
Jan Szefer / Stowarzyszenie Port Jachtowy Krapkowice

Grenzüberschreitender Charterbootverkehr
Harald Kuhnle / Kuhnle-Tours GmbH, Rechlin/Müritz

Aktuelle Entwicklungen im Bereich des Finowkanals
Prof. Hartmut Ginnow-Merkert / Unser Finowkanal e.V., Eberswalde

Schlusswort
Horst Linde, Berlin

Teilnehmerverzeichnis

Vollständiger Bericht ( 32 MB)

Veranstaltungsflyer

18. Internationales Oder/Havel-Colloquium: Fertigstellung des Schiffshebewerks Niederfinow: „Neue Perspektiven für die Schifffahrt auf der Havel-Oder-Wasserstraße“

Zwei Schiffshebewerke in Niederfinow Foto: Burghard Seibold

Zwei Schiffshebewerke in Niederfinow Foto: Burghard Seibold

Sie finden hier den Colloquiumsbericht im PDF-Format und können ihn vollständig oder auch in Teilen herunterladen. Das 18. Oder/Havel-Collouium fand am 24. September 2014 in Liepe statt.

Vorwort

Tagesordnung

Eröffnung + Einführung                                                                  
Gerhard Ostwald / Vorsitzender des Vorstands

Vorträge (1)
Wasserstraßen der Oder/Havel-Region –
Neue Akzente der Verkehrspolitik in Deutschland und Polen

Moderation: Jochen Brückmann / IHK Berlin

Robert Schumann / Ministerium für Verkehr und Landwirtschaft, Potsdam
Wasserstraßen der Oder/Havel-Region – Neue Akzente der Verkehrspolitik des Bundes, des Landes und der EU

Dr. Julius Menge / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin

Schifffahrt und Wasserstraßen in der Spree/Oder/Havel-Region – Neue Akzente (?!)

Podiumsdiskussion Regionalentwicklung und Binnenschifffahrt
Moderation: Gerhard Ostwald
Teilnehmer:
Dr. Zbigniew Miklewicz / Szczecin and Swinoujscie Seaports Authority, Szczecin
Robert Schumann / MIL Potsdam
  
Dr. Julius Menge / SenStadtUm, Berlin

Vorträge (2)

Rolf Dietrich / Wasserstraßen-Neubauamt Berlin
Konzept und Bau des neuen Schiffshebewerkes Niederfinow

Hans-Jürgen Heymann / Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde
Sonstige Ausbaumaßnahmen an der Havel-Oder-Wasserstraße

Diskussion

Vorträge (3)
Interessenlage der deutschen und europäischen Binnenschifffahrt

Dr. Dietmar Rehmann / HTAG Häfen und Transport AG, Hamburg
HTAG Häfen und Transport AG

Andreas Häfner / BEST Logistics, Stettin
Heavy Logistics At Its „BEST”

Vorträge (4)
Interessenlage der regionalen und überregionalen verladenden Wirtschaft

Annekathrin Hoppe / Stadt Schwedt
Industriestandort Schwedt/Oder

Dr. Felix Lösch / LEIPA Papier, Schwedt
Heavy Logistics At Its „BEST”

Lutz Wedegärtner / Remondis GmbH, Berlin
Projekt Altpapiertransporte Berlin – Schwedt / Eisenhüttenstadt

Vorträge (5)
Interessenlage der deutschen und polnischen Häfen

Dr. Zbigniew Miklewicz
Strategische Bedeutung der Oder für die Häfen Szczecin / Swinoujscie

Klaus-Günter Lichtfuß / Behala Berlin
BEHALA – Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH
Ihr Logistikdienstleister im Zentrum der Hauptstadtregion

Prof. Horst Linde / Stellv. Vors. des Vorstands
Schlusswort

Teilnehmerliste

Vollständiger Bericht ( 11 MB)

Veranstaltungsflyer

17. Internationales Oder/Havel-Colloquium: „Neue Impulse für die Schifffahrt auf dem Teltowkanal und der Spree-Oder-Wasserstraße“

Schleuse Kleinmachnow Foto: RR

Schleuse Kleinmachnow Foto: RR

Sie finden hier den Colloquiumsbericht im PDF-Format und können ihn vollständig oder auch in Teilen herunterladen. Das 17. Oder/Havel-Collouium fand am 05. Juni 2013 im Rathaus Teltow statt.

Deckblatt

Vorwort

Programm

Eröffnung + Einführung
Prof. Horst Linde / Stellv. Vors. des Vorstands

Vorträge
Moderation: Eberhard Theurer / Potsdam

Aktuelle regionalpolitische Interessenlage zu Schifffahrt und Wasserstraßen
in der Spree/Oder-Region

Volkmar Dögnitz / Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Potsdam
Dr. Julius Menge / Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Berlin

Aktuelle Interessenlage der regionalen verladenden Wirtschaft
Christian Ostendorf / IHK Berlin

Neuer Vorschlag für den Neubau der Nordkammer der Schleuse Kleinmachnow
Dietmar Raschmann / Weitblick – Verkehrsinfrastruktur, Wirtschaft, Logistik e.V., Königs Wusterhausen

Diskussion

Vorträge
Moderation: Gerhard Ostwald

Public Private Partnership – Neues Finanzierungsmodell für den Neubau der Schleuse Kleinmachnow – aus der Sicht von Theorie und Praxis
Martin Bock / FGL Handelsgesellschaft mbH, Fürstenwalde
Prof. Bernd Kochendörfer / TU Berlin

Nutzbarkeit einer vergrößerten Schleuse Kleinmachnow aus schifffahrtstechnischer Sicht
Karsten Lehmkühler / Reederei Ed-Line, Berlin

Neue Perspektiven für Containertransporte auf dem Teltowkanal
Oliver Bahro / TU Berlin

Aktuelle Interessenlage des Hafens Königs Wusterhausen in neuen schifffahrtstechnischen Entwicklungen in der Spree/Oder-Region
Reinhard Schuster / LUTRA GmbH, Königs Wusterhausen

Diskussion

Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik – Neue Impulse für die Schifffahrt in der Spree/Oder-Region
Dr. Manfred Wäsche / IHK Potsdam (Moderation)
Teilnehmer:
Gustav Herzog MdB, Berlin
Peter Schumacher / Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten, Potsdam
Martin Bock / FGL, Fürstenwalde
Michael Fiedler / LUTRA GmbH, Königs Wusterhausen

Schlusswort
Gerhard Ostwald / Vors. des Vorstands

Rundgang über die Schleuse Kleinmachnow
Führung: Gerrit Riemer / Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin

Teilnehmerverzeichnis

Gesamtbericht  (5,5 MB)        

Veranstaltungsflyer

16. Internationales Oder/Havel-Colloquium: „Hafenstandort Stettin /Swinemünde – Schnittstelle zwischen Ostsee und der Oder-Region“

Hafen Stettin Foto: RR

Hafen Stettin Foto: RR

Sie finden hier den Colloquiumsbericht im PDF-Format und können ihn vollständig oder auch in Teilen herunterladen. Das 16. Oder/Havel-Collouium fand am 06. – 07. September 2012 in Swinemünde statt.

6. Sept. 2012

Begrüßung + Einführung in das Programm
Gerhard Ostwald / Vors. des Vorstands
Prof. Horst Linde / Stellv. Vors. des Vorstands

Tagesordnung

Vorträge
Moderation: Prof. Horst Linde

Statement zu Perspektiven der polnischen Hafen- und Verkehrspolitik
Frau Iwona Strzezek / Ministerium für Verkehr, Bauen und Seewirtschaft der Republik Polen
(in Vertretung von Frau Vizeministerin Anna Wypych-Namiotko)
Strukturen und Tendenzen im Seeverkehr der südwestlichen Ostsee
Prof. Karl-Heinz Breitzmann / Ostsee-Institut für Marketing, Verkehr und Tourismus
an der Universität Rostock

Diskussion

Vorträge
Moderation: Gerhard Ostwald

Seehäfen Szczecin / Swinoujscie – Verkehrsbedeutung und Entwicklungsperspektiven
Dr. Wladyslaw Lisewski / Hafenverwaltung Szczecin-Swinoujscie / Hafenentwicklung

Anlagen und Aktivitäten des Seehafens Swinoujscie
Marek Trojnar / Hafenverwaltung Szczecin-Swinoujscie / Hafenentwicklung

Die Seehäfen Szczecin-Swinoujscie als Bindeglied zwischen Ostsee und Oder-Region
Frau Grazyna Myczkowska / Marschallamt Westpommern / Regionalentwicklung, Szczecin
(in Vertretung von Krzysztof Zarna)

Container in die Ostsee – per Feederverkehr oder Direktanlauf
Horst Linde / TU Berlin

Diskussion

Hafenrundfahrt MS „CHATEAUBRIAND“

7. Sept. 2012

Vorträge
Moderation: Dr. Dietmar Rehmann

Hinterland-Anbindung der Häfen Szczecin-Swinoujscie durch Binnenwasserstraßen – aus polnischer Sicht
Dr. Andrzej Kreft / Regionales Wasserwirtschaftsamt Szczecin

Fluss/Seeschiffe nach Schwedt/Oder – Relevanz für die Häfen Szczecin-Swinoujscie
Jan Hinrich Glahr / Glahr & Co, Potsdam

Logistik-Angebote am Hafenstandort Sczecin-Swinoujscie
Frau Monika Forys / BEST Logistics Sp. Z.o.o, Szczecin

Statement zur aktuellen Lage der Binnenschifffahrt in Ostdeutschland und Westpolen
Dr. Dietmar Rehmann / HTG Häfen und Transport AG, Hamburg

Diskussion

Vorträge
Moderation: Eberhard Theurer / Oderverein

Intermodale Bahntransporte nach Osteuropa
Peter Plewa / Polzug Intermodal GmbH, Hamburg

Fährschifffahrt und maritime Touristik in der Ostsee und der Oder/Havel-Region
Piotr Waszczenko / Unity Line, Szczecin

Wassertouristische Infrastrukturentwicklung – ein europaweites, mit Markenrechten geschütztes Hinweissystem „DIE GELBE WELLE“
Frau Katrin Reiche-Kurz / Tourismus-Verein Berlin-Treptow-Köpenick e.V., Berlin

Die Wiederherstellung der Karniner Brücke für die Bahnverbindung Berlin – Swinoujscie
Dr. Günther Jikeli / Aktionsbündnis Karniner Brücke, Heringsdorf

Ein virtuelles Transportmarktsystem für die südwestliche Baltik-Region
Dr. Jürgen Lange / HSFG Hamburger Sozialforschungsgesellschaft e.V. + Local Port Service GmbH, Hamburg

Zusammenfassung + Schlusswort
Gerhard Ostwald

Teilnehmerverzeichnis

Gesamtbericht (17 MB)

Veranstaltungsflyer

15. Internationales Oder/Havel-Colloquium: „Anspruch und Realismus in der Weiterentwicklung von Schifffahrt und Wasserstraßen in der Oder/Havel-Region“

Bauarbeiten Schleuse Kersdorf 2011

Bauarbeiten Schleuse Kersdorf 2011 Foto: RR

Sie finden hier den Colloquiumsbericht im PDF-Format und können ihn vollständig oder auch in Teilen herunterladen. Das 15. Oder/Havel-Collouium fand am 29. Juni 2011 in Potsdam statt.

Tagesordnung

Begrüßung / Eröffnung
Prof. Horst Linde / TU Berlin / Stellv. Vors. des Vorstands)
Gerhard Ostwald / Vors. des Vorstands)

Vorträge
Moderation: Reinhold Dellmann MdL / Potsdam

Interessenlage des Landes Brandenburg bei Nutzung der Wasserstraßen In der Oder/Havel-Region
Jörg Vogelsänger / Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg

Perspektiven der Binnenschifffahrt in Westpolen
Danuta Dominiak-Wozniak / Gesandte an der Botschaft der Republik Polen in Berlin

Investitionspolitik für die Wasserstraßen der Bundesrepublik Deutschland
Felix Stenschke / Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Bonn

Nachfrage der verladenden Wirtschaft in Ostdeutschland und Westpolen
nach schiffbaren Wasserstraßen in der Oder/Havel-Region
(a) Klaus Kröpelin / IHK Ostbrandenburg, Frankfurt (Oder)
(b) Andreas Amberg / Saint Gobain Rigips, Brieselang
(c) Andreas Häfner / Best Logistics Sp.Z.o.o., Szczecin

Diskussion

Vorträge
Moderation: Prof. Janusz Zaleski / Wroclaw

Stand und Entwicklungsperspektiven der Bundeswasserstraßen in Ostdeutschland
Gerhard Schimm / Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost, Magdeburg

Stand und Entwicklungsperspektiven der Wasserstraßen im Bereich der unteren und mittleren Oder
Dr. Andrzej Kreft / Regionale Wasserwirtschaft Szczecin

Unterhaltungs- und Ausbaumaßnahmen an ausgewählten Bundeswasserstraßen
Hans-Jürgen Heymann / Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde

Diskussion

Vorträge
Moderation: Eberhard Theurer / Potsdam

Interessenlage der Häfen in der Oder/Havel-Region
Klaus-Günter Lichtfuß / Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH, Berlin

Erfahrungen bei der Entwicklung südwest- und süddeutscher Wasserstraßen
Detlef Aster / Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd, Würzburg

Neue Perspektiven für Fluss/Seeschiffe nach Schwedt
Prof. Horst Linde / TU Berlin

Diskussion

Schlusswort
Gerhard Ostwald / Berlin

Teilnehmerliste

Gesamtbericht

Veranstaltungsflyer

14. Internationales Oder/Havel-Colloquium: „Entwicklung des Wassertourismus im Raum Oder/Havel/Warthe“

Wassertourismus Foto: RR

Wassertourismus Foto: RR

Sie finden hier den Colloquiumsbericht im PDF-Format in 5 Teilen. Das 14. Oder/Havel-Collouium fand am 20. Juni 2010 in Kostrzyn nad Odra statt.

Programm:

Begrüßung / Eröffnung
Prof. Horst Linde (TU Berlin / Stellv. Vors. des Vorstandes)
Dr. Andrzej Kunt (Bürgermeister der Stadt Kostrzyn nad Odra)

Themenblock I:
Wassertourismus auf Oder/Havel/Warthe aus der Sicht staatlicher Institutionen
Moderation Prof. Horst Linde

Perspektiven des Wassertourismus in Westpolen
Senator Maciej Wosniak, Mitglied des Parlaments der Republik Polen, Gorzow, Wlkp. –
vorgetragen von Michal Waszilewski, Gorzow, Wlkp.)

Die wirtschaftliche Bedeutung des Wassertourismus im Land Brandenburg
Martin Linsen (Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten
des Landes Brandenburg – vorgetragen von Reinhold D. Tomisch, Potsdam)

Wassersport-Entwicklungsplanung im Land Brandenburg
Reinhold D. Tomisch (Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
des Landes Brandenburg, Potsdam)

Polen am Wasser
Andrzej Tereszkowksi (Zentrum für Wassertourismus, Warschau)

Diskussion

Themenblock II:
Entwicklung des Wassertourismus in ausgewählten Regionen
Moderation Dr. Andrzej Kunt

Impulse für Wassertourismus auf der mittleren Oder
Vadim Tyszkiewicz (Bürgermeister der Stadt Nowa Sol)

Das Projekt WIN (Wassertourismus in Nordbrandenburg) – Forum regionaler Zusammenarbeit
Reinhold Dellmann MdL, Potsdam (Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft)

Entwicklung des Wassertourismus
im regionalen Wachstumskern Frankfurt (Oder) / Eisenhüttenstadt
Andreas Rein (Stadt Frankfurt (Oder)
Wolfgang Perske (Stadt Eisenhüttenstadt)

Ausstattung der öffentlichen Sportbootliegestellen am deutschen Oderufer
mit Schwimmsteganlagen
Hans-Jürgen Heymann (Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde)

Wassertourismus-Initiative Südostbrandenburg (WISO) – Analyse und Vision
Dr. Eckard Fehse (Tourismus-Verband Seenland Oder-Spree, Bad Saarow)

Diskussion

Die technischen Denkmale an der Oder
Prof. Stanislaw Januszewski (Stiftung Das Offene Museum der Oder, Wroclaw)

Potentiale des Wassertourismus in der Oder/Havel-Region
Jürgen Polzehl (Bürgermeister der Stadt Schwedt / Oder)

Wassertourismus auf den Gewässern der Region Szczecin
Patrycjusz Ceran (Stadt Szczecin)
(vorgetragen von Dr.-Ing. Zbigniew Zbroga, Stadt Szczecin)

Erfahrungen und Potentiale des grenzüberschreitenden Wassertourismus
Burkhard Preißler (Landkreis Uecker-Randow, Pasewalk)

Wassertourismus-Standort Berlin
Jochen Brückmann (IHK Berlin)

Diskussion

Schlusswort
Prof. Horst Linde

Bericht Teil 1
Bericht Teil 2
Bericht Teil 3
Bericht Teil 4
Bericht Teil 5

Veranstaltungsflyer

 

 

Links

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Verwaltungen

EU-Kommission – Binnenschifffahrt
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)
Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle Ost-
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin
Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brandenburg
Wasserstraßen-Neubauamt Berlin
Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)
Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)
Internationale Kommission zum Schutz der Oder (IKSO)
Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE)

Verbände und Vereine

Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BdB)
Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. (VBW)
Bundesverband öffentlicher Binnenhäfen e.V.
Elbe Allianz e. V.
Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt e.V. (VHdS)
Sächsischer Hafen- und Verkehrsverein
Kammerunion Elbe/Oder
European River-Sea-Transport Union e.V.
EU-Projekt EMMA

Weitere Informationen

Pegelstände (Oder)
Elektronischer Wasserstraßen-Informationsservice (ELWIS)
Pegelstände (Deutschland)
Schifffahrtslexikon

Institute

Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e.V.
Schiffsbauversuchsanstalt Potsdam

Zeitschriften

Zeitschrift Binnenschifffahrt
Zeitschrift Schifffahrt und Technik
Deutsche Verkehrs Zeitung (DVZ)

Aktuelles

Newsletter 11/2018  (97. Ausgabe) 17.12.2018

Mitgliederversammlung des Odervereins
Am 21.11.2018 fand im Hafen von Königs Wusterhausen die ordentliche Mitgliederversammlung des Odervereins statt. Zu unserem Bedauern musste die Staatssekretärin im brandenburgischen Infrastrukturministerium Ines Jesse ihre Teilnahme absagen. Die Wünsche des Vereins und die Stellungnahmen der Teilnehmer der Versammlung nahm der Referatsleiter im Potsdamer Ministerium Robert Schumann entgegen. Der Vorstand des Odervereins wird sich erneut an die Staatssekretärin wenden und um ein persönliches Gespräch im neuen Jahr in Potsdam bitten.

Nächstes Colloquium des Odervereins
Die Vorbereitung des 23. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums am 08.05.2019 konkretisiert sich weiter. In Erinnerung an die 200. Wiederkehr der Unterzeichnung des Protokolls von Oderberg/Schlesien (heute Bohumin in Tschechien) zur Ertüchtigung der Oder im Jahr 1819 wurde das Thema „Oder-Schifffahrt – Historie und Moderne“ gewählt. Wir halten es für besonders interessant, die Festlegungen des Protokolls mit der Entwicklung des mitteleuropäischen Stromes zu vergleichen und den Möglichkeiten für die Schifffahrt der heutigen Zeit gegenüber zu stellen. Voraussichtlich findet die Veranstaltung im Collegium Polonicum der Europa-Universität Viadrina in Slubice statt.

Jahr der Oder 2019
Im Zusammenhang mit dem 200. Jubiläum des Protokolls von Oderberg/Schlesien hat die Kammerunion Elbe/Oder (KEO) einen Kalender mit sehr sehenswerten Fotos, die entlang der Oder aufgenommen worden sind, erstellen lassen. Dank der Unterstützung der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg in Frankfurt (Oder) können wir den Kalender allen Mitgliedern des Odervereins zukommen lassen. Auf weitere Aktionen und Veranstaltungen mit Hinblick auf das „Jahr der Oder“ werden wir auf unserer Homepage www.oderverein.de und im Newsletter hinweisen.

Gemeinsames Zukunftskonzept für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum
Das Bundesinnenministerium, zuständig für den Bereich Bau und damit für die Raumordnung in der Bundesrepublik, hat einen Wettbewerb für Flaggschiffprojekte des Gemeinsamen Zukunftsprojekts für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum ausgelobt. Der Oderverein hat sich an diesem Wettbewerb als ein Beispiel für deutsch-polnische Zusammenarbeit mit raumordnerischen Auswirkungen beteiligt. Im Frühjahr 2019 wird in einer Veranstaltung im Bundesinnenministerium über den Wettbewerb berichtet werden und die Gewinner in den fünf Kategorien, darunter die Verbesserung der verkehrlichen Verbindungen, bekanntgegeben.

Umweltverträglichkeitsprüfung an der Oder
Im letzten Newsletter haben wir über die Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfung des Projekts Modernisierungsarbeiten an der Grenzoder als Teil des Hochwasserschutzprojekts im Einzugsgebiet der Oder und der Weichsel durch die polnische Verwaltung berichtet. Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg hat dazu Stellung genommen. Die Stellungnahme liegt uns vor.
Der DNR Deutsche Naturschutzring als Dachorganisation von Naturschutzverbänden kritisiert die polnischen Planungsunterlagen zum „Ausbau der Oder“ und bezeichnet die geplanten Maßnahmen als umweltschädlich und europarechtswidrig.  Auch diese Stellungnahme liegt uns vor. Leider verzichtet die Organisation in ihrer Pressemitteilung auf Begründungen, was denn nun umweltschädlich und europarechtswidrig am Hochwasserschutz sei. Es bleibt bei bloßen Behauptungen.

Das war 2018 für den Oderverein
–  Im Januar wurde in Wroclaw/Breslau das „Innovative Transportsystem für die Oder“, das Professor Horst Linde entwickelt hat, vorgestellt.
– Im Frühjahr veröffentlichte der Oderverein einen Wunschzettel an die neue Bundesregierung, mitten hinein in die Regierungsbildungsphase.
– Im Mai wurde die „Gemeinsame Erklärung zur Ertüchtigung im Elbe-Oder-Stromgebiet“, an der der Oderverein beteiligt war, an die Adressaten in Regierung und Parlamenten übergeben.
– Im Juni fand in Potsdam das 22. Internationale Oder/Havel-Colloquium zur Umweltverträglichkeit der Binnenschifffahrt statt.
– Im August vertiefte der Oderverein die Kontakte zum polnischen Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warschau.
– Im November legten die Beteiligten das Abschlusspapier zum EMMA-Projekt (Stärkung der Binnenschifffahrt im Ostseeraum) bei einer Veranstaltung in Brüssel vor.

*        *        *        *
Der Oderverein wünscht allen Leserinnen und Lesern des Newsletters ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2019!


Newsletter 10/2018  (96. Ausgabe) 12.11.2018

Mitgliederversammlung des Odervereins
Wir erinnern an den Termin für die nächste Mitgliederversammlung des Odervereins am Mittwoch, dem 21.11.2018 um 10:30 Uhr bei der LUTRA GmbH, dem Hafen in Königs Wusterhausen, Hafenstr. 18. Zu unserem Bedauern hat Staatssekretärin Ines Jesse aus dem Infrastrukturministerium in Potsdam ihre Teilnahme absagen müssen. Sie wird vertreten vom Referatsleiter Robert Schumann. Über die Teilnahme von möglichst vielen Mitgliedern würden wir uns freuen.

Nächstes Colloquium des Odervereins
Das Protokoll von Oderberg zur Ertüchtigung der Oder im Jahr 1819 war die Festlegung der preußischen Wasserbauer auf Maßnahmen an der Oder, die sowohl den Hochwasserschutz als auch die Binnenschifffahrt im Auge hatten. Aus Anlass des „Jahrs der Oder“ wird der Oderverein sein 23. Internationales Oder/Havel-Colloquium am 08.05.2019 unter der Überschrift „Oderschifffahrt – Historie und Moderne“ abhalten. Wir bitten, bereits jetzt den Termin zu notieren.

EMMA-Abschlusskonferenz in Brüssel
Am 06.11.2018 fand in Brüssel die abschließende Veranstaltung des auf drei Jahre festgelegten Projekts EMMA zur Stärkung der Binnenschifffahrt in den Staaten des Ostseeraumes statt. Als Vertreterin des Ministeriums für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warschau berichtete Monika Niemiec-Butryn zum Stand der Entwicklung in Polen. Bei einem Anteil des Straßengüterverkehrs von rund 90 % des Transportaufkommens in Polen und nur 0,4 % Anteil der Binnenschifffahrt zeige sich, welche Möglichkeiten der Verlagerung des Güterverkehrs noch bestünden. Der Beschluss zur Ertüchtigung der Oder auf die europäische Wasserklasse IV und später dann V sei gefallen. Eine Transportanalyse sei in Auftrag gegeben, ebenso eine Machbarkeitsstudie für die Korridore E 40 und E 70. Der Aufbau einer Datenbank als Grundlage der Entscheidungen sei im Gange. Die nächste nationale Binnenschifffahrtskonferenz werde am 18.09.2019 stattfinden. Als Grundlage für die Ausbildung von Personal habe das Ministerium in Wroclaw/Breslau eine Schule für Binnenschiffer eingerichtet.

Parlamentarischer Abend der Parlamentariergruppe Binnenschifffahrt in Berlin
Gemeinsam mit BDB und BÖB hat die in diesem Jahr neu gebildete Parlamentariergruppe Binnenschifffahrt zu einem Parlamentarischen Abend in Berlin eingeladen. Zu dem Strauß an Themen, die diskutiert wurden, gehörte dann auch die neue EU-Vorschrift für umweltverträgliche Schiffsmotoren. Das Thema wurde bereits im 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquium des Odervereins am 19.06.2018 in Potsdam angesprochen. Die neuen Normen sind da, aber es gibt keine Motoren am Markt, brachte Dr. Christian Masilge von der Schiffsbau-Versuchsanstalt in Potsdam seine Besorgnis zum Ausdruck. Der Bundestag hat sich jetzt für den Einsatz von Lkw-Motoren eingesetzt, auch „Marinisierung“ genannt. BDB-Präsident Martin Staats hatte Bedenken, weil in den meisten Schiffen dazu einfach der Platz nicht vorhanden ist, wenn mehrere Motoren installiert werden müssen. Das Haupthindernis dürfte aber die Zertifizierung der Motoren sein, die teuer ist und deshalb wegen der verhältnismäßig geringen Stückzahlen, die verkauft werden würden, von der Industrie nicht angegangen werden wird.

Planfeststellung für VDE 17 in Berlin
Nach rund zweijähriger Dauer des Planfeststellunsgverfahren hat der Planfeststellungsbeschluss vom 01.03.2018 für das Bauvorhaben „Fahrrinnenanpassung der Berliner Nordtrasse“ Bestandskraft erreicht. Damit liegt nun Baurecht für die letzten noch in Berlin auszuführenden Teilprojekte des Verkehrswegeprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 (VDE 17) vor.
Die Berliner Nordtrasse umfasst die Spree-Oder-Wasserstraße unterhalb der Schleuse Charlottenburg bis zur Mündung der Spree in die Havel (SOW km 0,000 bis 4,673) und die Untere Havel-Wasserstraße von der Spreemündung bis zum Pichelsdorfer Gmünd in die Kladower Seenkette (UHW km 0,000 bis 4,300).
Insgesamt investiert der Bund rd. 57 Mio. € in die Anpassung des neun Kilometer langen Streckenabschnittes an die Nutzungsparameter der europäischen Wasserstraßenklasse Vb.
„Die jetzt planfestgestellte Ausbaulösung stellt einen guten Kompromiss zwischen den verschiedenen Nutzungsinteressen für die Wasserstraße dar. Sie genügt dem aktualisierten Bedarf der Verlader und wird auch zu einer nachhaltigen ökologischen und städtebaulichen Aufwertung der Wasserstraße führen“, sagt Rolf Dietrich als Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin.
Es wird mit einer dreijährigen Bauzeit gerechnet. (Quelle WNA Berlin)

Machbarkeitsstudie Autonomes Fahren in der Binnenschifffahrt
Das DST Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. hat am 07.11.2018 in Duisburg eine Machbarkeisstudie Autonomes Fahren in der Binnenschifffahrt vorgestellt.
Schon in 15 Jahren könnten auf den Wasserstraßen in Deutschland autonom fahrende Frachtschiffe unterwegs sein. Mit seinen zahlreichen Kanälen und Häfen könne das Ruhrgebiet ein gutes Testgebiet für selbstfahrende Schiffe sein, heißt es in der Untersuchung. Ein Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals zwischen Dortmund und der Schleuse Waltrop sei dafür besonders geeignet.
Autonomes Fahren biete die Chance, auch kleinere Frachtschiffe wettbewerbsfähig betreiben zu können, betont das Duisburger Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST), das die Studie erstellt hat. So könnten Güter von den großen Rheinfrachtern statt auf Lastwagen auf kleinere Schiffe umgeladen und über die Kanäle weiter transportiert werden.
Mit der Digitalisierung beschäftigen sich auch Projekte an der Elbe und am Oder-Spree-Kanal.

Umweltverträglichkeitsprüfung an der Oder
Die Republik Polen hat im Zusammenhang mit Modernisierungsarbeiten am Grenzfluss Oder die Unterlagen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung erstellt und der deutschen Seite zur Auslage und Beteiligung übermittelt. Bis zum 20.Nov. 2018 besteht für Behörden und für die Öffentlichkeit in Deutschland die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Die Stellungnahmen sind an die Regionaldirektion für Umweltschutz (Regionalna Dyrekcja Ochrony Środowiska) und an die Generaldirektion für Umweltschutz (Generalna Dyrekcja Ochrony Środowiska) zu richten. Die Dokumentation ist unter folgenden Link abrufbar:
https://www.gdws.wsv.bund.de/SharedDocs/Planfeststellungsverfahren/DE/700_UVP_Polen_Modernisierungsarbeiten_Oder.html

Internationales Oder/Havel-Colloquium vom 19.06.2018
Die Dokumentation des 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums in Potsdam liegt jetzt fast vollständig vor und kann auf der Homepage des Vereins unter www.oderverein.de im Archiv aufgerufen werden. Wir bedauern die Verzögerung, der längere Abstimmungen vorausgegangen sind.


Newsletter 09/2018  (95. Ausgabe)  10.10.2018

Mitgliederversammlung des Odervereins
Die nächste Mitgliederversammlung des Odervereins wird am 21.11.2018 um 10:30 Uhr im Hafen der LUTRA in Königs Wusterhausen stattfinden. Der Verein freut sich, dass es gelungen ist, die Staatssekretärin im Brandenburger Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL), Ines Jesse, für einen Vortrag über die Situation der Binnenschifffahrt aus Sicht der Landesregierung und besonders auch zu den Vorhaben der Digitalisierung der Schifffahrt an der Elbe und auf dem Oder-Spree-Kanal zu gewinnen. Bitte notieren Sie schon jetzt den Termin. Die offizielle Einladung folgt.

2019 Jahr der Oder – Nächstes Colloquium des Odervereins
Im Sommer 2019 jährt sich die Unterzeichnung des Protokolls von Oderberg zur Ertüchtigung der Oder für die Binnenschifffahrt zum 200. Mal. Das ist Grund genug, 2019 zum Jahr der Oder auszurufen. Der Oderverein plant, das nächste Colloquium in den Fokus des Jubiläums zu stellen und damit einen Bogen von der Zeit der Anfänge der Oderschifffahrt zu den heutigen Möglichkeiten unter Einsetzung neuer Baustoffe und digitalen Hilfsmitteln zu spannen. Einzelheiten dazu werden noch erarbeitet.

Deutsch-Polnische Zusammenarbeit
Da die Zusammenarbeit mit Polen im Land Brandenburg Verfassungsrang hat, sollte dieser politische Grundsatz mit Leben erfüllt werden. So fand in der letzten Woche dazu ein Vernetzungstreffen im Ministerium für Europafragen des Landes in Potsdam statt. Es stellte sich heraus, dass Fragen der Zusammenführung der Arbeitsmärkte und der Verkehrsinfrastruktur von besonderem Interesse der über 120 Teilnehmer waren.
Im Bundesbauministerium, Teil des Innenministeriums, wurde die grenzüberschreitende Kooperation mit einer Konferenz zum Gemeinsamen Deutsch-Polnischen Zukunftskonzept fortgesetzt. Das Konzept gibt es schon seit zwei Jahren, doch erst jetzt wird es mit einem Wettbewerb für Leuchtturmprojekte zur Umsetzung des Gemeinsamen Zukunftskonzepts mit Leben erfüllt. Auch hier zeichnete sich ab, dass die Verkehrsinfrastruktur, ganz besonders die Bahnverbindungen, noch eine große Baustelle auf dem Weg zu einem Zusammenwachsen der Regionen entlang der Grenze ist.
Dass die Eisenbahnen in Europa grundsätzlich noch viel Arbeit vor sich haben, belegte der Moderator der Zukunftskonferenz Dr. Krzysztof Wojciechowski vom Collegium Polonicum mit dem Hinweis: „Versuchen Sie einmal, eine Fahrkarte in Barcelona nach Trier zu lösen ! Das geht nicht, Sie können nur eine Fahrkarte nach Paris kaufen und müssen dort angekommen dann das entsprechende Ticket nach Trier lösen.“ Das ist Europa im 21. Jahrhundert.

Schleuse Fürstenwalde
Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg hat erneut das Thema Ersatzneubau für die Schleuse Fürstenwalde am Oder-Spree-Kanal aufgegriffen und Bundestagsmitglieder und Vertreter der Wirtschaft zu einem Treffen vor Ort an der Schleuse eingeladen. Obwohl die Nachbarschleusen Kersdorf (2013) und Wernsdorf (2003) auf 115 Meter verlängert wurden, will der Bund den dringend notwendigen Neubau in Fürstenwalde erst 2030 anpacken. „Es ist töricht, sich nicht um die Wasserstraßen zu kümmern“, sagt Martin Bock von der FGL Handelsgesellschaft, der von dem Transport mit nur 67 Meter kurzen Schiffen besonders betroffen ist. Nur 43 solcher Schiffe seien für Fürstenwalde verfügbar. Rund 2000 Binnenschiffe und gut 2000 Sportboote passieren die Fürstenwalder Schleuse dennoch jährlich. Mit einem Aufkommen von mehr als 500.000 Tonnen Gütern im Jahr erfüllt der Oder-Spree-Kanal die Voraussetzungen für die Klassifizierung in der Kategorie C.

In eigener Sache
Die Dokumentation des 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums verzögert sich aus technischen Gründen. Der Oderverein arbeitet daran und bittet um Verständnis für die Verzögerung.


Newsletter 08/2018  (94. Ausgabe) 11.09.2018

Polen steht weiterhin zu den Plänen für die Ertüchtigung der Oder
Ende August kam es zu einem weiteren Gespräch im Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warschau, an dem auf Seiten des Odervereins der Vorsitzende und sein Stellvertreter, Gerhard Ostwald und Prof. Horst Linde, teilnahmen. Zwar gab es seit Beginn des Jahres 2018 einige organisatorische Änderungen im Ministerium, hieß es in Warschau, von denen auch die inhaltliche Gewichtung der Arbeit des Ministeriums betroffen sei, an den Plänen für die Ertüchtigung der Oder gebe es jedoch keine Änderungen. Das Ministerium vertrete nun auch wasserwirtschaftliche Fragen. Dazu gehöre zum Beispiel der Hochwasserschutz und die Belange der Binnenschifffahrt stünden nicht mehr an erster Stelle. Doch ab 2019 soll die Öffentlichkeit über die Pläne der Regierung informiert werden.

Personalbedarf in ostdeutschen Ämtern besonders hoch
Aus der Parlamentarischen Anfrage der Fraktion Bündnis ’90/Die Grünen im Bundestag geht hervor, dass der Personalbedarf in den ostdeutschen Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern besonders hoch ist. Von den 735 offenen Stellen insgesamt, die die Wasserstraßenverwaltung insgesamt für Deutschland erkannt hat, liegen allein 180 in den Ämtern östlich der Elbe, das sind knapp 25 Prozent. Das zeigt wiederum, wo in der Vergangenheit besonders stark gespart wurde, letztlich zu Lasten des Verkehrs auf ostdeutschen Wasserstraßen. So brauchen wir uns nicht zu wundern, dass der Schiffsverkehr in der Region Oder/Havel keine Impulse erfährt.

Schiffsabgaben werden (noch) nicht gestrichen
Die von den Regierungskoalition in Berlin vorgesehene und um vom Bundesverkehrsminister bereits verkündete Streichung der Kanalabgaben für die Schifffahrt wird vorerst nicht umgesetzt. Noch gibt es Widerstände im Bundesfinanzministerium, das den Ausfall von rund 70 Millionen Euro im Jahr gegenfinanziert sehen will. Die Wahlperiode läuft bis 2021. Es bleibt also noch Zeit für die Umsetzung des Vorhabens.

Fortschritte im Wassertourismus
Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg teilte mit, dass im Nachgang der „Leinen los !“- Veranstaltung von Anfang Juni 2018 in Berlin in einem Gespräch mit dem Brandenburger Landtagsabgeordneten Matthias Loehr u. a. vereinbart worden, dass sich die Fraktion Die Linke in Potsdam verstärkt für die Vereinheitlichung der Zuständigkeit der Landesministerien für den Wassertourismus einsetzen wird. Bisher sind im Land Brandenburg fünf Ministerien von dem Thema tangiert. Es muss doch möglich sein, dass ein Ministerium die Federführung für den Bereich Wassertourismus übernimmt und damit alle Aktivitäten auf diesem Gebiet konzentriert.

Zu den kleinen Fortschritten gehört auch, dass die Stadt Templin und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde vor wenigen Wochen eine Vereinbarung für den Ersatzneubau der Schleuse Kannenburg getroffen haben. Die Schleuse Kannenburg ist die Eingangsschleuse für die Templiner Gewässer und deshalb für den Wassertourismus der Region von besonderer Bedeutung. Zurzeit ist die Schleuse wegen Baufälligkeit geschlossen. Die Stadt Templin bringt die Planungskapazitäten ein, das WSA die wasserbauliche Kompetenz. Ziel der Partnerschaft einer Kommune mit der Bundesbehörde ist es, den Neubau der Schleuse in möglichst kurzer Zeit zu realisieren.

Automatisierung von Schleusen
Die Wasserstraßenverwaltung des Bundes (WSV) verfolgt auf Grund der Personalknappheit in den Ämtern eine möglichst baldige Umstellung des Schleusenbetriebs im Ballungsgebiet Berlin auf automatischen Schleusen, die von einer Zentrale, in diesem Fall in Berlin-Grünau, aus gesteuert werden. Die Umstellung der Schleusen Charlottenburg und Plötzensee wird lt. einer Ankündigung des Wasserstraßen-Neubauamtes vorbereitet, auch die Schleuse Kleinmachnow wird entsprechend umgebaut werden. So sehr grundsätzlich der Umbau zu begrüßen ist und hoffentlich Schleusensperrungen auf Grund Personalmangels wie in Plötzensee der Vergangenheit angehören lässt, so bedauerlich ist im Störungsfall in einer Schleuse der Umstand, dass notwendige personelle Hilfe, die von weit her anreisen muss, zu empfindlichen zeitlichen Verzögerungen führen kann.

22.Internationales Oder/Havel-Colloquium
Die Dokumentation des 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums vom 19.06.2018 in Potsdam verzögert sich zu unserem Bedauern noch ein wenig. Noch sind nicht alle Beiträge autorisiert worden. Wir arbeiten daran und hoffen, die Veranstaltung möglichst bald auf unserer Homepage präsentieren zu können. Der Newsletter wird darüber berichten.


Newsletter 07/2018  (93. Ausgabe)  17.07.2018

22. Internationales Oder/Havel-Colloquium am 19.06.2018 in Potsdam
Ist die Binnenschifffahrt wirklich so umweltfreundlich wie von interessierten Kreisen, auch von uns, dem Oderverein, dargestellt? Dieser Frage sollte im 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquium in Potsdam nachgegangen werden. Die Antwort ist ein klares „Jein“. Sie hat Vorteile beim Kohlendioxid-Ausstoß, weist aber noch Nachteile beim Stickoxiden und Feinstaub auf. Da stellt sich die Frage der Gewichtung der verschiedenen Emissionen. Wir bleiben bei der Auffassung, dass die geringe Kohlendioxid-Menge bezogen auf das transportierte Gütergewicht ein wichtiger Faktor für den Einsatz der Binnenschifffahrt ist.
Auch die polnische Regierung setzt angesichts der mit Lkw stark belasteten Autobahnen und der eingeschränkten Nutzbarkeit der Eisenbahn auf die Binnenschifffahrt. Das kam noch einmal deutlich durch den Vortrag von Przemyslaw Zukowski aus dem Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warschau. Für die Republik Polen bleibt die Ertüchtigung der mittleren Oder und der Grenzoder zur Wasserstraßen-Klasse IV ein wichtiges Ziel. Die Arbeiten dazu laufen bereits.
Mit der Antriebstechnik befassten sich die Vorträge von Professor Gerd Holbach von der Technischen Universität in Berlin und von Dr. Christian Masilge von der Schiffsbau-Versuchsanstalt in Potsdam. Professor Holbach stellte die Arbeiten an dem elektrisch angetriebenen Versuchsschiff „Elektra“ vor und zog dabei den Bogen zu elektrisch betriebenen Schiffsverkehren aus den Ziegeleien von Zehdenick nach Berlin vor rund 100 Jahren. Der elektrische Antrieb von Schiffen ist nicht grundsätzlich Neues, nur wird jetzt die Technik auf eine neue Basis gesetzt, um auch längere Strecken z. B. von Berlin nach Hamburg bewältigen zu können.
Dr. Masilge wies auf die neuen Motorenstandards hin, die vom nächsten Jahr an Pflicht sein werden. Das Problem ist, dass die Industrie bisher keine solchen Motoren anbietet. Nur wenn entsprechende Anreize über Fördermöglichkeiten beim Umbau oder einer Neuausrüstung geschaffen würden, ist mit entsprechenden Effekten zu rechnen. Deswegen plädiert Dr. Masilge für eine geänderte Förderpolitik.
Michael Fiedler von der LUTRA GmbH in Königs Wusterhausen stellte die Umweltproblematik aus Sicht der Häfen dar. Mit einem Beispiel von überzogenen Anforderungen an Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen im Zuge von Investitionen beklagte er die Gesetzeslage, die ohne entsprechende finanzielle Unterstützung seitens des Staates von einzelnen Investoren nicht umzusetzen ist.
In der abschließenden Podiumsdiskussion stelle Wilfried Lücking von BUND Deutschland die entscheidende Frage: Was tut die Politik für die Binnenschifffahrt? Ist es wirklich ausreichend, dass die Bundesregierung jetzt 80 neue Stellen im Bereich der Wasserstraßenverwaltung besetzen will? Natürlich ist der Stellenausbau vor allem auch im Planungsbereich zu begrüßen, doch wie lange wird es dauern, bis diese Stellen wirklich besetzt sind? Wirklich dringend ist die personelle Unterbesetzung beim Schleusenpersonal. Nicht nur der Wassertourismus – als bedeutender Wirtschaftsfaktor erkannt – leidet unter den Engpässen. Selbst in der Innenstadt Berlins kann der Schleusenbetrieb am Mühlendamm nur unter Abzug des Personals von der Schleuse Plötzensee aufrecht erhalten werden. Das ist schlicht skandalös! Was soll man von den Ankündigungen von neuen Planstellen in der Wasserstraßenverwaltung halten, wenn gleichzeitig die Haushälter im Deutschen Bundestag die Summen für die Ersatz-,Neu- und Ausbauplanung an den Bundeswasserstraßen in den nächsten Jahren um 11 bzw. 14 Millionen Euro kürzen wollen. Angesichts des riesigen Nachholbedarfs an den Wasserstraßen ein Unding ! Es scheint, dass viele Verantwortliche die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben.

Die Dokumentation des 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums ist noch in Arbeit und wird in ein paar Wochen auf der Homepage des Odervereins nachzulesen sein.

Naturverträglicher Hochwasserschutz an der Oder
Zu einer Fachkonferenz zum naturverträglichen Hochwasserschutz an der Oder hatten deutsche und polnische Umweltschutzorganisationen nach Slubice ins Collegium Polonicum der Viadrina eingeladen. Ein Gutachter aus Polen und einer aus Deutschland stellten ihre Untersuchungen zu den aktuellen Plänen, die Oder für den Eisaufbruch zu ertüchtigen, vor. Während der polnische Gutachter sich ausschließlich auf mathematische Modelle stützte, kritisierte der deutsche Gutachter das Stromregelungskonzept der Wasserstraßenverwaltung, das in Abstimmung mit der polnischen Seite erstellt worden war. Die Wiederherstellung der Buhnen brächte nur rund 20 bis 35 cm mehr Wasser, gleichzeitig würde sich die Oder tiefer eingraben und den Gewinn an Flottwasser wieder zunichte machen. Nicht einsehbar war auch für die Naturschützer die gewünschte Wassertiefe von 1,80 m für den Einsatz von Eisbrechern, weil man Eisaufbruch auch mit Baggern auf Pontons vornehmen könnte, die keine solche Wassertiefe benötigen würden. In dem Zusammenhang wurden Beispiele aus Kanada vorgestellt. Leider wurden keine Fakten und Kausalketten aufgezeigt, es blieb bei tendenziell einseitigen Aussagen.

Weiteres Treffen in Wroclaw/Breslau
Auf Einladung des Amtes für Binnenschifffahrt kam es am 10.07.2018 zu einem weiteren Treffen, an dem neben dem Amt für Binnenschifffahrt der Vorstand des Odervereins und Vertreter der Technischen Universität in Wroclaw/Breslau teilnahmen. Auf der Tagesordnung standen die weitere Arbeit am „Innovativen Transportkonzept für die Oder“ und das Jahr der Oder 2019 mit den vorgesehenen Veranstaltungen. Es wurden Vereinbarungen getroffen, die besonders im Fall des Transportkonzepts zwischen den Universitäten in Berlin und Wroclaw/Breslau konkretisiert werden müssen.

Schiffshebewerk Niederfinow
In einem ausführlichen Bericht würdigte die „Berliner Zeitung“ den Fortgang an den Bauarbeiten am neuen Schiffshebewerk Niederfinow. Danach würden jetzt die Arbeiten am Trog und seiner Hebetechnik beginnen. Der untere Vorhafen des Hebewerks steht für den Herbst 2018 auf dem Programm. Bis Mitte 2019 sollen alle Arbeiten am Hebewerk abgeschlossen sein. Dann könnte im Herbst 2019 mit dem Probebetrieb begonnen werden. Die Verkehrsfreigabe soll im Jahr 2020 erfolgen. Das sind dann immerhin sechs Jahre mehr Bauzeit als ursprünglich vorgesehen. Doch wäre das Schiffshebewerk (knapp 300 Millionen Euro Baukosten) immer noch vor dem Flughafen BER (über 6 Mrd. Euro) fertig.

Sperrung der Schleuse Hohensaaten West verschoben
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde teilte mit, dass die für den Zeitraum vom 27.08.2018 bis 28.11.2018 vorgesehene Sperrung der Schleuse Hohensaaten West auf das Frühjahr 2019 (2.Quartal) verschoben wurde. Für die auf drei Monate geplanten Arbeiten am Korrosionsschutz der Schleusentore konnten keine Firmen gefunden werden, die die Fristen gewährleisten.


Newsletter 06/2018  (92. Ausgabe)  14.06.2018

22.Internationales Oder/Havel-Colloquium am 19.06.2018 in Potsdam – Erinnerung
„Binnenschifffahrt + Fluss-/Seeschifffahrt sind praktizierter Umweltschutz!“ ist das Thema des diesjährigen Internationalen Oder/Havel-Colloquium. Der offizielle Einladungsflyer für das Colloquium ist ausgesandt worden. Sollte er Ihnen nicht vorliegen, kann er von der Geschäftsstelle angefordert werden. Anmeldungen sind noch möglich !

Verbändeerklärung zur Schifffahrt zwischen Elbe und Oder
Im Frühjahr 2018 haben die Elbe-Allianz, der Bundesverband öffentlicher Binnenhäfen, der Oderverein, die Kammerunion Elbe/Oder, die ERSTU und der Verein Weitblick eine Erklärung zu notwendigen Verbesserungen der Schifffahrtsbedingungen auf den Flüssen und Elbe und den Verbindungskanälen zwischen Elbe und Oder erarbeitet. Diese Erklärung listet die notwendigen Maßnahmen aus Sicht der Verbände auf, um Binnenschifffahrt attraktiver zu machen. Sie richtet sich an das Bundesverkehrsministerium, die Landesregierungen in Ostdeutschland und an die Parlamentarier in Bund und Ländern. Im Rahmen des Elbschifffahrtstages 2018 am 24.05.2018 in Wittenberge wurde die Verbändeerklärung thematisiert und symbolisch für die übrigen Adressaten an die Staatssekretärin im Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg, Ines Jesse (SPD), übergeben. Wir fügen die Erklärung dem Newsletter bei.

Perspektiven für den Wassertourismus
Unter dem Motto „Leinen los!“ hatte das Bündnis für Wasserstraßen besonders Bundes- und Landespolitiker eingeladen, um auf die notwendigen Entwicklungsmaßnahmen für eine Stärkung des Wassertourismus hinzuweisen. Dabei wurde u. a. bemängelt, dass beispielsweise im Land Brandenburg nicht geklärt ist, wer denn nun federführend für den Wassertourismus zuständig. Auch auf Bundesebene ist nicht eindeutig klar, wo der Wassertourismus angesiedelt ist. Sowohl das Wirtschaftsministerium als auch das Verkehrsministerium befassen sich mit dem Thema. Im neuen Bundeshaushalt sind vom Bundesverkehrsministerium 62 Millionen Euro für Nebenwasserstraßen eingestellt. Das sind auch Wasserstraßen mit touristischer Nutzung. Angesichts der notwendigen Erhaltungsmaßnahmen zum Beispiel am Finowkanal ist die Summe sicher zu gering bemessen. Auf Grund der Höhe der Kostenbeteiligung der kommunalen Gebietskörperschaften hat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft in Eberswalde die Verhandlungen mit dem Bund zur Übernahme des Finowkanals beendet. Der Vorsitzende des Vereins „Unser Finowkanal“, Hartmut Ginnow-Merkert, fordert in diesem Zusammenhang den Mut zu offenen Gesprächen über alle Lösungsmöglichkeiten.

Ausbau der HOW geht in die nächste Phase
Voran geht es demnächst auch an der Oder-Havel-Wasserstraße, hier wurde am 11.06.2018 in der Gemeinde Schorfheide die konkreten Schritte für den weiteren Ausbau im Bereich Finowfurt/Lichterfelde (HOW-km 55,95 – 63,22) bekanntgegeben. Im kommenden Jahr soll hier auf einem rund 7 km langen Abschnitt die Verbreiterung von 34 auf 55m Kanalbreite starten. Zugleich wird die Wassertiefe von 2,8m auf 4 m vertieft. Für die Bauarbeiten sind rund 6 Jahre Bauzeit vorgesehen. Besondere Herausforderung ist dabei, dass der Kanal höher als die Umgebung liegt und deshalb mit Ton abgedichtet werden muss. Das Bauvolumen beträgt 75 Millionen Euro und es werden rund 1 Mill. Tonnen Baggergut, 500.000 Quadratmeter Tondichtung und 500.000 Tonnen Wasserbausteine bewegt, vorrangig soll das auf dem Wasserweg passieren.
Für die Schifffahrt sind allenfalls kurzzeitige Sperrungen geplant.

Verkehrsinfrastruktur schneller planen
Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB), das Deutsche Verkehrsforum (DVF) und der Zentralverband der deutschen
Seehafenbetriebe (ZDS) haben beim gemeinsamen Parlamentarischen Abend die schnelle Verabschiedung eines wirkungsvollen Planungs- und Baubeschleunigungsgesetzes gefordert. Außerdem erwarten die Verbände, dass bei der Abstimmung von Naturschutzregelungen in Brüssel künftig stärker auf die Belange von Mobilität und Logistik geachtet wird.

Enak Ferlemann MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, kündigte an, dass beim neuen Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz das Eisenbahnbundesamt für Eisenbahnprojekte und die Bundesfernstraßenamt für Autobahnprojekte als einzige Anhörungsbehörden vorgesehen seien. Außerdem sollten Ersatzneubauten nicht mehr komplett neu planfestgestellt werden müssen wie Neubauten. Man werde auch versuchen die Präklusion wieder einzuführen und Fristen soweit wie möglich zu verkürzen. „Mit einem Planungsbeschleunigungsgesetz wollen wir Planungs- und
Genehmigungsverfahren effizienter machen, Schnittstellen einsparen sowie die Digitalisierung und Transparenz der Prozesse stärken. Der Gesetzentwurf soll in diesem Sommer dem Bundeskabinett vorgelegt werden“, kündigte der Staatssekretär an.

Norbert Schüßler, DVF-Präsidiumsmitglied und Geschäftsführender Gesellschafter Schüßler-Plan GmbH, wies auf die Dringlichkeit hin: „Geld ist da. Aber Verkehrsprojekte verzögern sich in Deutschland auf dramatische Weise. Nicht nur für die Häfen ist das existenziell. Es geht um unsere Wettbewerbsfähigkeit. Auch für den Klimaschutz ist es schlecht, wenn Schienenwege und Wasserstraßen nicht bedarfsgerecht ausgebaut werden. Wenn hier in Zukunft nicht mehr passiert, bleibt die Verlagerung von Verkehren nur Wunsch und Wolke.“ (Quelle BÖB/Bündnis für Wasserstraßen)

Fachkonferenz zu alternativen Antrieben in Leipzig
Klimaneutraler Tourismus mit dem Schwerpunkt alternative Antriebe auf Gewässern ist in der Stadt Leipzig und im Grünen Ring Leipzig in den vergangenen Jahren zu einem Hauptthema in der Regional- und Tourismusentwicklung geworden. Der Grüne Ring Leipzig und die Stadt Leipzig, vertreten durch das Amt für Wirtschaftsförderung und das Amt für Stadtgrün und Gewässer laden Sie daher in Kooperation mit dem Netzwerk Deutsche Wasserwege (N:DW) und NEU e.V. sehr herzlich ein zu einer ganztägigen
Fachkonferenz „Alternative Antriebe auf den Gewässern“ am Donnerstag, dem 28. Juni 2018, 9:30 Uhr – 16:30 Uhr im Bootshaus am Klingerweg des SC DHfK, Klingerweg 2, 04229 Leipzig.

Egal ob Vertreter der Leipziger Fahrgastschiffbetriebe, Hersteller von Elektromotoren, Forscher im Bereich der Brennstoffzellentechnologie oder Reedereien: Verschiedene Akteure werden auf der Fachkonferenz zu Wort kommen und ihre Sicht der Dinge in einem spannenden Kontext darlegen. Diskutieren Sie mit!  Das ausführliche Programm mit allen Themen und Referenten erhalten Sie auf Anfrage.


Newsletter 05/2018  (91. Ausgabe)  23.05.2018

200 Jahre Protokoll von Oderberg
2019 jährt sich die Unterzeichnung des Protokolls von Oderberg zum 200. Mal. Das ist Anlass genug, im Jahr 2019 das „Jahr der Oder“ zu begehen.
Bereits unter Friedrich II. gab es umfangreiche Umbauten. So wurde die Oder im 18. Jahrhundert um nahezu ein Viertel ihrer gesamten Länge gekürzt. Zwischen 1792 und 1812 entstand der Klodnitzkanal zwischen Gleiwitz und Cosel als Verbindung der Oder mit dem oberschlesischen Industrierevier. Ein systematischer Ausbau des Odergebietes wurde 1819 mit dem sogenannten Protokoll von Oderberg initiiert, in dem erstmals ein umfassender Stromregulierungsplan beschlossen wurde. 1861 wurde in Breslau der Oder-Verein gegründet, der die Idee des Umbaus der Oder zu einem Verkehrsweg voranbrachte. Es folgte 1874 die Gründung der Oderstrombauverwaltung, um den planmäßigen Ausbau des Flusses zum Großschifffahrtsweg weiter zu befördern. Von 1880 bis 1886 befand sich die größte Baustelle an der Oder in Oppeln. Bis die kostspieligen Arbeiten fertiggestellt waren, wurde die Schifffahrt über den linken, den so genannten Winauer Oder-Arm umgelenkt, während der rechte Arm als Hafen diente. Das Modernisierungsprojekt, mit dem Preußen im 18. Jahrhundert begonnen hatte, dauerte bis ins 20. Jahrhundert. Zwischen Cosel, dem zweitgrößten Binnenhafen des Deutschen Reichs, und Breslau wurden 26 Staustufen gebaut. Die Kanäle nach Berlin wurden für den modernen Schiffsverkehr entsprechend ausgebaut. (Quelle Oberschlesisches Landesmuseum Ratingen)
In Abstimmung mit dem Amt für Binnenschifffahrt in Wroclaw/Breslau werden von deutscher und polnischer Seite eine Reihe von Aktionen beschlossen, um das Jubiläum zu begehen. Über Einzelheiten werden wir im Newsletter berichten.

22.Internationales Oder/Havel-Colloquium am 19.06.2018 in Potsdam
Über die Vorbereitungen für das nächste Colloquium des Odervereins wurde bereits mehrfach berichtet. Jetzt sind die Vorbereitungen abgeschlossen. „Binnenschifffahrt + Fluss-/Seeschifffahrt sind praktizierter Umweltschutz!“ ist das Thema, mit dem verdeutlicht werden soll, dass die Nutzung der Schifffahrt einen großen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leistet. Gerade im Osten Deutschlands und in der Republik Polen bekommt die Binnenschifffahrt noch nicht bzw. erst jetzt die notwendige Aufmerksamkeit, um die Vorteile für den Erhalt der Umwelt auszuspielen. Der offizielle Einladungsflyer für das Colloquium wird in den nächsten Tagen ausgesandt. 

Entwicklungsprogramm für die mittlere Oder
Über die Homepage des Ministeriums für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warschau gelangt man auch zu Darstellungen für die Entwicklung der Oder im mittleren Bereich zwischen Wroclaw/Breslau bis zur Neißemündung. Es liegen konkrete Pläne für die Errichtung von Staustufen in verschiedenen Varianten vor, über deren Umsetzung bisher noch nicht entschieden ist. Besonders im Bereich zwischen Nowa Sol/Neusalz und Crosno Odrzanskie/Crossen an der Oder weist die Oder einige Flachstellen auf, bei denen Staustufen die Schifffahrt wesentlich verbessern und über das Jahr hinweg verstetigen würden.

Stickoxidbelastung durch Binnenschiffe
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) hatte schon kurz nach den ersten Äußerungen von Prof. Schreckenberg Zweifel an der wissenschaftlichen Fundiertheit der Behauptungen angemeldet. Die Arbeit des Studenten mit dem Titel „Technische und ökologische Auswirkungen alternativer Kraftstoffe auf die Entwicklung des zukünftigen regionalen Verkehrssystems“ liegt nun vollständig vor. Es zeigt sich, dass diese Zweifel berechtigt sind: Von dem betreuenden Professor wurden sehr eigenwillige und im Ergebnis nicht haltbare Schlüsse aus der Arbeit seines Studenten gezogen.

Eine von der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Auftrag gegebene Untersuchung zur Luftqualität an den Bundeswasserstraßen hatte bereits 2015 aufgezeigt, dass die in der Fahrrinne emittierten Schadstoffe von Binnenschiffen – und damit auch deren Stickoxidausstoß – bereits am Flussufer praktisch nicht mehr nachweisbar sind. Das Umweltbundesamt (UBA) hat die Studie der BfG erst vor wenigen Tagen auf seiner Internetseite in einem wissenschaftlichen Bericht mit dem Titel „Stickstoffoxidemissionen durch Binnenschiffe“ zitiert. „Die mittlere NO2-Zusatzbelastung, die durch die NOx-Emission der Binnenschifffahrt auf Mittel- und Niederrhein verursacht wird, nimmt demnach überproportional und sehr schnell mit Entfernung von der Fahrrinne ab“, folgert das UBA darin. Bestätigt wird damit auch, dass der Versuch, den Schadstoffausstoß der Schifffahrt mit Messgeräten vom Ufer aus zu messen, fehlgehen muss und daraus abgeleitete Ergebnisse reine Spekulation sind. Schließlich werden dann auch Emissionen aus anderen Quellen wie dem Straßenverkehr, dem Schienen- und Flugverkehr, der Industrie oder oder der privaten Verbraucher „mitgemessen“. (Quelle BDB)

Oderforum am 29.05.2018 in Bohumin
Gleich an der polnische-tschechischen Grenze auf tschechischer Seite in Bohumin findet am 29.05.2018 ein „Oderforum“ statt. Es ist eine tschechisch-polnische Tagesveranstaltung im Rahmen der EU, die sich mit verschiedenen Aspekten der Entwicklung der Oder befasst und dabei auch den Gedanken der Elbe/Oder/Donau-Verbindung aufgreift, die besonders von tschechischer Seite forciert wird. Der Präsident der Kammerunion Elbe/Oder (KEO), Jiri Aster, wird daran teilnehmen.

*    *    *  In eigener Sache    *    *    *

Neuer Datenschutz in Europa ab 25. Mai 2018
Am 25. Mai tritt europaweit eine neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-VO) in Kraft. Damit soll der verantwortungsvolle Umgang mit personenbezogenen Daten einheitlich geregelt werden.
Wir bemühen uns von Anfang an, die mit der neuen, umfangreichen Verordnung verbundenen Anforderungen verantwortungsvoll umzusetzen.
Hohe technische Sicherheitsvorkehrungen, Transparenz bei der Datenverarbeitung und keine Weitergabe Ihrer persönlichen Informationen an Dritte zu Werbezwecken waren bisher und sind auch künftig unsere Grundsätze, auf die Sie sich verlassen können.
Bisher haben wir Sie mit unserem Odervereins-Newsletter über unsere Veranstaltungen berichtet und Informationen im Zusammenhang mit Entwicklungen/Neuigkeiten zu den Themen Wasserstraßen, Binnenschifffahrt, Wassertourismus und Güterbeförderung verbreitet. Das möchten wir gerne beibehalten.Sollten Sie mit der Zusendung dieser Mails nicht einverstanden sein, bitten wir Sie, dies in einer Antwortmail möglichst umgehend mitzuteilen.

Um Kenntnisnahme wird gebeten. Wir danken für Ihr Verständnis.


Newsletter 04/2018  (90. Ausgabe)  19.04.2018

Klimabilanz von Binnenschiffen
Große Verwunderung löste vor ein paar Tagen die These von Professor Michael Schreckenberg von der Universität Duisburg-Essen aus, wonach selbst bei Fahrverboten von Dieselfahrzeugen die Stickoxidbelastung in den Innenstädten oberhalb der zulässigen Grenzwerte bliebe. Selbst wenn bis zum Jahr 2030 alle Diesel-Pkw durch Benzin-Pkw ersetzt werden würden, sei die Binnenschifffahrt schuld an der anhaltend hohen Belastung. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e. V. (BDB) hat umgehend reagiert.
Laut den Berechnungen der Bezirksregierung Düsseldorf entfallen zum Beispiel nur sieben Prozent der Stickoxide in der NRW-Landeshauptstadt auf die Binnenschiffe; 40 Prozent der Emissionen sind durch Pkw verursacht. Studien der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) und Berechnungsverfahren zur Ermittlung der schifffahrtsbedingten Luftschadstoffbelastung an Wasserstraßen aus dem Jahr 2015 zeigen, dass bereits am Flussufer, spätestens aber in einer Entfernung von rund 100 Metern von der Fahrrinne, keine Zusatzbelastungen an Schadstoffen nachweisbar sind, die ausschließlich von Binnenschiffen hervorgerufen werden“, schreibt der BDB in seiner Pressemitteilung. Wie kommt der Student in seiner Masterarbeit, die den Äußerungen von Professor Schreckenberg zu Grunde liegt, also zu der Aussage, dass die Schifffahrt für die Überschreitung der Stickoxidgrenzwerte in den Innenstädten verantwortlich sei ?
Bisher ist diese Frage nicht beantwortet worden. Der Oderverein wird das Thema Umweltschutz und Klimabilanz im nächsten Colloquium am 19.06.2018 in Potsdam aufgreifen und von möglichst vielen Seiten beleuchten.

Entwicklungsprogramm der Oder
Am 05.04.2018 fand eine Konferenz des Binnenschifffahrtsministeriums in Warschau zusammen mit den Wojewodschaften, Kreisen und Städte entlang der Oder in Szczecin/Stettin an der Seefahrtsuniversität statt. Das Treffen diente der Vorstellung erster Varianten zur Ertüchtigung der Oder im Grenzbereich. Minister Marek Gróbarczyk unterstrich, dass es möglich sei, die Oder zu befahren Verbesserungen umzusetzen. Die Leiterin der Abteilung Binnenschifffahrt im Ministerium, Monika Niemiec-Butryn, hat den Zeitplan für die Arbeiten an dem Projekt für eine verbesserte Schifffahrt vorgestellt. Mit der Konferenz in Szczecin/Stettin wurde der im Herbst 2017 in Wroclaw/Breslau begonnene Prozess fortgesetzt. Einzelheiten sind dem Oderverein bisher nicht bekannt.

Polnisch-Litauisches Kooperationsabkommen für den Ostseeverkehr
Zur Stärkung der bilateralen Zusammenarbeit im Seeverkehr haben Polen und Litauen ein Abkommen geschlossen. Gemeinsame Werbe-, Wirtschafts- und Handelsaktivitäten und der Ausbau des Handelsaustauschs zwischen Partnerhäfen stehen im Katalog der Ziele der Zusammenarbeit.  Der Hafenkomplex Szczecin/Swinoujscie schloss im Jahr 2017 mit rund 25,5 Millionen Tonnen umgeschlagener Güter. Stückgüter sind mit 51 % , feste Massengüter mit 36 % und flüssige Güter mit 13 % am Gesamtumschlag beteiligt. Der Containerumschlag belief sich auf ca. 94 Tausend TEU. In Klaipeda (Litauen) werden im Vergleich über 40 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, darunter 12 Millionen Tonnen Flüssiggüter, 18 Millionen Tonnen festes Massengut und 13 Millionen Tonnen Stückgut. Der jährliche Containerumschlag liegt bei 450 bis 470 Tausend TEU.

Binnenschifffahrtsstatistik in Deutschland positiv – nur nicht im Osten
Das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden hat heute die Güterverkehrsstatistik der Binnenschifffahrt für das Jahr 2017 bekannt gegeben. Danach wurden insgesamt 227,7 Mio. t Güter über die deutschen Bundeswasserstraßen – und damit 0,6 % mehr Güter als noch im Vorjahr (221,3 Mio. t) – transportiert. Für die einzelnen Verkehrsbeziehungen ergab sich dabei folgendes Bild:55,4 Mio. t Güter wurden im innerdeutschen Verkehr befördert. Dies entspricht einer positiven Veränderung von 0,4 % gegenüber dem Jahr 2016,  51,2 Mio. t entfielen auf den Versand in das Ausland – 4,1 % mehr als im Vorjahreszeitraum.  Mit 14,7 Mio. t Güter entwickelte sich auch der Durchgangsverkehr positiv (+ 1,7 %).  Lediglich beim Empfang aus dem Ausland wurde mit 101,5 Mio. t ein leichter Rückgang von 1,1 % zum Jahr 2016 verzeichnet. Bemerkenswert ist, dass das gute Ergebnis trotz zeitweilig ungünstiger Wasserstände durch Niedrig- oder Hochwassersituationen erzielt werden konnte. Dies spricht für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Verkehrsträgers Binnenschifffahrt. Jede Tonne, die über die Wasserstraßen befördert wird, entlastet die überfüllten Straßen und Autobahnen von Lkw-Verkehren. Gütertransport per Binnenschiff hat u.a. durch den geringen Ausstoß an CO2-Emissionen und die kaum vorhandene Lärmbelastung außerdem eine äußerst positive Klimabilanz. Einen besonderen Boom erlebt weiterhin das Containergeschäft in der Binnenschifffahrt. In 2017 wurden 2,6 Mio. TEU (1 TEU entspricht einem 20-Fuß-Standardcontainer) über das deutsche Wasserstraßennetz transportiert. Damit konnte gegenüber dem Vorjahr ein deutliches Plus von 5,3 % registriert werden. Die fortschreitende Containerisierung der Waren und der hohe Modal Split der Binnenschifffahrt im Hinterlandverkehr der großen Seehäfen waren damit bereits zum achten Mal in Folge Triebfedern für die wachsende Containerbeförderung mit Binnenschiffen. (Quelle.BDB)
Soweit die positive Bilanz. Im Osten Deutschlands brachen die Gütertransporte per Schiff im Raum Berlin/Brandenburg deutlich ein und wiesen die niedrigsten Güterverkehrsleistungen seit der Nachkriegszeit aus. Ursache sind die gravierenden Strukturveränderungen in der Wirtschaft, z. B. Wegfall der Braunkohletransporte über Königs Wusterhausen, und die nach wie vor überwiegend schlechte Infrastruktur besonders östlich von Berlin, die jeden möglichen Transportzuwachs verhindert.

Personalien
Als der letzte Newsletter im März 2018 entstand, waren im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Berlin noch Rainer Bomba und Michael Odenwald die beamteten Staatssekretäre. Das hat sich dann schnell geändert. Neu berufen wurden Dr. Gerhard Schulz und Guido Beermann. Ergänzt werden sie von den Parlamentarischen Staatssekretären Steffen Bilger, der jetzt zugleich Koordinator für Güterverkehr und Logistik ist, und Enak Ferlemann, jetzt auch zugleich Beauftragter für den Schienenverkehr.
Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke, ist Koordinator für die deutsch-polnische zwischengesellschaftliche und grenznahe Zusammenarbeit geblieben.

Erfahrungsaustausch Wassertourismus in Oranienburg
Zum zehnten Male fand der Erfahrungsaustausch Wassertourismus, organisiert von den Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg, in Oranienburg statt. Aus den guten Vorträgen stach der Hinweis auf die Website der Berlin-Oder-Umfahrt hervor. Wer sich über die Navigationsmöglichkeiten einer Fahrt von Berlin oder einem anderen Ort entlang der Strecke Havel-Oder-Wasserstraße, Oder und Spree-Oder-Wasserstraße zurück an den Ausgangsort informieren möchte, ist dort gut aufgehoben: www.berlin-oder-umfahrt.de .

Finowkanal-Symposium am 28.03.2018 in Eberswalde
Am Rande des Symposiums wurde bekannt, dass die Gespräche über die Bildung einer kommunalen Kanalgesellschaft vorangehen. Der Bund ist bereit, das Projekt einer solchen Kanalgesellschaft, die künftig für den Unterhalt des Kanals zuständig ist, im Rahmen der wassertouristischen Nutzung von Nebenwasserstraßen maßgeblich zu unterstützen. Die meisten kanalanliegenden Gemeinden hätten bereits zugesagt, sich an der Gesellschaft zu beteiligen, sagte der Bürgermeister von Liebenwalde, Jörn Lehmann, anlässlich des Symposiums am 28.03.2018 in Eberswalde. Aus der Sicht des Odervereins ist es wichtig, dass sich der Bund nicht nach einer Einmalzahlung an die Kanalgesellschaft aus der Verantwortung verabschiedet. Die Instandhaltung von zwölf Schleusen im Finowkanal ist nicht von den Kreisen und Kommunen allein zu stemmen. Hier muss der Bund seinen Teil auch in Zukunft mittragen.


Newsletter 03/2018  (89. Ausgabe)  19.03.2018

Neue Bundesregierung
Nun ist es tatsächlich in der vorigen Woche passiert: Deutschland hat wieder eine handlungsfähige Bundesregierung. Sechs Monate nach der Wahl zum Bundestag im September 2017 ist Andreas Scheuer (CSU) zum neuen Bundesverkehrsminister ernannt worden und damit Nachfolger von Alexander Dobrindt. Er hat Enak Ferlemann (CDU) als Parlamentarischen Staatssekretär übernommen. Ebenfalls im Amt bleiben die beamteten Staatssekretäre Rainer Bomba und Michael Odenwald. Neuer Parlamentarischer Staatssekretär wurde Steffen Bilger (39, CDU) aus Baden-Württemberg, seit 2009 im Deutschen Bundestag. Auch wenn der Minister aus Passau an der Donau stammt, muss das nicht bedeuten, dass er eine binnenschifffahrtsfreundliche Verkehrspolitik betreiben wird.
Stefan Zierke (SPD) aus der Uckermark hat seine verkehrspolitischen und wassertouristischen Ämter niedergelegt und ist zum Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium unter Franziska Giffey ernannt worden. Nicht nur der Oderverein bedauert den Verlust eines engagierten Verkehrspolitikers für die Belange im Osten Deutschlands, wünscht Zierke aber nichtsdestotrotz viel Erfolg im neuen Amt.

EMMA-Konferenz in Berlin
Zum Thema Perspektiven für die Binnenschifffahrt und Fluss-/Seeschifffahrtsmärkte hatten die Verantwortlichen für das europäische EMMA-Projekt in die schwedische Botschaft nach Berlin eingeladen. Mit Monika Niemiec-Butryn gehörte die Leiterin der Abteilung Binnenschifffahrt des Ministeriums für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warszawa/Warschau zu den Vortragenden. Sie berichtete, dass man im Ministerium an einem Programm für Wassertransport und Hochwasserschutz arbeite. Ein digitales Modell des Flusses Oder soll im April 2018 vorliegen. Ziel sei es, die Oder für die europäische Wasserstraßenklasse 4 zu ertüchtigen. Auch an einem Fond zur Finanzierung der Projekte werde gearbeitet.
Von besonderer Bedeutung war die Äußerung der brandenburgischen Infrastrukturministerin Kathrin Schneider auf der EMMA-Konferenz, dass der Teufelskreis für die Binnenschifffahrt durchbrochen werden muss, wonach die Denkweise „keine Verkehre = keine Investitionen“ zur Folge habe, dass noch weniger Verkehr vorhanden ist. Mit diesem mutigen Statement ist für den Oderverein ein Umdenken erkennbar, das nunmehr auch durch entsprechende Vorgehensweise der Landesregierung gegenüber dem Bundesverkehrsminister untermauert werden muss.

Polen: Wasserwege jetzt im Binnenschifffahrtsministerium
Im letzten Newsletter haben wir berichtet, dass seit dem 01.01.2018 die Zuständigkeiten für alle Wasserwege in Polen im Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt (MGMZS) gebündelt worden sind. Ergänzend dazu haben wir nun erfahren, dass die bisherigen Regionalen Wasserwirtschaftsämter nunmehr in einem staatlichen Unternehmen, das dem Ministerium nachgeordnet ist, zusammengefasst worden sind. Damit einhergehend ist der langjährige Leiter des Regionalen Wasserwirtschaftsamtes in Szcecin/Stettin, Dr. Andrzej Kreft, in den Ruhestand gegangen. Dr. Kreft war viele Male Vortragender in den Internationalen Colloquien des Odervereins und hat als sachkundiger Fachmann der Wasserwirtschaft die für den Eisaufbruch notwendige Fahrrinnentiefe der Oder von mindestens 1,80 m vertreten.

Werbellinkanal
Die Notiz im Newsletter Nr. 01/2018 über die vorgesehene Reparatur des Werbellinkanals war missverständlich. Wir weisen darauf hin, dass von der Maßnahme nur der Abschnitt des Werbellinkanals zwischen Finowkanal und dem Oder-Havel-Kanal betroffen ist, für den die Gemeinde Marienwerder zuständig ist. Der Abschnitt zwischen Oder-Havel-Kanal und Werbellinsee ist nicht betroffen und kann uneingeschränkt befahren werden.

Perspektiven für den Wassertourismus
Die Sicherung der Wasserstraßen in Deutschland – sowohl für den Wassertourismus als auch für die Binnenschifffahrt – hat weiterhin hohe Priorität. Dafür will das „Bündnis für Wasserstraßen“ bestehend aus Industrie-und Handelskammern, Verbänden, Wassertourismusinitiativen und weiteren Akteuren bei der neuen Bundesregierung und den Abgeordneten werben. Unter dem Titel: Leinen los! – Perspektiven für den Wassertourismus in der neuen Legislaturperiode will das Bündnis die diesbezüglichen Prioritäten der neuen Bundesregierung erfahren, den Beitrag aus der Praxis anbieten und den Dialog zwischen Bund, Land und Wirtschaft fördern. Auf dem Spiel steht weit mehr, als den einmaligen Netzcharakter der Wasserstraßen in der Region zu erhalten. Es geht darum den ländlichen Raum zu stärken, eine flächendeckende Wirtschaftsentwicklung zu fördern und Infrastrukturpotenziale zu nutzen. Das alles trägt dazu bei, die Lebensqualität im ländlichen Raum langfristig zu sichern und Arbeitsplätze, nicht nur in Ballungsgebieten, zu erhalten oder zu schaffen. Als Ansprechpartner stehen Barbara Nitsche, IHK Potsdam, unter Tel. 0331 2786-163 oder barbara.nitsche@ihk-potsdam.de und Manuela Neumann, IHK Ostbrandenburg, unter Tel. 03362 88879 – 12 oder neumann@ihk-ostbrandenburg.de zur Verfügung.

Viertes Finowkanal-Symposium am 28.03.2018 um 16 Uhr in Eberswalde
Mit der Rolle des Finowkanals im wassertouristischen Verbund mit den Nachbarländern entlang der Internationalen Wasserstraße E70 befasst sich das vierte Finowkanal-Symposium. In Zusammenarbeit mit Polen und Litauen stellt die Initiative Unser Finowkanal den deutschen Partner im so genannten EU-”Watertour”-Projekt. Ziel der Zusammenarbeit ist die Harmonisierung des Wassertourismus entlang dieser bedeutenden Ost-West-Binnenwasserstraße. „Wie können wir dazu beitragen, dass sich unsere Gäste aus Litauen, Polen, Russland, Belgien und den Niederlanden auf dem Finowkanal wohlfühlen, unsere kulturhistorischen Schätze kennenlernen und nicht zuletzt zur wirtschaftlichen Belebung der Region beitragen?“, fragt sich Hartmut Ginnow-Merkert vom Verein Unser Finowkanal.
In sieben Kurzvorträgen beleuchten die Referenten aus unterschiedlichen Perspektiven die Thematik. Schirmherr der Veranstaltung im Paul-Wunderlich-Haus ist der Eberswalder Bürgermeister und Vorsitzende der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal, Friedhelm Boginski. Das Schlusswort spricht der Präsident des internationalen Netzwerks der Binnenwasserstraßen (IWI), David Edwards-May. Die Vorträge finden in polnischer und deutscher Sprache statt; für Simultanübersetzung ist wieder gesorgt. Weitere Informationen und Anmeldung über die Website  www.unser-finowkanal.de .



Newsletter 02/2018
  (88. Ausgabe) 19.02.2018

Koalitionsvereinbarung für eine neue Bundesregierung
Sollte eine Bundesregierung mit der auf Grundlage der Sondierungsgespräche ausgehandelten Koalitionsvereinbarung zustande kommen, kann man schon jetzt sagen: der große Wurf ist das nicht. So vor allem auch nicht für eine neue Verkehrspolitik, die Umwelt und Klimaschutz ausreichend berücksichtigt. Es gilt die Einschätzung von BDB-Präsident Martin Staats zum Ergebnis der Sondierungsgespräche: „Es handelt sich um ein rückwärtsgewandtes Bekenntnis, das die Antworten auf die großen Herausforderungen vermissen lässt.“

Knapp 60 Zeilen umfasst der Abschnitt Schifffahrt und Häfen in der Koalitionsvereinbarung. Der erste Teil ist der Seeschifffahrt gewidmet. Danach geht es innovative Antriebe: “ Auf nationaler Ebene wollen wir unsere technologieoffenen Initiativen zugunsten alternativer Antriebe und Energiequellen in der Schifffahrt und in den Häfen (LNG, Wasserstoff/Brennstoffzelle, Methanol, Elektromobilität) verstärken und verstetigen.“ Das ist ohne Zweifel ein löblicher Ansatz.
Zur Digitalisierung heißt es: „Wir wollen digitale Technologien und den automatisierten Betrieb in der Schifffahrt, den Häfen und der maritimen Lieferkette vorantreiben (z. B. digitales Testfeld Hamburger Hafen)“. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Konkreter wird es in dem Satz: „Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt wollen wir die Befahrensabgaben für die Nutzung der Binnenwasserstraßen (ausgenommen der Nord-Ostsee-Kanal) abschaffen“. Sofern diese Maßnahme nicht dem Ziel der gerechten Anlastung von Nutzerkosten widerspricht, wäre das eine deutliche Entlastung der Auftraggeber der Binnenschifffahrt im Kanalbereich – und vielleicht ein Anreiz für mehr Binnenschiffstransporte ?
Weiterhin wird von einem Masterplan Binnenschifffahrt gesprochen, der gemeinsam mit dem Gewerbe entwickelt werden soll. „Wichtige Bestandteile werden die Modernisierung und Umweltfreundlichkeit der Flotte, Anreizsysteme sowie Infrastruktur/Logistik sein.“ Klingt etwas nebulös. Im nächsten Satz geht es dann um eine Gebührenstaffelung zur Förderung einer modernen und nachhaltigen Flotte. Offensichtlich geht es im Masterplan also um ein Fördersystem.

Abschließend werden auch „die ausschließlich dem Tourismus oder Sport dienenden Nebenwasserstraßen des Bundes“ erwähnt, für die entsprechend der Befahrbarkeit neue Prioritäten gesetzt werden sollen. Zusammen mit den Bundesländern und Regionen sollen neue Konzepte für die einzelnen Wasserwege entwickelt werden.

Im Gegensatz zum Ergebnis der Sondierungsgespräche sieht der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e. V. (BDB) nunmehr in der Koalitionsvereinbarung nur noch positive Zeichen. „Die neue Regierung setzt eindeutig auf die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene und das Wasser. Die Maßnahmen, die für eine stärkere Nutzung der Binnenschifffahrt notwendig sind, haben die Verhandlungspartner absolut zutreffend definiert, nämlich der konsequente Erhalt und Ausbau der Flüsse und Kanäle, um störende Engpässe in der Infrastruktur zu beseitigen, und das Setzen wirtschaftlich attraktiver Rahmenbedingungen – konkret: Abschaffung der Schifffahrtsabgaben –, um noch mehr Kunden von den Vorteilen der Güterschifffahrt zu überzeugen“, erklärt BDB-Präsident Martin Staats (MSG, Würzburg) in der Pressemitteilung des BDB.

Der Oderverein hingegen hält fest, dass eine grundsätzliche Änderung der Politik mit neuen Ansätzen zur Steuerung des Modal Split zwischen Straße, Schiene und Schiff nicht zu erkennen ist. Hinsichtlich der Äußerung des Verlagerungswillens war Papier bisher schon immer sehr geduldig. Der politische Wille hingegen lässt sich nur in sichtbaren Ergebnissen belegen.

Polen: Wasserwege jetzt im Binnenschifffahrtsministerium
In Polen ist zum 01.01.2018 eine bedeutsame rechtliche Neuregelung in Kraft getreten. Wie der Oderverein im Januar in Wroclaw erfahren hat, ist die Zuständigkeit für die Flüsse per Gesetz vom Umweltministerium in das bereits im Jahr 2015 geschaffene Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt (MGMZS) übergegangen. Der Oderverein hält diese Maßnahme für konsequent und hat schon seit längerer Zeit solche Forderungen unterstützt. Im Umweltministerium haben die Wasserstraßen als Verkehrswege nur eine geringe Bedeutung gehabt, weil der Umwelt- und der Hochwasserschutz im Vordergrund standen. Mit der Änderung der Politik zugunsten der Binnenschifffahrt hat das MGMZS nun direkt Zugriff auf die Entwicklung der Wasserwege.

Innovatives Transportsystem für die Oder
Im Rahmen eines Treffens im Amt für Binnenschifffahrt in der niederschlesischen Metropole Wroclaw/Breslau am 25.01.2018 hatte der Oderverein Gelegenheit, erste Gedanken des stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins, Professor Horst Linde, für ein innovatives Transportsystem für die Oder einem breiteren Fachpublikum vorzustellen. Die Vorschläge stießen bei den polnischen Teilnehmern des Treffens auf großes Interesse. Der Vorsitzende des Odervereins Gerhard Ostwald nutzte die Gelegenheit, die Vorschläge zur Grundlage für ein gemeinsames Projekt im Rahmen der Zusammenarbeit von Wissenschaft und staatlichen Stellen zu machen. Erste Kontakte zur Breslauer Universität für Wissenschaft und Technologie sind bereits entstanden. In weiteren Treffen soll das Projekt konkretisiert werden.

Seenland-Kongress in Leipzig
Am 15.02.2018 fand im Rahmen der „Beach & Boat“ in der Leipziger Messe der 10. Seenland-Kongress statt. Reinhard Klingen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) betonte, dass mit dem Begriff „Nebenwasserstraßen“ nicht verbunden sei, dass diese Wasserstraßen dem Bund nebensächlich seien. Man habe nur bisher keinen besseren Begriff gefunden. Die Bevölkerung sei aufgerufen, ihm einen geeigneteren Begriff vorzuschlagen. Überhaupt bemühte sich Klingen, die Kategorisierung der Wasserstraßen und auch das Blaue Band Deutschland in den Auswirkungen herunter zu spielen. Der Bund werde auch zukünftig für die Wasserstraßen zuständig sein und sich für den Erhalt einsetzen, auch eben der touristisch genutzten Wasserwege. Es gebe kein Ziel, die Zuständigkeit der Nebenwasserstraße an die Länder zu übertragen. Vielmehr bemühe man sich, gemeinsam mit Ländern und Gebietskörperschaften individuelle Lösungen an den Wasserwegen zu finden. Das sei beim Saale-Elster-Kanal so und auch beim Finowkanal, bei dem man an der Finanzierung für den Erhalt der Schleusen arbeite. Klingen machte aber auch deutlich, dass eine Aufführung von Projekten im Bundesverwehrswegeplan (BVWP) im „weiteren Bedarf“ bedeute, dass dort bis 2030 nichts passiere.
Mit dem Falkirk Wheel in Schottland stellte ein Wissenschaftler aus dem europäischen Ausland auf dem Kongress ein touristisches Projekt vor, das in seiner Entwicklung und im heutigen Betrieb als Vorbild für andere Projekte in Deutschland, so auch dem Saale-Elster-Kanal und seinem Abstiegsbauwerk zur Saale, dienen könnte.

Bund gibt Zusage für den Neubau der Schleuse Kannenburg
Im letzten Newsletter haben wir auf die Schließung der Eingangsschleuse für die Templiner Gewässer im Norden Brandenburgs aus Gründen der Einsturzgefährdung hingewiesen, die für den Wassertourismus eine Katastrophe bedeutet. Der Bundestagsabgeordnete aus der Uckermark Stefan Zierke (SPD) hat sich für den umgehenden Neubau ausgesprochen. Da auch die Stadt Templin erklärt hat, die Planung zu übernehmen, wobei sie dabei von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung unterstützt werden wird, hat der Bund die Zusage für den Ersatzneubau der Schleuse erklärt. In zwei bis drei Jahren könnte die neue Schleuse eröffnet werden.

Gerüchte
Es gibt Hinweise, dass allen Unkenrufen zum Trotz, im Jahr 2018 mit der Fertigstellung des neuen Schiffshebewerkes Niederfinow gerechnet werden kann. Das würde bedeuten, dass im Jahr 2019 mit dem Probebetrieb begonnen wird – Verkehrsfreigabe 2020 ?


Newsletter 01/2018  (87. Ausgabe)  17.01.2018

Sondierungsgespräche für eine neue Bundesregierung
Knapp vier Monate nach der Bundestagswahl gibt es in Deutschland weiterhin nur eine geschäftsführende Bundesregierung. Belgische Verhältnisse, wo einmal eine Regierung fast zwei Jahre geschäftsführend tätig war ? „Geschäftsführende Verantwortungslosigkeit“, wie eine große deutsche Tageszeitung ihren Kommentar überschrieb ? Irgendetwas dazwischen ist es schon, dass sich das größte Land Mitteleuropas angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts eine derart lange Zeit des Nichtregierens leisten kann.
Bietet wenigstens das Ergebnis der Sondierungsgespräche von CDU/CSU und SPD eine Perspektive ? Wenn man danach geht, was dort unter „Verkehr und Infrastruktur“ aufgeschrieben steht, sieht es nicht nach dem großen Wurf aus. Da heißt es: „Infrastruktur ausbauen, Investitionen auf Rekordniveau, Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz, Luftreinhaltung verbessern, Klimaziele von Paris erreichen, Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sicherstellen“. Schaut man darauf, wie eine mögliche neue Regierung das alles erreichen will, wird nur von einem Bündel von Maßnahmen wie zum Beispiel der Förderung von Elektromobilität, des Schienenverkehrs und effizienteren und sauberen Verbrennungsmotoren inklusive Nachrüstungen gesprochen, in erster Linie also auf den motorisierten Individualverkehr und den Bahnreiseverkehr bezogen. Der Güterverkehr und die Logistik fallen im Sondierungspapier durchs Raster.
Höchste Zeit also, die Wünsche der Binnenschifffahrt im Osten Deutschlands zu formulieren. Dass Deutschland ein Transitland ist für Güter und Menschen und deshalb auf gut funktionierende grenzüberschreitende Verkehrswege angewiesen ist, wagt man im Hinblick auf die Bedeutung, erst einmal eine Regierung zu bilden, gar nicht mehr zu erwähnen. Der stellvertretende Vorsitzende des Odervereins, Professor Horst Linde, hat sich der Mühe unterzogen und die Wünsche der Binnenschifffahrt aufgelistet:

WUNSCHZETTEL DER SCHIFFFAHRT AN DIE NEUE REGIERUNG

Horst Linde, Berlin
Wunschzettel an den Weihnachtsmann sind erst einmal ad acta – Wünsche an das Neue Jahr mögen noch erlaubt sein – Wünsche an die neue Regierung sind das Gebot der Stunde – dass die Regierungsmacher nur sehr langsam in die Gänge kommen, hat vielleicht den einzigen Vorteil, dass man in die Verhandlungstöpfe noch Wunsch­zettel einwerfen kann – in der Hoffnung, dass sie dort jemand findet.
Es ist die Schifffahrt, die Binnen- und Binnen-/Küstenschifffahrt, deren Wünsche an die Politik in der vergangenen Legislatur­periode in großen Teilen unerfüllt geblieben sind und die sich hier mit ihrem Wunschzettel, oder mit aus ostdeutscher Sicht besonders dringlich erscheinenden Wünschen, zu Wort melden:
+ Zuerst und vor allem: einen „richtigen“, vielleicht einmal nicht bayrischen Verkehrsminister, der sich für alle Verkehrsträger, nicht zuletzt für die Schifffahrt, interessiert und sich für ihren sinnvollen Einsatz im Nah- und Fernverkehr, nach Maßgabe ihrer Möglich­keiten und Pro­bleme, einsetzt – dies kann nur bedeuten, das Ziel der Entlastung der Straßen endlich ernst zu nehmen, die Bahn, soweit sinnvoll und machbar, auszubauen, vor allem aber die Voraussetzungen für eine nachhaltige Steigerung des Modal-Split-Anteils der Binnenschifffahrt zu schaffen.
+ Dazu Staatssekretäre, die eine derartige Politik aktiv mittragen und deren Engagement sich nicht in wohlfeilen Sonntagsreden und falschen Versprechungen erschöpft;
+ Somit also eine Verkehr-, insbesondere eine Schifffahrtspolitik, die nicht mehr allein auf einseitig rheinisch fixierte Fachabteilungsebene gemacht wird;
+ wobei „Regionalentwicklung“ nicht länger nur ein Fremdwort sein darf, will sagen, dass regionale Entwicklungsbedürfnisse von Wirtschafts­unter­nehmen auch mittlerer bis kleinerer Größen­ordnung gewürdigt werden, die ebenso wie die ganz großen auf rationelle Transportmöglichkeiten – z.B. auf dem Wasser! – ange­wiesen sind – dies ist eine überaus bedenkliche Entwicklung der letzten Zeit – nicht nur im Osten, aber dort besonders deutlich erkennbar;
+ Investitionsentscheidungen im Bereich der Bundeswasserstraßen also  bitte nicht mehr nur nach ideologischen Festlegungen – nach dem Trivial-Motto „Wo heute nichts geht, da wird auch morgen nichts kommen, also kein Ausbau notwendig“ -, sondern nach realen regionalen Bedürfnissen;
+ Es muss endlich Schluss sein mit der jahrelangen grotesken Situation, zugeteilte Finanzmittel in erheblicher Höhe verfallen lassen, weil man von einer vorgefassten Ideologie nicht ab­weichen möchte und weil man angeblich keine Planungs­kapazitäten verfügbar hat;
+ Hierzu die Anmerkung: Es wäre gut, wenn trotz verordneter (rheinischer) Zentralisierung die volle Arbeits­fähigkeit der Wasser­straßenverwaltung bald wieder hergestellt und die hohe regionale Kompetenz der Wasser- und Schifffahrtsämter wieder verfügbar wäre.
+ Wünschen wir also der neuen Regierung einen baldigen tat­kräftigen Start, und wünschen wir uns, dass sie, wie immer sie aus­sehen wird, die Verkehrspolitik nicht nur als wohlfeile Verhand­lungs­masse, sondern als zentrale gesellschaftliche Aufgabe begreift.

Auch der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e. V. (BDB) bemängelt in seiner Pressemitteilung zum Ergebnis der Sondierungsgespräche für eine neue Bundesregierung, dass „die Transport- und Logistikbranche als integraler Bestandteil der Wertschöpfungskette in dieser Unterlage de facto nicht stattfindet“. Weiter heißt es: „Wir vermissen Antworten auf die Frage, wie der Güterverkehr der Zukunft mit seinen beständig wachsenden Transportmengen in ökonomisch sinnvoller und ökologisch verantwortungsvoller Weise gestaltet wird, gerade hier kann der umweltfreundliche Verkehrsträger Binnenschifffahrt einen überaus wertvollen Beitrag leisten. Vor dem Hintergrund der hohen volkswirtschaftlichen Bedeutung der Logistikbranche hätten wir erwartet, dass bereits auf Sondierungsebene erste konkret greifbare Absichten präsentiert werden, die dann in den folgenden Koalitionsverhandlungen vertieft würden.“

Deutschland als Industrieland und Exportnation sei auf einen leistungsfähigen und international wettbewerbsfähigen Transportsektor angewiesen. Die Herausforderungen hätten die Sondierer genannt. Leider lieferten sie jedoch keine greifbaren Hinweise zu den künftigen Rahmenbedingungen, z.B. zum Ausbau der Bundeswasserstraßen, zum Abbau des enormen Mangels an Fachplanungspersonal in der bundeseigenen Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, zur Vernetzung der Verkehrsträger oder zur Unterstützung für innovative und emissionsarme Antriebe und Kraftstoffe in der Schifffahrt.

„Insgesamt kann das Ergebnis der Sondierungen nicht befriedigen, das Papier ist ein rückwärtsgewandtes Bekenntnis, das die Antworten auf die großen Herausforderungen vermissen lässt. Das deutliche Bekenntnis von CDU/CSU und SPD zu den Klimazielen 2020, 2030 und 2050 ist erfreulich. Es hätte dann aber nahe gelegen, eine programmatische Aussage für eine Verlagerung von mehr Verkehr auf Schiff und Bahn zu treffen, die bekanntlich besonders umweltfreundliche Transportmittel mit extrem niedrigen Emissionen an Klimagasen darstellen.“ so BDB-Präsident Martin Staats.

Proteste gegen Schiffsdiesel in Berlin
Passend zum Thema Luftreinhaltung hat der Rundfunk Berlin/Brandenburg (rbb) in der „Berliner Abendschau“ die Proteste von Anwohnern der Havel in Spandau aufgegriffen, die am Jahresanfang gegen die Abgase der Schiffsdiesel beim An- und Ablegen sowie während des Liegens an der Schiffsliegestelle protestieren. Zwar gibt es die Liegestelle schon seit Langem, aber die Bedeutung der Luftreinhaltung ist insbesondere in der letzten Zeit stark gestiegen, wo über den Betrieb von Dieselfahrzeugen in der Innenstadt laut nachgedacht und über entsprechende Klagen entschieden wird. Der Berliner Senat hat das Thema prompt aufgegriffen und will sich für die verbindliche Nutzung von Stromzapfstellen während der Liegezeit einsetzen. Da es sich um Bundeswasserstraßen handelt, sind die Möglichkeiten des Senats begrenzt. Über eine Bundesratsinitiative, die von Berlin ausgeht, soll die Luftverbesserung in der Stadt durchgesetzt werden.

Wassertourismus in Brandenburg
Zwei Maßnahmen betreffen den Sportbootverkehr in Brandenburg. Kurz vor Weihnachten 2017 ist die Schleuse Kannenburg, die Zugangsschleuse von der Havel zu den Templiner Gewässern wegen akuter Einsturzgefahr vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde gesperrt worden. Nun wird ein Neubau der Schleuse erwogen, der möglichst bald kommen soll. Man geht von einer Sperre der Durchfahrt von drei Jahren aus.
Hingegen bemüht sich nun die Gemeinde Marienwerder, den Werbellinkanal zwischen Oder-Havel-Kanal und Werbellinsee umgehend zu reparieren, damit dieser bald wieder genutzt werden kann. Bekanntlich musste der Kanal nach der Erneuerung wieder gesperrt werden, weil Wasser durch die Dämme ausgetreten ist, von dem zunächst niemand wusste, wo es herkommt. War der Damm undicht oder war es doch das gestiegene Grundwasser, das von unten gegen den Damm drückte ? Endgültig ist die Frage noch immer nicht geklärt, aber Marienwerder wird die Reparatur bezahlen, um nicht einen noch größeren Betrag an Fördergeldern für die Wiederherstellung des derzeit nicht befahrbaren Kanals zurückzahlen zu müssen.

22. Internationales Oder/Havel-Colloquium in Potsdam
Hochaktuell ist das Thema des 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums des Odervereins: „Binnen- und Küstenschifffahrt ist praktizierter Umweltschutz!“ Bereits im letzten Newsletter haben wir darauf hingewiesen. Jetzt steht auch der Termin. Das Colloquium wird am 19.06.2018 in der Industrie- und Handelskammer Potsdam stattfinden, wo der Verein schon einmal im Jahr 2009 ein Colloquium abgehalten hat.


Newsletter 11/2017  (86. Ausgabe)  18.12.2017

Mitgliederversammlung des Odervereins in Erkner
Zur ordentlichen Mitgliederversammlung hatte der Oderverein am 22.11.2017 nach Erkner eingeladen. Die Räume der IHK Ostbrandenburg boten den passenden Rahmen u. a. für die fachlichen Vorträge zur Binnenschifffahrtsentwicklung im Oderraum. Zunächst berichtete Hartmut Ginnow-Merkert, Vorsitzender des Vereins Unser Finowkanal e. V., zum Projekt Europäische Wasserstraße E 70 zwischen Klaipeda und Rotterdam. Mit Weichsel, Netze und Warthe sowie über die Oder hinweg zum Finowkanal und der Oder-Havel-Wasserstraße berührt die Wasserstraße die Wasserwege in unserer Region unter wassertouristischen Gesichtspunkten. Guido Noack von der IHK Ostbrandenburg stellte anschließend den Sachstand des INTERREG-Projekts EMMA zur Stärkung der Binnenschifffahrt im Ostseeraum vor. Neben den Befragungen der Wirtschaft in den beteiligten Staaten gibt es in Schweden und in Polen erfolgversprechende Versuche zur Einrichtung von Containertransporten mit dem Binnenschiff.
In diesem Jahr standen im Oderverein auch Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. Der bisherige Vorstand stellte sich zur Wiederwahl und wurde im Amt bestätigt. Für weitere vier Jahre bilden Gerhard Ostwald (Vorsitzender), Prof. Horst Linde (stellvertr. Vorsitzender) und Robert Radzimanowski den Vorstand des Odervereins.
Mit Bedauern nahm der Vorstand zu Kenntnis, dass das Mitglied Siegfried Scheffler, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sich aus persönlichen Gründen (Wegzug aus Berlin) verabschiedete und aus dem Verein ausscheidet.

22.Internationales Oder/Havel-Colloquium in Potsdam
„Binnen- und Küstenschifffahrt ist praktizierter Umweltschutz!“ Unter dieser zugegeben etwas provozierenden Überschrift soll das Colloquium im nächsten Jahr stehen. Aktuell wird allerorten die Verschmutzung der Luft diskutiert. Es werden alternative Antriebsarten gefordert, um die Ziele des Klimaschutzes zu erreichen. Wir kennen einen Verkehrsträger, der auf Grund seiner Ladungskapazitäten die Voraussetzungen für eine wesentliche Reduzierung der Schadgase erfüllen würde ! Gibt es einen Widerspruch zwischen Binnenschifffahrt und Naturschutz? Wie sieht es mit innovativen Fahrzeugen und neuen Antriebsarten in der Binnenschifffahrt aus? Welchen Beitrag können die Häfen leisten, um Umweltprobleme zu verringern? Diese Fragen sollen im Verlauf des 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums beantwortet werden. Als Ort für die Veranstaltung steht Potsdam fest. Der genaue Termin wird in den nächsten Tagen geklärt. Der Verein peilt Mitte Juni 2018 an.

Binnenschifffahrt auf der Oder
Professor Horst Linde, stellvertr. Vorsitzender des Odervereins, hat sich mit den schwierigen Fahrwasserverhältnissen auf der Oder beschäftigt und in ersten Skizzen Überlegungen angestellt, wie der Schifffahrt geholfen werden könnte. Der Leiter des Binnenschifffahrtsamtes in Wroclaw/Breslau ist an einer Diskussion der Vorstellungen von Professor Linde interessiert und hat um einen Gesprächstermin gebeten. Der Oderverein hat dafür den Januar 2018 vorgeschlagen. Der Termin soll jetzt konkretisiert werden.

Termine im neuen Jahr
a) Bitte beachten Sie die nachfolgende Einladung zu der Veranstaltung im Haus der Nordischen Botschaften in Berlin.

Perspectives for Inland Navigation and River-Sea-Shipping Markets

2nd Annual Joint Conference by the Baltic Sea Region Programme Project EMMA and the Chamber Union Elbe/Oder.
With the kind support of the Swedish Embassy.
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Wednesday, the 21st of February 2018
Conference Programme 12:30 – 18:00
Reception from 18:00
Venue: Nordic Embassies, Rauchstraße 1, 10787 Berlin, Germany
Registration and detailed programme: http://www.portblog.de/de/webforms/conference-registration-form/
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The conference is organised within the framework of the EMMA project which is funded by the Interreg Baltic Sea Region Programme 2014-2020. It aims to enhance inland navigation and to strengthen sectors’ voice on waterways in the Baltic Sea Region. The project was approved as flagship for the EU Strategy for the Baltic Sea Region by the EU Commission in the Policy Area Transport.
Two moderated panel discussions engaged by high level speakers from industry and policy will discuss the status quo, challenges and opportunities of inland navigation and river-sea shipping:
• Perspectives for inland navigation and river-sea shipping markets
• Inland navigation and river-sea shipping technology to meet navigational restrictions
Conference language is English.
A limited number of seats available only.
Registration is going to be confirmed on a first come first serve bases.

b) Der alljährliche Erfahrungsaustausch Wassertourismus – Charterboottourismus wird auch 2018 fortgesetzt und soll zum zehnten Mal wieder wie gewohnt am Mittwoch, 21. März 2018 ab 10:00 Uhr in der Orangerie in Oranienburg stattfinden, teilt die federführende Industrie- und Handelskammer Potsdam mit.
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                            Der Oderverein wünscht allen Leserinnen und Lesern des Newsletters

                      ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2018!

Eisschollen auf der Oder, Foto:RR


Newsletter 10/2017  (85. Ausgabe)  20.11.2017

Konferenz zur Zukunft der Oder in Wroclaw/Breslau

Auf dem Bild u.a. Bürgermeister Michael Böttcher ( Gemeinde Letschin), Staatssekretärin Ines Jesse (MIL Brandenburg) und Minister Thomas Webel (MLV Sachsen-Anhalt) Foto: Klaus-Peter W. Hinz

Am 16.11.2017 fand in Wroclaw/Breslau die schon seit Längerem geplante Konferenz zur Zukunft der Oder statt, zu der das polnische Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt, das Binnenschiffahrtsamt Wroclaw/Breslau, die Wojewodschaft Niederschlesien, die Technische Universität Wroclaw/Breslau und die Kammerunion Elbe/Oder (KEO) eingeladen hatte. Eine besondere politische Wertschätzung fand die Veranstaltung durch die Anwesenheit von Staatssekretärin Anna Moskwa aus dem Ministerium in Warschau sowie die Verkehrsminister aus Sachsen-Anhalt, Thomas Webel, und die Staatssekretärin aus dem Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg, Ines Jesse.

Der Leiter des Binnenschifffahrtsamtes in Wroclaw/Breslau, Dr. Jan Pys, setzt sich ganz besonders für die Wiederherstellung des Flusses Oder als Transportweg ein machte als Moderator der Veranstaltung am 16.11.2017 folgende Vorschläge:

  1. Analog zur Kommission für die Mosel, die von Deutschland, Frankreich und Luxemburg getragen wird, sollte an der Oder eine Kommission für die Oder eingerichtet werden, an der sich Polen, Deutschland und Tschechien beteiligen.
  2. Die Lobby für die Binnenschifffahrt auf der Oder soll in Brüssel mittels dafür gewonnener Parlamentarier verstärkt werden.
  3. Der Prozess der Wiederherstellung der Schifffahrt auf der Oder ist wirtschaftlich und wissenschaftlich zu begleiten.

In ihrer Pressemitteilung hat Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse für das Land Brandenburg die Bedeutung des Gemeinsamen Zukunftskonzeptes für den deutsch-polnischen Verflechtungsraum hervorgehoben. „Das Zukunftskonzept ist eine gute Grundlage um die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen und die Verkehrsverbindungen zu verbessern. Der Deutsch-polnische Verflechtungsraum liegt im Netz der europäischen Verkehrskorridore. Das eröffnet uns die Chance, mehr als bisher vom Seehafenhinterlandverkehr zu profitieren. Für uns ist es wichtig, den Güterverkehr von der Straße auf die Bahn und die Schifffahrt zu verlagern, denn die Transporte sind umweltfreundlich und kostengünstiger. Der vom Bund finanzierte Ausbau der  Oder-Havel-Wasserstraße und des Schiffshebewerks Niederfinow ist ein Schritt in die richtige Richtung“, führte Jesse in Wroclaw/Breslau aus.

Das Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt der Republik Polen (MGMZS) betonte in seiner Pressemitteilung: Das Treffen war eine Gelegenheit, die Herausforderungen und Chancen zu diskutieren, die mit der Entwicklung des Wasserweges für die Wirtschaft der Region verbunden sind. . . . Eines der Hauptthemen der Konferenz war die Entwicklung des intermodalen Verkehrs, der aus polnischer und ausländischer Perspektive eine Zukunft für die Oderregion darstellt. Die Veranstaltung endete mit der Unterzeichnung einer Erklärung „Initiative für die Oder“, die die Unterstützung der Regionen und die Erwartungen für die Entwicklung der Binnenschifffahrt auf der Oder ausdrückt.

In der Erklärung für die Oder vom 16.11.2017 heißt es unter anderem:

„Die Oder verbindet in unmittelbarer Weise Regionen in Polen, Deutschland und Tschechien und ist Teil eines europäischen Verkehrssystems, das nicht nur die Binnenschifffahrt umfasst, sondern ebenso den Zugang zu Seehäfen sicherstellt. Wir vertreten den Standpunkt, dass die Entwicklung der Oder, vor allem in den Grenzverläufen, für die wirtschaftliche Annäherung benachbarter Regionen und Staaten eine Schlüsselbedeutung hat. Es sei in diesem Zusammenhang darauf verwiesen, dass die Binnenschifffahrt nicht nur für den internationalen Warenaustausch einen wesentlichen Beitrag leistet, sondern ebenso eine nachhaltige Verbesserung touristischer Wertschöpfungsprozesse in den Regionen zu bewirken vermag. Gleichzeitig werden durch die Entwicklung von Wasserstraßenkorridoren und Binnenschifffahrt nicht nur  hohe Umweltstandards aufrechterhalten; sie werden sogar gefördert.

Unserer Ansicht nach sollten nationale staatliche Stellen im Rahmen der Umsetzung landespolitischer Zielstellungen und hinsichtlich der Entwicklung der Oder nachfolgend genannte, grundlegende Aspekte abwägen und berücksichtigen:

o   Realisierung von Investitionsvorhaben mit dem Ziel der Sicherstellung von Parametern, die einen barrierefreien Passagier und Warenverkehr ermöglichen;
o   Umsetzung des „Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Polen über die gemeinsame Verbesserung der Situation an den Wasserstraßen im deutsch-polnischen Grenzgebiet unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes, Abfluss- und Schifffahrtsverhältnisse;
o   Definierende Berücksichtigung der Oder als Bestandteil von internationalen Verkehrsnetzen und Projekten -TEN-V-Revision, Projekt Donau-Oder-Elbe-Kanal;
o   Schaffung günstiger Bedingungen für die Modernisierung von Binnenschifffahrtsflotten, sowie für die Geschäftstätigkeit von Unternehmen und Investoren im Binnenschifffahrtssektor im Einzugsbereich der Oder;
o   Stärkung der Wissenschaftskooperation im Bereich Studien und Untersuchungen zur Schiffbarkeit der Oder, sowie komplementärer Schifffahrtssicherheitssysteme;
o   Förderung der Zusammenarbeit zwischen binnenschifffahrtsspezifischen Bildungseinrichtungen.“

Der Oderverein steht zu der Gemeinsamen Erklärung und hat sie im Rahmen der Konferenz zur Zukunft der Oder am 16.11.2017 in Wroclaw/Breslau unterzeichnet.

Es wird ernst mit den Oder-Plänen
In einer weiteren Pressemitteilung vom 16.11.2017 berichtet das Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt der Republik Polen (MGMZS) über eine Konferenz zur Modernisierung des Wasserweges Oder, die am 06.11.2017 in Wroclaw/Breslau stattgefunden hat. Unter der Überschrift „Neue Chancen und Herausforderungen für die regionalen Behörden“ heißt es, dass zum ersten Male auf Karten die potenziellen Orte präsentiert wurden, die bis zur Mündung der Lausitzer Neiße von den Ertüchtigungsmaßnahmen profitieren würden. Die Veranstaltung wurde als Meilenstein in der Entwicklung des Wasserweges Oder angesehen. Die Ergebnisse der Modellierung der Wasserstraße Oder zeigten das Potenzial neuer Investitionsstandorte, heißt es weiter. Gegenstand der Analyse war der Oder-Abschnitt von Kedzierzyn-Kozle bis zur Mündung der Lausitzer Neiße. Die Identifizierung potenzieller neuer Wirtschaftsstandorte an der Oder eröffne eine neue Diskussionsstufe bei Vertretern von Kommunen und Unternehmen sowie den für die Investitionen zuständigen staatlichen Stellen. Dieser Dialog werde in den kommenden Monaten fortgesetzt, kündigt das MGMZS an.

Klimakonferenz in Bonn: Binnenschiff ist die Antwort für CO2-Reduktion im Güterverkehr
Bekanntlich fand in Bonn die Klimakonferenz der Vereinten Nationen mit 25.000 Teilnehmern statt, um Regelungen zu definieren, wie das im Rahmen der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris beschlossene Klimaabkommen durch die Unterzeichnerstaaten umgesetzt werden kann. Klar ist, dass auch der Güterverkehr einen Beitrag leisten muss, um den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), dem „Klimakiller Nr.1“, zu reduzieren. Allein in Deutschland wird, wie das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) ermittelt hat, der Güterverkehr bis zum Jahr 2020 voraussichtlich jährlich um 0,68 % auf 4,389 Mrd. t wachsen. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) stellt fest: Eine deutliche Verlagerung von Gütern auf die Wasserstraßen ist die effektivste Möglichkeit, um den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen im Transportsektor langfristig deutlich zu reduzieren.
Binnenschiffe sind für einen zuverlässigen, CO2-armen und äußerst lärmschonenden Transport von Güter prädestiniert. Ein 110 m langes Binnenschiff mit 2.500 t Ladungsmenge ersetzt mindestens 100 Lkw und trägt so auch entscheidend dazu bei, das Straßen- und Schienennetz zu entlasten. Die Vorzüge des „nassen Verkehrsträgers“ wurden immer wieder in Studien belegt. Das TREMOD-Modell des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2014 kommt zu dem Ergebnis, dass die Binnenschifffahrt 31 Gramm Treibhausgase pro tkm und damit 226 % weniger als der Straßengüterverkehr (101 Gramm pro tkm) emittiert. Auch der Energieverbrauch ist mit 0,44 Megajoule pro tkm sehr niedrig. Die Planco Consulting GmbH hat im Jahr 2007 in einem Vergleich der Landverkehrsträger außerdem herausgearbeitet, dass die Binnenschifffahrt auch im Hinblick auf lärmschonenden Transport mit 0,0 Cent Lärmkosten je tkm absolut vorbildlich ist. Auch eine ruhige Umgebung ist wichtiger Bestandteil eines lebenswerten Klimas.
Nötig ist eine zügige Umsetzung der Vorgaben des Wasserstraßenausbaugesetzes zur Schaffung einer soliden Wasserstraßeninfrastruktur und die Sicherung und Weiterentwicklung bestehender Hafenareale und deren hafenaffinen Nutzungen sowie der Verkehrsanbindungen von und zu den Häfen. Durch eine sinnvolle Einbindung der Binnenschifffahrt in intermodale Transportketten zur intelligenten Vernetzung mit anderen Verkehrsträgern eröffnen sich zusätzliche Potenziale, die es zu nutzen gilt. (Quelle BDB)

Kommentar: Der Oderverein steht voll hinter den Ausführungen des BDB. Es bleibt zu hoffen, dass eine neue deutsche Regierung nicht nur verbal hinter dem Klimaschutz steht, sondern auch wirklich handelt. Denn das ist bisher im Verkehrsbereich praktisch nicht geschehen. Arbeitsplätze in den herkömmlichen Technologien können nicht als Ausreden dienen, denn neue Arbeitsplätze würden bei geänderten Rahmenbedingungen geschaffen. Sollten die Politiker nicht zu einem gravierenden Wandel der Werte hin zum E-Lkw, zum Ausbau der Bahn und der Binnenschifffahrtswege bereit sein, wäre es ehrlicher wie US-Präsident Trump zu sagen: Wir machen beim Klimaschutz nicht mit.
Im nächsten Jahr steht das Thema Umweltschutz und Klimawandel auf der Tagesordnung des 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums. Wir werden Sie darüber informieren.


Das 21. Internationale Oder/Havel-Colloquium fand am 13. September 2017 in Schwedt/Oder statt.

Frau Ministerin Schneider (MIL) im Gespräch mit Herrn Ostwald (Oderverein) und Herrn Schumann (MIL), Foto: IHK Ostbrandenburg

Das Colloquium fand in Kooperation mit dem INTERREG Baltic Sea Region Project EMMA statt und wurde damit auch international aufgewertet.

Der Container und der Transport von Containern vorrangig mit dem Binnenschiff standen im Mittelpunkt des Colloquiums. Hier hat sich in den letzten Jahren viel entwickelt. Einige Binnenhäfen der Region planen neue Aktivitäten und auch im Seehafen Szczecin hat der Container eine bedeutende Position in der dortigen Umschlagtätigkeit gewonnen. Das Colloquium hat eine Bestandsaufnahme der jetzigen Situation vorgenommen und u.a. mit dem Beispiel Schweden neue Wege aufgezeigt.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Die Colloquiumsdokumentation wird derzeit erstellt und wird ist dann, wie gewohnt, hier auf der Seite des Odervereins zu finden.


Newsletter 09/2017  (84. Ausgabe)   26.10.2017

Mitgliederversammlung des Odervereins
Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung des Odervereins wird am 22.11.2017 in Erkner in der dortigen Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg stattfinden. In diesem Jahr stehen auch wieder Vorstandswahlen für die nächste vierjährige Amtsperiode an. Zum Fachprogramm der Mitgliederversammlung gehört ein Bericht von Hartmut Ginnow-Merkert, Vorsitzender des Vereins Unser Finowkanal, über das EU-Projekt Europäische Wasserstraße E 70. Zur E 70 gehören neben den Flüssen Netze und Warthe in Polen auch die Havel-Oder-Wasserstraße und der Finowkanal. Gäste sind gern willkommen.

Oderkonferenz am 16.11.2017 in Wroclaw/Breslau
Auf Initiative des Ministers für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt der Republik Polen, Marek Gróbarczyk, lädt das Generalsekretariat der Kammerunion Elbe/Oder zu einer regionalen Konferenz zur Oder am 16. November 2017 nach Wrocław ein.
Das Ziel der Konferenz ist es, polnische Wojewodschaften, deutsche Landesbehörden, die tschechische Region Mähren-Schlesien und Institutionen, die sich mit der Binnenschifffahrt an der Oder beschäftigen, zu einem gemeinsamen Austausch zusammen zu bringen.
In zwei Diskussionsrunden werden ausführlich die Erfahrungen und Pläne der Regionen zum Wassertransport auf politischer Ebene und die Möglichkeiten, die sich für die Wirtschaft ergeben, behandelt.
Zur Bekräftigung des Vorhabens, die Oder schiffbar zu gestalten, soll im Rahmen der Konferenz eine gemeinsame Vereinbarung zur Oder unterzeichnet werden. Dazu sind gerne alle Personen und Institutionen eingeladen. Der Oderverein wird auf der Konferenz vertreten sein.

Schiffshebewerk Niederfinow in Schweizer Zeitung
Im Rahmen des „Spektrums Deutschland“ hat die internationale Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) am 10. Oktober 2017 unter der Überschrift „Wo Frachtkähne Fahrstuhl fahren“ über den Neubau des Schiffshebewerks in der Havel-Oder-Wasserstraße in Niederfinow berichtet. Der verantwortliche Journalist lässt mehrere Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zu Wort kommen, darunter auch den Vorsitzenden des Odervereins. Fragen der Ökologie werden nicht angesprochen. Der Beitrag verweist jedoch darauf, dass der wirtschaftliche Nutzen umstritten sei. Dass zur Bestätigung dabei zwei der Region Brandenburg ferne Hochschulprofessoren zitiert werden, ist der Sache sicher nicht besonders dienlich. Immerhin dränge die brandenburgische Landesregierung auf einen weiteren Ausbau der Wasserstraße, heißt es unter Berufung auf Aussagen aus dem zuständigen Ministerium in dem Beitrag. Der Aspekt der Verlagerung von Güterverkehren auf das Binnenschiff zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung kommt leider zu kurz. Bei Interesse übermitteln wir Kopie des Beitrages aus der NZZ.

Einweihung des neuen Leercontainerdepots im Westhafen der BEHALA
Die Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH (BEHALA) baut ihr Logistikgeschäft weiter aus und stärkt den Logistikstandort Berlin. Staatssekretär Henner Bunde (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe) und Peter Stäblein, Geschäftsführer der BEHALA, eröffneten am 27. September 2017 gemeinsam das neue Leercontainerdepot im Berliner Westhafen. Damit trägt die BEHALA den rasant steigenden Umschlagzahlen Rechnung und schafft dringend benötigte Kapazitäten für das weitere Wachstum dieses einzigartigen innerstädtischen Logistikdrehkreuzes.

Das Containerterminal der BEHALA im Westhafen wurde im Jahr 2001 errichtet und in Betrieb genommen.Um dem hohen Aufkommen an Leercontainern gerecht zu werden und um eine langfristige Perspektive für weitere Mengensteigerungen im Terminal zu haben, errichtete die BEHALA in diesem Jahr im Westhafen ein neues Leercontainerdepot. Das neue Depot hat eine Fläche von 8.200 m² und eine Abstellkapazität von ca. 1.000 TEU. Es verfügt über einen 120 m langen Gleisanschluss und kann somit sowohl per LKW als auch per Bahn bedient werden. (Quelle BEHALA)


Newsletter 08/2017  (83. Ausgabe)  19.09.2017

  1. Internationales Oder/Havel-Colloquium am 13.09.2017 in Schwedt
    In Kooperation mit dem europäischen INTERREG-Baltic Sea-Project EMMA fand am 13.09.2017 das 21. Internationale Oder/Havel-Colloquium des Odervereins zum Thema „Container und Regionalentwicklung im Revier Oder/Havel/Elbe“ statt, an dem rund 60 interessierte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und dem Umweltschutz teilgenommen haben. Gastredner von besonderer Bedeutung war die Ministerin des Landes Brandenburg für Infrastruktur und Landesplanung Kathrin Schneider. Ebenso bedeutend war die Kooperation des Odervereins mit dem EMMA-Projekt zur Förderung der Binnenschifffahrt im Ostseeraum, die in ein Round-Table-Gespräch mit internationalen Gästen innerhalb des Colloquiums mündete.

Wie können wir die Binnenschifffahrt gemeinsam voranbringen? Das fragte die Ministerin im Rahmen ihres Grußwortes und nannte als Antwort drei Punkte:

  1. Der Ausbau der Häfen zu multimodalen Logistikknoten muss weiter gefördert werden.
  2. Die Wirtschaftsförderung Brandenburg erarbeitet eine Studie zu den Flüssen und Kanälen angepassten Schiffen.
  3. Die Digitalisierung kann zu Verbesserungen für die Schifffahrt beitragen. Dabei ist analog dem autonomen Fahren auf der Straße beispielsweise von einer virtuellen Betonnung der Fahrwege für die Schifffahrt auszugehen. Gemeinsam mit dem Land Sachsen-Anhalt arbeitet Brandenburg an einem Projekt an der Elbe dazu.

Für Ministerin Schneider ist der Wasserweg wichtig, weil die Wirtschaft ihn benötigt. Entsprechend hat sie sich in der Pressemitteilung ihres Ministeriums vom 13.09.2017 geäußert. Sie gratulierte dem Oderverein zum 25jährigen Bestehen in diesem Jahr, dessen Arbeit zeige, dass ein langer Atem in Schifffahrtsfragen notwendig sei.

In seiner Zusammenfassung ging der Vorsitzende des Odervereins, Gerhard Ostwald, auf fünf Punkte ein:

1.  Von Frau Ministerin Kathrin Schneider haben wir die Auffassung des Landes Brandenburg
zur Binnenschifffahrt gehört. Sie stimmt uns hoffnungsvoll.

  1. Die Diskussionsbeiträge im EMMA-Round-Table-Gespräch und die Beiträge der Vortragenden haben gezeigt: Containertransporte in Berlin/Brandenburg finden zurzeit auf der Bahn statt. Aber auch davon profitieren die Häfen.
  2. Die Beispiele aus Schweden und aus Polen zeigen, dass Containertransporte auf dem Wasser möglich sind, wenn die äußeren Bedingungen stimmen. In Schweden ist der Druck so groß, dass Alternativen zur Straße benötigt werden. In Polen gab es einen ersten Versuch für Containertransporte auf der Weichsel und trotz aller Bedenken war der Transport von Gdingen bis Warschau erfolgreich.
  3. Die Verkehrsinfrastruktur für den uneingeschränkten zweilagigen Containertransport wird bis 2023 gegeben sein.
  4. Schiffstypen für die Kanäle und Flüsse im Osten Deutschlands für den Containertransport sind entwickelt worden.

Sein Fazit: Somit bestehen auch im Revier Oder/Havel/Elbe gute Voraussetzungen, es erneut mit dem Schiffstransport von Containern zu versuchen.

Die Dokumentation der Veranstaltung wird in Kürze wieder auf der Homepage des Vereins unter www.oderverein.de erfolgen.

„Mehr Verkehr auf die Wasserstraße bringen“
Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat auf dem 21. Oder/Havel-Colloquium in Schwedt die Bedeutung der Binnenschifffahrt für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes hervorgehoben.
„Für uns ist es wichtig, Teile des zunehmenden Güterverkehrsaufkommens von der Straße auf die Binnenschifffahrt zu verlagern. Transporte auf dem Wasser sind umweltfreundlich, sicher und kostengünstig. Durch die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg verlaufen drei der europäischen Verkehrskorridore. Das eröffnet uns die Chance, mehr als bisher vom Seehafenhinterlandverkehr zu profitieren. Der vom Bund finanzierte Ausbau der Oder-Havel-Wasserstraße und des Schiffshebewerks Niederfinow ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber auch die Schiffbarkeit der Elbe muss verbessert werden. Das Gesamtkonzept dafür liegt vor. Jetzt kommt es darauf an, dass der Bund die notwendigen Vorhaben auf den Weg bringt. Ich halte die Elbe für geeignet, um in einem digitalen Testfeld zu zeigen, dass auch mit der Anwendung moderner Informationstechnik viel für die Binnenschifffahrt getan werden kann“,  sagte Ministerin Schneider.

Anfang des Jahres hatten der Bund und die Länder, durch die die Elbe verläuft, das Gesamtkonzept zur Nutzung und Entwicklung der Elbe (GKE) beschlossen. Das GKE gibt der Elbe eine langfristige Entwicklungsperspektive und ist ein Handlungsrahmen für die nächsten Jahre. Mit der Einrichtung eines digitalen Testfeldes entlang des Flusses ließen sich neue Systeme zur besseren Steuerung der Verkehrsabläufe oder Frachten und Transportbörsen erproben, die nach erfolgreichem Probelauf auch auf anderen Wasserstraßen zum Einsatz kommen könnten. Außerdem könnten sogenannte Watertrucks getestet werden. Dies sind schmale Schubverbände, die teilweise digital gesteuert, auch auf kleineren Wasserstraßen zum Einsatz kommen könnten. (Quelle Pressemitteilung des MIL v. 13.09.2017)

Blick nach Süddeutschland: 25 Jahre Main-Donau-Kanal
Im gleichen Jahr, als die Gründung des Odervereins erfolgte, ist auch der Main-Donau-Kanal für den Verkehr freigegeben worden. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt (BDB) schreibt dazu:

„Eine Würdigung der am 25. September 1992 für den Verkehr freigegebenen 171 km langen Bundeswasserstraße, die den Main bei Bamberg mit der Donau in Kelheim verbindet, ist mehr als angemessen, war der Kanal mit 32 Jahren Bauzeit schließlich ein wahres „Mammutprojekt“. Dies wird auch anhand der Tatsache deutlich, dass seitdem in Deutschland kein Wasserstraßenprojekt in annähernd dieser Größenordnung mehr umgesetzt wurde*. Im Schnitt werden seit 1992 jährlich 6,7 Mio. t Güter über den Kanal befördert – in der Spitze sogar knapp 9 Mio. t – womit die damaligen Erwartungen vor dem Bau deutlich übertroffen wurden. Der Kanal spielt im deutschen und europäischen Wasserstraßennetz insbesondere beim Transport von Massengütern wie Nahrungs- und Futtermitteln (28 % Anteil am Gütermix im Jahr 2016), Düngemitteln (16 %), land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen (15 %) sowie Eisen, Stahl und anderen Metallen (12 %) eine gewichtige Rolle.“

* Der Oderverein gratuliert zur damaligen Weitsicht, die leider in Ostdeutschland zurzeit fehlt. Bei aller Euphorie über die Erfolgsgeschichte Main-Donau-Kanal (MDK) hat der Verfasser der Pressemitteilung die Fertigstellung des Wasserstraßenkreuzes bei Magdeburg im Jahr 2003 vergessen, das ein mindestens ebenso großes Wasserstraßenprojekt war wie der MDK.

ERSTU mit neuem Generalsekretär

Für den im Juli 2017 verstorbenen Günter Hartkopf – der Newsletter hatte darüber berichtet – ist nunmehr vom Präsidium der Europäischen Fluss-See-Transport-Union (ERSTU) Dr. Wolfgang Hebenstreit zum neuen Generalsekretär berufen worden. Dr. Hebenstreit wird weiterhin Pressesprecher der ERSTU bleiben und das Generalsekretariat zusätzlich übernehmen. Der Oderverein wünscht Dr. Hebenstreit viel Erfolg für die neue Aufgabe und wird die Zusammenarbeit mit der ERSTU fortsetzen.


Newsletter 07/2017  (82. Ausgabe)  09.08.2017

  1. Internationales Oder/Havel-Colloquium am 13.09.2017 in Schwedt
    Es ist soweit: Nach längerer Vorarbeit ist das Programm für das 21. Internationale Oder/Havel-Colloquium fertiggestellt und kann versandt werden. Die Einladung mit dem Programm ist dem Newsletter beigefügt.

Auf zwei Besonderheiten weisen wir hin:

  1. Mit der Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Frau Kathrin Schneider, ist das Land Brandenburg hochrangig politisch vertreten.
  2. Das Colloquium findet in Kooperation mit dem INTERREG Baltic Sea Region Project EMMA statt und wird damit auch international aufgewertet.

Der Container und der Transport von Containern vorrangig mit dem Binnenschiff stehen im Mittelpunkt des Colloquiums. Hier hat sich in den letzten Jahren viel entwickelt. Einige Binnenhäfen der Region planen neue Aktivitäten und auch im Seehafen Szczecin hat der Container eine bedeutende Position in der dortigen Umschlagtätigkeit gewonnen. Das Colloquium soll eine Standortbestimmung sein und mit dem Beispiel Schweden neue Wege aufzeigen. Der Vorstand hofft auf viele interessierte Teilnehmer.
Noch ein Hinweis: Auf Grund der Kooperation mit dem EMMA-Projekt wird dieses Mal kein Teilnehmerbeitrag erhoben.

Stabilitätsleitfaden für Containertransporte
Passend zu dem Thema Container hat der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) im Juli eine Pressemitteilung veröffentlicht, die wir nachfolgend zitieren:

„Mit dem jetzt veröffentlichten „Stabilitätsleitfaden für den Containertransport in der Binnenschifffahrt“ haben die europäischen Dachverbände der Binnenschifffahrt EBU und ESO gemeinsam mit der ZKR und Aquapol ein praxisorientiertes und fundiertes Nachschlagewerk für Akteure in der Containerbinnenschifffahrt veröffentlicht. Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) war an der Erarbeitung des Werks als Mitglied der EBU beteiligt.

Mit der zunehmenden Containerisierung der Waren und dem sich seit Jahren positiv entwickelnden Containertransport in der Binnenschifffahrt sind die Anforderungen an die korrekte Berechnung der Stabilität stetig gewachsen, um einen sicheren Transport der Boxen über die Wasserstraßen gewährleisten zu können. Einige Unfälle wie der der „Excelsior“, die im Frühjahr 2007 eine Vielzahl Container verlor, was eine einwöchige Sperrung des Rheins zur Folge hatte, schärften weiter das Bewusstsein für die Notwendigkeit solider Kenntnisse in Stabilität.

Der Leitfaden vermittelt die notwendigen allgemeinen Kenntnisse, u.a. durch die Bezugnahme auf die einschlägigen Rechtsvorschriften und Standards zur Stabilität, speziellen Meldepflichten und freier Sicht. Ergänzend dazu wurden vom Binnenschifffahrtsgewerbe erarbeitete bewährte Praxisbeispiele aufgenommen, die die Stabilität, das Stauen oder die Logistikdienstleistungen in der Containerbinnenschifffahrt weiter verbessern können. Diese Beispiele, die mit Fotos und Skizzen anschaulich illustriert sind, gelten sowohl für die Zeit vor der Beladung als für den eigentlichen Lade- und Stauvorgang der Container sowie die Zeit während der Fahrt des Schiffs.“ (Quelle BDB)
Der Stabilitätsleitfaden steht in deutscher, englischer, französischer und niederländischer Sprache zur Verfügung und kann bei den an seiner Ausarbeitung beteiligten Verbänden und Institutionen bezogen werden.

Oderkonferenz im November in Wroclaw/Breslau geplant
Das polnische Ministerium für Meereswirtschaft und Binnenschifffahrt hat das Generalsekretariat der Kammerunion Elbe/Oder (KEO) um Partnerschaft bei der Organisation und Durchführung einer internationalen Oder-Konferenz gebeten, die am 16.11.2017 in Wroclaw stattfinden soll. Auf polnischer Seite wurde Dr. Jan Pys, Direktor des Binnenschifffahrtsamtes in Wroclaw, mit der Organisation beauftragt. Es ist das erklärte Ziel des Ministeriums, dass viele Gäste aus Wirtschaft und Politik an der Konferenz teilnehmen. Dazu wird das Ministerium entsprechende Save-the-Date-Einladungen auf politischer Ebene an die Verkehrsminister der Bundesländer im Oder-Raum richten. Selbstverständlich sollen auch Mitglieder der Verkehrsausschüsse des Deutschen Bundestages und der Länder entlang der Oder eingeladen werden. Der Oderverein wird in jedem Fall vertreten sein

Nachtrag zum Wassertourismus-Colloquium in Kostrzyn n.O./Küstrin
2010 fand das 14. Internationale Oder/Havel-Colloquium zum Thema Wassertourismus in Kostrzyn/Küstrin statt. Damals war es nur ein Wunsch, der jetzt Wirklichkeit wurde. Die in den Kriegskämpfen 1945 zerstörte einstige preußische Festung Küstrin mausert sich immer mehr zur Touristenattraktion. Mitte Mai dieses Jahres wurde nun eine neue Anlegestelle für Boote und kleine Schiffe direkt an der Oder eröffnet. „Kurs auf die Festung!“ waren die Plakate für die Feier überschrieben, mit der die Stadt die neue Attraktion unterhalb des Katte-Walls in Betrieb nahm.

Anleger an der Festung Küstrin, Foto:RR

Auch das polnische Fahrgastschiff „Zefir“, das regelmäßig auf der Oder zwischen Kostrzyn über Frankfurt(Oder) und Eisenhüttenstadt bis Krosno Odrzanskie/Crossen a.d.Oder unterwegs ist, legt jetzt direkt an der alten Festung an. (Quelle MOZ)

ERSTU-Generalsekretär verstorben
Mit großer Bestürzung haben wir die Nachricht aufgenommen, dass der langjährige Generalsekretär der mit uns partnerschaftlich verbundenen ERSTU European River-Sea-Transport Union, Günter Hartkopf, nach kurzer schwerer Krankheit am 17.07.2017 verstorben ist. Günter Hartkopf war uns als ausgewiesener Fachmann für die Binnenschifffahrt bekannt. Sein Einsatz für die ERSTU war vorbildlich. An der Jubiläumstagung Ende Juni im Berliner Westhafen hat er von der Krankheit gezeichnet schon nicht mehr teilnehmen können. Wir trauern mit der ERSTU und der Familie des Verstorbenen um den Verlust.


Newsletter 06/2017  (81. Ausgabe)  29.06.2017

21. Internationales Oder/Havel-Colloquium am 13.09.2017 in Schwedt
Das 21. Internationale Oder/Havel-Colloquium, das der Oderverein am 13.09.2017 in Schwedt/Oder veranstaltet, bekommt seinen letzten Schliff. Im Mittelpunkt steht das Thema Containertransport aus und in die Oderregion und die Frage, welche Rolle spielt bzw. kann der Transport mit dem Binnenschiff spielen. Die Internationalität des Colloquiums wird in diesem Jahr neben dem Blick auf den Nachbarn Polen um die Arbeit des europäischen EMMA-Projektes ergänzt und erweitert. Das Programm wird in Kürze fertiggestellt sein.

Abkommen zur besseren Schifffahrt an der Grenzoder in der Warteschleife
Vor mehr als zwei Jahren ist das deutsch-polnische Regierungsabkommen zur Grenzoder unterzeichnet worden. Der Oderverein hatte das Abkommen zum Thema des 20. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums am 23.06.2016 in Slubice gemacht. Doch passiert ist fast gar nichts, informiert jetzt der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Zierke.

„Zwei kleine Maßnahmen hat das Verkehrsministerium in zwei Jahren geschafft. Eine Schwachstellenbeseitigung bei Reitwein und Buhneninstandsetzung bei Frankfurt / Oder. Aber die so dringend benötigten Ausbauarbeiten an der Klützer Querfahrt und an der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße für die Schwedter Industrie sind nicht in Sicht, obwohl alle Beteiligten wissen, wie wichtig die Anbindung zur Ostsee über den Stettiner Hafen ist“, erklärt Stefan Zierke.

„In der Antwort meiner Anfrage an das BMVI ist außerdem zu erfahren, dass nun eine deutsch-polnische Arbeitsgruppe für die Stromregelungskonzeption eingesetzt werden soll. Ich frage mich, warum erst jetzt und was ist vorher passiert? Die Wirtschaft und die Brandenburgische Landesregierung machen Druck, aber werden nicht gehört. Zulasten unserer Region. Es braucht dringend mehr Personal und auch den Willen, um das Abkommen zügig umzusetzen“, so Stefan Zierke.

Auch Landrat Dietmar Schulze (SPD) kann nicht nachvollziehen, warum das Bundesverkehrsministerium hier nicht handelt: „Ich stehe im engen Kontakt mit der Schwedter Industrie, kenne die Zahlen und auch die Tonnagen, die übers Wasser transportiert werden. Das Transportpotential für die Wasserstraße ist aber deutlich höher und im Sinne der Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit brauchen wir den Ausbau an der Klützer Querfahrt und der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße“, so Dietmar Schulze.

Mit dem Abkommen wurde vereinbart, dass Ausbaumaßnahmen für die Fahrt von Küstenmotorschiffen zwischen dem Hafen Schwedt und der Ostsee im Bereich der Klützer Querfahrt durchgeführt werden. Ebenso wurde vereinbart, dass sich Deutschland mit bis zu 6.200.000 Euro an den Kosten für die Baumaßnahmen auf polnischer Seite in den Bereichen Dammscher See und Klützer Querfahrt beteiligt. (Quelle: Pressemitteilung des Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke)

Sanktionen und Reaktionen
Was hat der Getreidetransport mit dem Binnenschiff in Ostdeutschland mit den Russland-Sanktionen zu tun? Auf den ersten Blick nichts. Doch wenn man genauer hinschaut, sieht man die Auswirkungen der enormen Ausweitung der Getreideproduktion in Russland. Als Folge der Sanktionen gegen Russland im Zuge der Annexion der Krim hat Russland – sozusagen als Gegenreaktion – gegen teure Getreideeinkäufe auf dem Weltmarkt die Produktion von Getreide im Land, die seit 1990/1991 massiv zurückgegangen ist (landwirtschaftliche Flächen in der Größe der Bundesrepublik Deutschland sind stillgelegt worden), in den letzten Jahren wieder stark ausgeweitet. Mit der Folge, dass Russland seit 2016 mehr durch den Verkauf von Getreide am Weltmarkt verdient als mit Waffenkäufen, wie Spiegel online schreibt. Inzwischen zeigen die russischen Getreideexporte Wirkungen auf dem europäischen Markt. Getreide ist in Ostdeutschland nur noch schwer zu verkaufen und infolgedessen brechen auch die Transportmengen für die Schifffahrt ein. Wie wird der Markt reagieren? Ausgang offen.

Umweltfreundliche Antriebstoffe
Zur Verbesserung des Klimas und der Umwelt wird allerorts über den Ersatz des Gasöls als Kraftstoff für Binnenschiffe diskutiert. Lange Zeit war LNG (Liquid Natural Gas) als Alternative im Gespräch. Auf der Mitgliederversammlung der Europäischen Fluss-See-Transport-Union (ERSTU) wurde von Testprojekten in den Niederlanden mit dem GtL(Gas to Liquid)-Verfahren berichtet. Im Gegensatz zum LNG-Antrieb, der inzwischen auch beim Lkw zum Einsatz kommt, ist beim GtL-Verfahren keine Umstellung von Motoren erforderlich. Zusätzliche Investitionen entfallen also. Die Binnenschifffahrt wird ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das ist genauso sicher wie der Umstand, dass sich letztlich das wirtschaftlichste der umweltschonenden Verfahren für den Antrieb durchsetzen wird.

Internationales Wassertourismus-Projekt
In Zusammenarbeit mit der polnischen Region Kujawien-Pommern und dem litauischen Schifffahrtsforschungsinstitut NPPE in Klaipeda beteiligt sich der Verein Unser Finowkanal e.V. als deutscher Partner an dem soeben bewilligten EU-‚Watertour‘-Projekt entlang der Internationalen Wasserstraße E70.

Hauptziel des ‚Watertour‘-Projekts ist die Entwicklung geeigneter Maßnahmen und Systeme zur Harmonisierung des Wassertourismus zwischen den Ländern entlang dieser bedeutenden historischen Ost-West-Achse, deren Ursprung in der Notwendigkeit der einstigen preußischen Regierung bestand, Rohmaterialien und Fertigprodukte zwischen Berlin und den damaligen östlichen Provinzen zu transportieren. Die zentrale Rolle spielte hierbei der Finowkanal, über den vor mehr als einhundert Jahren Floßholz bis aus Russland für den Aufbau der Stadt Berlin und den Betrieb der Industrien geschleust wurde. Nicht zuletzt erwarten die am Projekt beteiligten Länder eine wirtschaftliche Belebung der Regionen an dieser wichtigen touristischen Binnenwasserstraße durch den Abbau von Informationsdefiziten und Reisehindernissen. Schon heute zeichnet sich ein großes Interesse der Wassertouristen an der Erkundung der jeweiligen anderen Abschnitte dieser bedeutenden Wasserstraße ab.

Der Verein Unser Finowkanal würdigt diese Zusammenhänge mit der Arbeit und dem Einsatz seiner ehrenamtlichen Mitglieder zum Erhalt des Finowkanals als schiffbare Wasserstraße sowie der an seinen Ufern noch vorhandenen Denkmale aus der Pionierzeit der deutschen Industrialisierung. (Quelle Pressemitteilung des Vereins Unser Finowkanal)


Newsletter 05/2017  (80. Ausgabe) 30.05.2017

 25 Jahre Oderverein
Mit einer Jubiläumsfahrt auf der „Leo Sympher“, dem Bereisungsschiff der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) hat der Oderverein am 09.05.2017 das 25jährige Bestehen des Vereins begangen. Der Verein wurde zwar bereits am 23.01.1992 in Frankfurt (Oder) gegründet, doch schien ein Termin im Mai sich besser für das Jubiläum zu eignen. Doch in diesem Jahr waren die Temperaturen Anfang Mai noch so frisch, dass die Fahrtteilnehmer überwiegend unter Deck blieben.
Von besonderer Bedeutung war die Beteiligung der polnischen Seite, die mit mehreren Teilnehmern aus Szczecin/Stettin und Wroclaw/Breslau vertreten war. Die deutschen und polnischen Teilnehmer sprachen sich für eine Intensivierung der Zusammenarbeit im Interesse des Schiffsverkehrs auf der Oder aus.
In seiner Rede führte der Vorsitzende des Odervereins, Gerhard Ostwald, aus:
„Wenn man sieht, mit welchen Ambitionen der Verein 1992 gestartet ist, dann war das schon beachtlich:
Da sollten der Regierende Bürgermeister von Berlin und der Brandenburger Verkehrsminister sowie zwei Wojewoden für den Beirat gewonnen werden.
Leider versandete diese Initiative im Laufe der Jahre genauso wie der gewünschte Ausbau der mittleren Oder – Letzteres sogar im wahrsten Sinne des Wortes.
Schon vor 25 Jahren wurde der schlechte Zustand der mittleren Oder zwischen Breslau und Warthemündung beklagt.
In seinem Rechenschaftsbericht zur ersten Mitgliederversammlung im November 1992 schlug der damalige Vorsitzende Peter Eichler einen Oder-Seitenkanal im Zuge der alten Oder zwischen Hohensaaten und Lebus bei Frankfurt (Oder) vor, um vor den Schwankungen der Wasserstände auf der Stromoder sicher zu sein und den Schiffsverkehr berechenbarer zu machen.
Auch das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17 war schon damals ein Thema. Die zügige Umsetzung wurde gefordert. Sie wissen, das Projekt ist bis heute nicht abgeschlossen, liegt aber sozusagen in den letzten Zügen. Genauso wie das neue Schiffshebewerk Niederfinow, das damals gefordert wurde und nun hoffentlich bald der Vollendung entgegen geht.
Aber ich will keinen ausschweifenden Rückblick oder eine lange Aufzählung der Ereignisse der vergangenen 25 Jahre vornehmen.
Lassen Sie uns auf die aktuelle Situation schauen und einen Blick nach vorn werfen.
Erfolge im Kampf um verbesserte Rahmenbedingungen für die Binnenschifffahrt sind genauso langsam zu erzielen wie die Schiffe selbst im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern unterwegs sind. Hier trifft das Sprichwort zu: Der Fortschritt ist eine Schnecke.
Die unselige Kategorisierung der Wasserstraßen mit der darin enthaltenen Priorisierung ist ein erheblicher Klotz am Bein für Verbesserungen an den ostdeutschen Wasserstraßen. Zwar sind im Bundesverkehrswegeplan 2030 kleine Maßnahmen an der HOW und der Ersatzneubau für die Schleuse Kleinmachnow enthalten. Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass auch die Finanzierung gesichert ist.
Doch es gibt zwei Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, die uns etwas zuversichtlicher in die Zukunft schauen lassen:
Da ist zum einen das deutsch-polnische Abkommen über die gemeinsame Verbesserung der Situation an den Wasserstraßen im deutsch-polnischen Grenzgebiet (Hochwasserschutz, Abfluss- und Schifffahrtsverhältnisse) vom 27.04.2015. Obwohl die Schifffahrt hier formal nur in Klammern gesetzt auftaucht, ist mit den im Abkommen vorgesehenen Maßnahmen eine Reihe von spürbaren Verbesserungen zu erwarten.
Zweitens ist mit einer veränderten Politik in Polen eine Situation entstanden, die hoffen lässt, dass die Binnenschifffahrt im gemeinsamen Wirtschaftsgebiet entlang der Oder eine neue Belebung erfährt. Einmalig in Europa gibt es in Polen ein Ministerium für die Binnenschifffahrt. Wenn das nicht ein deutliches Zeichen neuer Wertschätzung für den umweltfreundlichen Verkehrsträger ist!
Und es gibt noch eine positive Entwicklung: In Polen haben sich mit dem Verein „Mit der Oder in die Welt“ und der Initiative des schlesischen Wojewoden für ein Wasserstraßenforum zwei Gruppierungen gebildet, die der Entwicklung auf den Wasserstraßen neuen Schub vermitteln wollen. Darüber freuen wir uns sehr und hoffen dabei auf eine intensive Zusammenarbeit.
In seinem Bericht im November 1992 sprach Peter Eichler davon, dass wir noch zu unseren Lebzeiten erleben werden, dass 2.000-Tonnen-Schiffe auf der Oder verkehren werden. Also, ganz so optimistisch kann ich 25 Jahre danach beim besten Willen nicht sein. Uns würde schon genügen, wenn ein stabiler Schiffsverkehr auf der Oder und den Nebenflüssen und Kanälen eingerichtet werden könnte, der der verladenden Wirtschaft eine preiswerte und ökologische Alternative bietet.“

Auf der Homepage des Vereins ist ein Erinnerungsfoto eingestellt. Die Fachpresse wird noch über das Jubiläum berichten. Der Verein zum Jubiläum eine Pressemitteilung, ein Blatt zu den „Meilensteinen“ in der Geschichte des Vereins sowie eine Übersicht „Wofür stehen wir?“ herausgegeben, die wir Ihnen auf Wunsch gern in Kopie per Mail oder Briefpost übermitteln.

DB Port Szczecin entwickelt Containerverkehre
In einer gemeinsamen Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer und DB Port Szczecin am 18.05.2017 in Szczecin/Stettin berichtete der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens Pawel Wac über die Container-Feederverkehre von Szczecin nach Großbritannien, Norwegen, Litauen und Deutschland. Rund 90.000 TEU wurden 2016 in Szczecin von DB Port Szczecin umgeschlagen. Die Anlage hat eine Kapazität von 120.000 TEU. Zusätzlich wurden von DB Port Szczecin im Jahr 2016 rund eine Million Tonnen Stückgut am unternehmenseigenen Kai im Hafen umgeschlagen.

Containerverkehre und regionale Wirtschaftsentwicklung
Mit der Entwicklung der Containerverkehre im Gebiet von Oder und Havel und der Bedeutung für die regionale Wirtschaftsentwicklung wird sich das 21. Internationale Oder/Havel-Colloquium am 13.09.2017 in Schwedt/Oder beschäftigen. Es geht um eine Bestandsaufnahme und einen Ausblick in die zukünftige Entwicklung unter Berücksichtigung der Tatsache, dass immer mehr Güter in Containern befördert werden. Wie sieht es dabei mit dem Modal Split aus ? Kann die Straße immer mehr Güterverkehr aufnehmen? Oder ist nicht gerade auch die Binnenschifffahrt dafür prädestiniert, einen stärkeren Beitrag zu leisten ? Unter dem Gesichtspunkt der Verlagerung von Verkehren wird sich auch das europäische EMMA-Projekt mit den Plänen zu Inlandsschiffsverkehren mit Containern in Schweden präsentieren. Der Oderverein bitte alle Interessierten, sich den Termin vorzumerken.

Statuskonferenz zum Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“
Bundesverkehrs- und Bundesumweltministerium hatten am 17.05.2017 gemeinsam zur 2.Statuskonferenz zum Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ eingeladen. Nach den Vorträgen lässt sich passend zum nassen Thema sagen: Noch ist alles im Fluss. Bedenklich aber sind Aussagen, wie „Renaturierung wird besonders an Nebenwasserstraßen“ erfolgen und „Renaturierung geht vor Gütertransport“, was insbesondere vom BUND gefordert wird. 50 Millionen Euro jährlich will das Bundesverkehrsministerium für Maßnahmen des Blauen Bandes zur Verfügung stellen. Damit ist jedoch nicht der Wassertourismus gemeint, sondern es geht dabei ausschließlich um ökologische Projekte z. B. für Fischtreppen an Schleusen, zur Wiederherstellung von Auenwäldern usw. Bis 2020 sollen die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, weil heute das Bundesverkehrsministerium nicht für Umweltschutzmaßnahmen an den Gewässern zuständig ist. Für die Schifffahrt und den Wassertourismus ist dann die Erstellung des Förderprogramms, vor allem für Nebenwasserstraßen, wichtig, weil hier noch Einfluss auf die einzelnen konkreten Projekte genommen werden kann.


Newsletter 04/2017  (79. Ausgabe) 27.04.2017

Deutsch-polnisches Abkommen zur Oder
Zwei Jahre nach Unterzeichnung des deutsch-polnischen Regierungsabkommens in Warszawa/Warschau ist erstmals Bewegung in den Verwaltungen beider Staaten zu dem Thema erkennbar. Wie beim Deutsch-Polnischen Wirtschaftsgespräch am 20.04.2017 in Eisenhüttenstadt zu erfahren war, wird es in diesen Tagen und Wochen zu ersten Treffen auf Verwaltungsebene kommen. Auch die Bildung des im Abkommen vorgesehenen Gemeinsamen Ausschusses steht auf der Tagesordnung. Der Oderverein hofft, dass die Arbeit an dem Abkommen nun Fahrt aufnimmt.

Infrastrukturplanungen Polens für die Binnenschifffahrt
Das polnische Ministerium für Maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt hat ehrgeizige Ziele. Von derzeit 5 Millionen Tonnen Güter jährlich sollen bis 2020 20 Millionen Tonnen Güter jährlich auf der Wasserstraße transportiert werden. Das sagte Marcin Bialek vom Ministerium in Warschau beim Deutsch-Polnischen Wirtschaftsgespräch am 20.04.2017 in Eisenhüttenstadt. Als weitere Ziele nannte er die Aufwertung der Oder zur Wasserstraßen-Klasse IV und die Beseitigung der Engstellen an der Oder bis 2022. Politisch sei der Übergang der Wasserstraßen aus dem polnischen Umweltministerium in die Zuständigkeit des Binnenschiffahrtsministeriums vorgesehen. Zur Trassierung der Verbindung Oder/Donau werde eine Machbarkeitsstudie vorbereitet. Marcin Bialek verwies darauf, dass Polen dem Europäischen Übereinkommen über die Hauptbinnenwasserstraßen von internationale Bedeutung (AGN) beigetreten sei. Mit dieser Aufwertung der Wasserstraßen am Gütertransport sei auch das Interesse Polens am Oder-Spree-Kanal verbunden. So deutlich war die Interessenbekundung aus Warschau an der Verbindung der mittleren Oder mit dem europäischen Wasserstraßennetz bisher noch nicht zu vernehmen.

Neuorganisation der Wasserstraßenverwaltung und weitere Kategorisierungen
Der Umbau der Wasserstraßenverwaltung geht zügig voran. Neben der Zusammenlegung von Wasserstraßen- und Schifffahrtsämtern kommt es zur Revierbildung. Für den gesamten deutschen Oderabschnitt wird weiterhin das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde zuständig sein. Die Nebenwasserstraßen werden nicht mehr regionalbezogen verwaltet, sondern bundesweit. Allerdings kommt es zu Differenzierungen, erklärte Jochen Kies, stellvertretender Referatsleiter Wasserstraßenmanagement Binnen und Küste im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beim Deutsch-Polnischen Wirtschaftsgespräch am 20.04.2017 in Eisenhüttenstadt. Die Nebenwasserstraßen würden in die Kategorien N1 „Güternebenwasserstraßen“, N2 „Freizeitwasserstraßen“ und N3 „Naturnahe Wasserstraßen“ eingeteilt. Beispiele für diese Kategorisierung der Nebenwasserstraßen

Kommentar: Immerhin wird mit den „Güternebenwasserstraßen“ der Tatsache Rechnung getragen,     dass     es     auch weniger stark befahrene Wasserstraßen mit Güterverkehr gibt. Allerdings sind die Übergänge auch fließend. Von der „Freizeitwasserstraße“, z. B. dem Finowkanal, hin zur „Naturnahen Wasserstraße“ ist der Schritt nicht mehr groß, besonders dann, wenn durch den Ausfall einer Schleuse beispielsweise der Durchgangscharakter der Nebenwasserstraße nicht mehr bestehen sollte. Ist die Oder schon eine „naturnahe Wasserstraße“ oder doch eine Güternebenwasserstraße aus deutscher Sicht ? Was  bedeutet die Kategorisierung im Hinblick auf die Bereitstellung finanzieller Mittel ? Die neue Kategorisierung wirft eine Reihe von Fragen auf, denen man mit der einheitliche Betrachtung als Wasserstraße unter ökonomischen (Güterverkehr und Wassertourismus) und ökologischen (so umweltverträglich wie möglich) Gesichtspunkten entgehen könnte.

Oder-Spree-Kanal ist keine Nebenwasserstraße
Die Priorisierung des Bundeswasserstraßennetzes beruht auf Vorgaben aus dem Jahr 2004. Dass inzwischen neue Entwicklungen eingetreten sind, die mit den damaligen Zahlen nicht mehr übereinstimmen, zeigt der Oder-Spree-Kanal. Seit 2011 zeigt der Güterdurchgang an der Schleuse Wernsdorf eine Tonnage von rund 600.000 Tonnen jährlich. Mit dieser Menge wäre der Kanal in die Kategorie C einzustufen, was ihn auch für weitere Investitionen, zum Beispiel in den Ersatzneubau der Schleuse Fürstenwalde/Spree, interessant macht. Durch das Festhalten an der alten Kategorisierung rück auch der Schleusenneubau nach hinten. Es ist deshalb dringend notwendig, dass die Kategorisierung überarbeitet wird.


Newsletter 03/2017  (78. Ausgabe)  30.03.2017

Vor 70 Jahren: Deichbruch an der Oder bei Küstrin
Genau 70 Jahre ist es her, als in der Nacht des 22.03.1947 die Oderdeiche bei Reitwein und Küstrin brachen. Ursache waren extreme Eisversetzungen und Stauwasser. Binnen vier Tage lief das gesamt Oderbruch voll Wasser. Seit seiner Trockenlegung vor mehr als 250 Jahren liegt das Oderbruch mehrere Meter unter dem Oderpegel. Im harten langen Winter 1946/1947 war der Fluss weithin zugefroren. Das von Norden her stammende Eis bildete in der Flussbiegung bei Küstrin regelrechte Eistürme. Die stauten das von Süden her zufließende Wasser der Oder innerhalb kürzester Zeit an. Russische Flieger, die die Eisbarrieren aus der Luft her sprengen sollten, kamen zu spät. Genau vier Tage brauchte die Oder nur, sich in das gesamte Oderbruch zu ergießen. In der Tiefebene waren 60.000 Hektar überflutet. Erst am 09.04.1947 sank der Oderpegel. Die Überflutung des Bruchs forderte 14 Todesopfer sowie weithin verwüstete, ohnehin vom Krieg gezeichnete Dörfer. (Quelle rbb Studio Frankfurt v. 22.03.2017)

Makabrer Protest des BUND
Genau den Jahrestag des Deichbruchs vor 70 Jahren nahm die Umweltschutzorganisation BUND gemeinsam mit den GRÜNEN in Frankfurt (Oder) zum Anlass, gegen einen vermeintlichen Ausbau der Oder im Rahmen des deutsch-polnischen Regierungsabkommen zu protestieren. In dem Abkommen von 2015 wurde festgelegt, dass in der Grenzoder vor allem für den Einsatz von Eisbrechern eine mittlere Wassertiefe von 1,80 m an den meisten Tagen des Jahres gewährleistet bleiben soll. Da das gleichzeitig die Abladetiefe ist, die die Binnenschifffahrt für einigermaßen wirtschaftliche Transporte benötigt, vermutet der BUND, dass „der Eisbrechereinsatz nur vorgeschoben sei, um einen verdeckten Ausbau für die Güterschifffahrt zu ermöglichen“. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat auch dem Oderverein gegenüber mehrfach betont, dass der Fluss nicht ausgebaut werde. Bei den Arbeiten an den Buhnen und der Schwachstellenbeseitigung z. B. in Höhe Reitwein handelt es sich um die Wiederherstellung des früheren Zustands des Flussbettes. Ohne Regulierung durch die Buhnen ist der Hochwasserschutz nicht gewährleistet. Darauf verwies auch die IHK Ostbrandenburg in ihrer Pressemitteilung vom 21.03.2017. Es mutet durchaus makaber an, dass die Umweltschützer sich wohlwissend um die Folgen einer Untätigkeit an der Oder am Jahrestag einer Katastrophe gegen die Ziele des Hochwasserschutzes aussprechen. (Quelle Märkische Oderzeitung v. 23.03.2017)

Zukunft des Güterverkehrs auf Schiene und Binnenschiff in Ostdeutschland
In einer gemeinsamen Veranstaltung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und des Bundesverbandes der öffentlichen Binnenhäfen (BÖB) am 15.03.2017 wurde die Frage diskutiert, ob der Güterverkehr auf der Schiene und mit dem Binnenschiff in Ostdeutschland noch eine Zukunft haben. Aus den Vorträgen wurde deutlich: beide Verkehrsträger kämpfen in Ostdeutschland um Anteile am Modal Split und angesichts der Übermacht des Straßengüterverkehrs ein bisschen auch um das Überleben. Der Schienengüterverkehr leidet unter den Trassenpreisen und zahlreichen bürokratischen Auflagen, die aber wie bei der Überwachung der Fahrzeiten nicht oder kaum kontrolliert werden. Die Schieneninfrastruktur wird nur sehr langsam verbessert. Die Binnenschifffahrt hingegen leidet vor allem unter der schlechten Infrastruktur und könnte bei zügigem Ausbau der Engpässe weitaus mehr Güter auf dem Wasserweg transportieren. Die Vertreter des Schienengüterverkehrs betonten immer wieder, dass es keinen Wettbewerb zwischen Schiene und Wasserstraße gebe, sondern nur einen gemeinsamen Wettbewerb der beiden Verkehrsträger gegen den Straßengüterverkehr. Nur von dort könnte es zu Verlagerungen von Transportmengen kommen. Im Hinblick auf die Ziele des Klimaschutzes werde hier von der Politik viel zu wenig getan. Dem kann man sich als langjähriger Beobachter der Entwicklung des Güterverkehrs nur anschließen.

Container-Binnenschiffsshuttle in Schweden
Die schwedische Avatar Logistics plant einen Binnenschiffsshuttle auf dem innerschwedischen Fluss- und Kanalnetz. Nach bisherigen Informationen soll es sich um Leichterverkehre mit Containern zwischen dem Hafen Göteborg und Vänernsborg am südlichen Ende des Sees Vänern handeln. Die knapp 90 km lange Route führt über den Fluss Göta alv und die Schleusen in Trollhättan bis nach Vänernsborg. Avatar will den Shuttle nach Möglichkeit noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen, um damit eine Alternative zum Straßengüterverkehr zu bieten. Der Oderverein plant für das nächste Oder/Havel-Colloquium am 13.09.2017 eine Darstellung von Containertransporten und regionaler Wirtschaftsentwicklung in der Region Oder/Havel/Elbe und sieht in dem schwedischen Projekt ein mögliches Vorbild für die Entwicklung in unserer Region. Der wissenschaftliche Leiter des Colloquiums, Prof. Horst Linde, hat bereits Kontakt zum schwedischen Unternehmen aufgenommen und die Zusage zur Teilnahme aus Schweden liegt vor. (Quelle DVZ-Brief v. 15.03.2017)

Ende des Braunkohlenumschlags in Königs Wusterhausen
Unter der Überschrift „Ein Hafen braucht Kohle“ hat die „Berliner Zeitung“ v. 29.03.2017 einen Bericht über das Ende des Braunkohlenumschlags im Hafen Königs Wusterhausen veröffentlicht. Brandenburgs größter Binnenhafen verliert damit auf einen Schlag einen jährlichen Umschlag von rund einer Million Tonnen. Zehn bis zwölf Kohle-Schiffe werden täglich abgefertigt. Für die übrigen Güter wie Zementrohstoffe, Hackschnitzel und Baustoffe sind es am Tag zwischen einem und drei Schiffen. Das zeigt die Dimension des Umschlagrückgangs für den Hafen. Wo sind die Alternativen? Die Hafenleitung hat entsprechende Pläne und erste Schritte umgesetzt. Container-Umschlag könnte eine Möglichkeit sein und wäre damit auch ein Thema für das nächste Oder/Havel-Colloquium am 13.09.2017.

Binnenschiffstransporte in Brandenburg und Berlin
Auf den Binnenwasserstraßen des Landes Brandenburg wurden 2016 insgesamt 3,64 Millionen Tonnen Güter befördert. wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg informiert, war das gegenüber 2015 ein Rückgang um 10,1 Prozent bzw. 409 Tausend Tonnen. In Berlin hingegen wurden 2016 insgesamt 3,6 Millionen Tonnen Güter befördert und damit etwa 1,5 Prozent mehr als 2015 (entspricht 52 Tausend Tonnen). Kohle, rohes Erdöl und Erdgas sind die stärkste Gütergruppe sowohl in Berlin ( fast 60 Prozent) als auch in Brandenburg ( 37,4 Prozent). Vieles hängt demzufolge von den jährlich erneut ausgehandelten Kontrakten der Energieerzeuger mit ihren Lieferanten ab. Wenn nun in absehbarer Zeit die gesamte Kohle wegbricht, wird es zu dramatischen Veränderungen im Gütertransport mit dem Binnenschiff kommen. In den Pressemitteilungen des Amtes für Statistik heißt es, dass der Containerumschlag bei der Güterbeförderung in der Binnenschifffahrt keine Rolle spielte und im Land Brandenburg nur eine geringe Rolle. Immerhin gibt es im Land Brandenburg einen Umschlag mit Containern. Wie das gesteigert werden könnte, auch das soll ein Aspekt des nächsten Oder/Havel-Colloquiums am 23.09.2017 sein. (Quelle Amt für Statistik Berlin-Brandenburg v. 29.03.2017)



Newsletter 02/2017
  (77. Ausgabe)  28.02.2017

Braunkohle-Ausstieg: Ende des Kohlezeitalters bringt gravierende Einschnitte für die Binnenschifffahrt
Am 24.05.2017 wird die letzte Charge im Heizkraftwerk Klingenberg nahe der Rummelsburger Bucht verbrannt, berichtet der Berliner „Tagesspiegel“. Was gut ist für die Berliner Luft und das Klima allgemein, das hat Nachteile für die Schifffahrt. Die gesamte Logistikkette für die Braunkohle aus der Lausitz per Eisenbahn, Umschlag im Hafen Königs Wusterhausen und Weitertransport auf Dahme und Spree per Schiff ist von einem Tag auf den anderen überflüssig. Immerhin rund 5000 Tonnen Braunkohle werden durchschnittlich an einem Werktag ins Kraftwerk transportiert. Sie fallen für den Umschlag im Hafen und für den Transport per Schiff weg. Sie durch andere Aufträge zu ersetzen ist sicher nicht leicht. Arbeitsplätze sind in Gefahr. Ein weiterer Nachteil könnte für die Fähren der BVG entstehen, wenn der ständige Eisaufbruch im Winter auf der Spree für die Kohletransporte entfallen sollte, von dem auch die Fährschiffe profitiert haben. Weitere Kohletransporte wird es nicht mehr geben, wenn im Jahr 2030 mit dem Kraftwerk Reuter West das letzte Berliner Kohlekraftwerk vom Netz gehen wird. Die Berliner Landesregierung hat den entsprechenden Antrag ins Parlament eingebracht.

„Jahr der Weichsel“ in Polen
Polen feiert 2017 das „Jahr der Weichsel“ mit zahlreichen sportlichen und touristischen Veranstaltungen. Erinnert wird an die Bedeutung der Weichsel für den Handel, der viele Städte entlang des Flusses reich gemacht hatte. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist ein fünftägiges Weichselfest, das im August 2017 in vier Städten entlang des Flusses begangen wird. Offizieller Anlass für das vom polnischen Parlament beschlossene „Jahr der Weichsel“ ist der 550. Jahrestag des Zweiten Thorner Friedens am 19. Oktober 1466, mit dem der 13-jährige Krieg zwischen den deutschen Ordensrittern und Polen-Litauen beendet wurde. Damals musste der Ordensstaat weite Teile seines Territoriums abgeben und so fiel auch der gesamte Flusslauf der Wisla (Weichsel) bis zur Mündung bei Gdansk (Danzig) an die polnische Krone. Damit wurde der mächtige Strom durchgehend schiffbar und es begann die „goldene Zeit des Weichselhandels“. Zur Erinnerung an den wichtigen Jahrestag wurde das Weichseljahr bereits im Oktober mit einem Festakt in Torun (Thorn) offiziell eröffnet.
Eine große Rolle spielten bis ins 20. Jahrhundert hinein die Flisacy genannten Flößer. Sie transportierten vor allem Holz aus den Gebirgen im Süden des Landes, aber auch Salz und andere Waren, über das Flusssystem der Weichsel bis zur Ostsee. Der Erinnerung an diese Tradition ist unter anderem eine „Königliche Floßfahrt“ vom 29. April bis 30. Mai gewidmet. Die einmonatige Reise mit historischen Flößen und Kostümen beginnt in Krakow und endet in Gdansk.
Höhepunkt des Jahres ist das Weichselfest vom 11. bis 15. August 2017, das in vier Städten der Woiwodschaft Kujawsko-Pomorskie (Kujawien-Pommern) geplant ist. Veranstaltungen finden in dieser Zeit der Hauptstadt Torun, dem Kurort Ciechocinek sowie in Nieszawa und Wloclawek statt. Besucher können dort verschiedene Schiffe besichtigen, die in früheren Jahrhunderten auf der Weichsel eingesetzt wurden und mit ihnen zu Ausflugsfahrten starten. Aus Frankreich werden Nachbauten historischer Schiffe von der Loire nebst ihren Besatzungen erwartet. Gemeinsam werden die polnischen und französischen Schiffe zu einer großen Parade über die Weichsel von Wloclawek nach Torun aufbrechen. Besucher erwartet zudem in allen vier Städten ein Markttreiben mit historischem Handwerk rund um die Schifffahrt und lokale Traditionen sowie ein regionales kulinarisches Angebot mit Wettbewerb um den „Besten Weichselleckerbissen“. Dazu gibt es abendlichen Feuerwerksinszenierungen vor der Flusskulisse.
Die Weichsel ist mit 1.047 Kilometern Polens längster Fluss. Von seiner Quelle auf rund 1.100 Metern in den Schlesischen Beskiden bis zur Mündung in die Ostsee verläuft er komplett auf polnischem Territorium. Das Mündungsgebiet besteht als Weichseldelta aus mehreren Haupt- und kleinen Nebenläufen. Das gesamte Einzugsgebiet der Weichsel umfasst knapp 200.000 Quadratkilometer. Die wichtigsten Nebenflüsse sind Dunajec, San und Bug-Narew rechtsseitig sowie Bzura und Brda (Brahe) linksseitig. Entlang des Flusses liegen touristisch interessante Orte wie Krakow, Warszawa, Torun, Malbork (Marienburg) und Gdansk. Die nicht regulierte Weichsel gilt als einer der letzten wilden Flüsse Europas. Am Oberlauf sowie den benachbarten Flüssen können Touristen an Floßfahrten teilnehmen, weite Strecken sind für Kajak- und Ruderboote gut erschlossen, im Gebiet des Weichseldeltas werden auch Hausboottouren angeboten. (Quelle „Das Polen Magazin“).

EMMA auch in Polen aktiv
Polen gehört mit fünf weiteren Partnerländern zu den Unterstützern des europäischen EMMA-Projekts zur Unterstützung der Verbesserung der Voraussetzungen für die Binnenschifffahrt. Im Finowkanal-Symposium am 24.02.2017 in Eberswalde berichtete Leszek Turowski vom Marschallamt Kujawien-Pommern in Torun/Thorn über die Bemühungen, Möglichkeiten zum Containertransport von Gdansk/Danzig nach Warszawa/Warschau auf der Weichsel aufzuzeigen. Als zuständige Behörde im Rahmen des EMMA-Projekts wird diese Frage gerade vom Marschallamt in Torun/Thorn untersucht. Selbstkritisch gab Turowski zu, dass Polen derzeit keine Wasserstraßen besitze, die internationalen Anforderungen genügen würden.

Konzept zum „Blauen Band“ von Bundesregierung beschlossen
Das Bundeskabinett hat am 1. Februar 2017 das Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ beschlossen. Damit wird die Bundesregierung verstärkt in die Renaturierung von Bundeswasserstraßen investieren und neue Akzente in Natur- und Gewässerschutz, Hochwasservorsorge sowie Wassertourismus, Freizeitsport und Erholung setzen.
Die Formulierung „Blaues Band“ ist angelehnt an das „Grüne Band“. Das Grüne Band, der ehemalige deutsch-deutsche Grenzstreifen, bildet mittlerweile einen wertvollen Biotopverbund durch Deutschland.
Ziel des Blauen Bandes ist es, durch Renaturierungsmaßnahmen an Bundeswasserstraßen einen Biotopverbund von nationaler Bedeutung aufzubauen. Unsere Flusslandschaften sollen wieder als Ganzes betrachtet, also nicht in Gewässerlauf, Ufer und Auen unterteilt werden. Damit wird die Gewässer- und Auenentwicklung in Deutschland einen neuen Qualitätsschub erhalten.
In Deutschland gibt es ein rund 2800 Kilometer langes Netz von sog. Nebenwasserstraßen, das nicht mehr oder nur noch in geringem Umfang für den Güterverkehr benötigt wird. Diese Fließgewässer haben aufgrund noch vorhandener naturnaher Gewässerstrukturen ein hohes ökologisches Entwicklungspotenzial. Aber auch im intensiv genutzten Kernnetz der Bundeswasserstraßen sollen Renaturierungsmaßnahmen als „ökologische Trittsteine“ für den Biotopverbund verwirklicht werden, wenn sie mit den verkehrlichen Zielen vereinbar sind. Dazu gehören zum Beispiel: Wiederanbindung von Altarmen und Flutrinnen, Wiederherstellung von Flachwasserbereichen, Abflachen des Ufers und Entwicklung von Nass- und Feuchtwiesen.(Quelle BMUB)
Kommentar: Aus Sicht des Odervereins besteht hier eine große Gefahr. Wenn ökologische Entwicklung den Rückbau von Schleusen und Infrastruktur bedeutet, dann ist nicht nur die Rest-Güterschifffahrt auf Nebenwasserstraßen bedroht, sondern auch der Wassertourismus. Gerade der Wassertourismus ist ein boomender Wirtschaftszweig, der nicht mit verschärften Umweltauflagen stranguliert werden darf. Hier das Augenmaß zu bewahren, wird die künftige Aufgabe von Regierung und Lobby-Verbänden sein.

Wirtschaftlichkeitsprüfung zum Finowkanal liegt vor
Zahlen zum Übernahmeprozess des Finowkanals beziehungsweise seiner Schleusen liegen jetzt vor. Über den Inhalt werden derzeit die Anrainerkommunen des Finowkanals informiert. Seit zwei Jahren befindet sich die Region, die Kommunale Arbeitsgemeinschaft (KAG) Finowkanal, in Gesprächen mit dem Bund. Dieser hatte der KAG angeboten, den Finowkanal samt seiner Bauwerke oder nur die Schleusen zu übernehmen. Aufgrund der damit einhergehenden Verantwortung und Verpflichtung stand für die KAG-Mitglieder im Laufe des Prozesses fest, vorerst nur um die Übernahme der Schleusen verhandeln zu wollen. Um die Tragweitebesser abschätzen zu können, hatte die Stadt Eberswalde Mitte des Jahres 2016 eine Wirtschaftlichkeitsprüfung in Auftrag gegeben. Diese Prüfung und auch eine Stellungnahme von der Kanzlei Dr. Heilmaier & Collegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, die den Verhandlungsprozess juristisch begleitet, liegen nun vor.
„Für die Übernahme der Schleusen in kommunaler Regie wird die Gründung eines Zweckverbandes empfohlen“, so Friedhelm Boginski, Bürgermeister der Stadt Eberswalde, der als KAG-Vorsitzender zugleich die Verhandlungen mit dem Bund führt. Weiterhin führt er aus, dass die Wirtschaftlichkeitsüberprüfung auf Annahmen beruhen kann, da die Rahmenbedingungen der Zukunft ungewiss sind. „Dennoch zeigt das Werk sehr deutlich, welche finanziellen Belastungen eine Übernahme bedeutet. Etliche Schleusen müssen in den kommenden Jahren saniert werden“, so Boginski. Entsprechend weist die Analyse Kosten in Millionenhöhe alle paar Jahre auf.
Die Stadt Eberswalde hat jüngst den Anrainerkommunen und den Stadtverordneten den aktuellen Stand vermittelt und die Werke zur intensiveren Auseinandersetzung zur Verfügung gestellt. Am 3. April 2017 findet das nächste Gespräch mit dem Bund statt, weshalb sich die verschiedenen Kommunen bis Ende März positionieren sollten. „Bis dahin benötige ich als beauftragter Verhandlungsführer eine verlässliche Aussage über die Richtung, in welche die Verhandlungen geführt werden sollen“, so Friedhelm Boginski. (Quelle Stadt Eberswalde)

Schifffahrtsschule an der Netze
Im Finowkanal-Symposium am 24.02.2017 in Eberswalde trug Grzegorz Nadolny von der Schifffahrtsschule in Naklo nad Notecia/Nakel an der Netze zur Ausbildung der Schifffahrtsberufe in Polen vor. Die Schule bestehe seit 70 Jahren, sagte er. Die Schule in Wroclaw/Breslau gebe es leider nicht mehr. Mit dem Schulschiff „Wladyslaw Lokietek“ (Tauchtiefe 80 cm) könne man alle Wasserstraßen in Polen befahren. Nadolny führte aus, dass man mit 1,30 m Tauchtiefe schon einmal Probleme auf der Netze bekommen könne, und sprach von sporadischen Verkehren auf der Netze mit Schwergut- und Übermaßtransporten. Abschließend machte er das Angebot für Konvoi-Fahrten von Sportbooten mit der „Wladyslaw Lokietek“ ab Potsdam über Havel-Oder-Wasserstraße, Oder, Warthe und Netze nach Bydgoszcz/Bromberg an die Weichsel.

Elbe-Allianz zieht um
Mit Wirkung vom 16.01.2017 hat der Vorstand der Elbe-Allianz beschlossen, die Leitung der Geschäftsstelle des Vereins (entsprechend Satzung §7) von der Handelskammer Hamburg an die Industrie- und Handelskammer Magdeburg zu übergeben.
„Im Namen des Vorstandes danke ich der Handelskammer Hamburg und insbesondere dem Leiter der Geschäftsstelle, Herrn Aßmann, und seiner Mitarbeiterin, Frau Zarse, für die langjährige Unterstützung bei der Vereinsführung. Weiterhin freue ich mich über die Bereitschaft der Handelskammer, die Arbeit unseres Vereins inhaltlich weiterhin aktiv zu begleiten“, führt der Vorsitzende der Elbe Allianz Stefan Kunze dazu aus.
Nach rechtlicher Prüfung des §1 unserer Satzung bleibt der Vereinssitz Hamburg. Lediglich der Gerichtsstand und Erfüllungsort verlagern sich auf Magdeburg. Aufgrund der langen Zusammenarbeit im Verein, die sich auch in der direkten Unterstützung des Regionalbüros des Elbe Allianz e.V. Magdeburg ausdrückt, ist der Vorstand sicher, dass die Geschäftsstelle auch in Zukunft in guten Händen liegt. (Quelle Elbe-Allianz)

Literaturhinweis
In der Reihe „Entdeckungen entlang der Märkischen Eiszeitstraße“ der Gesellschaft zur Erforschung und Förderung der Märkischen Eiszeitstraße e. V. ist das Heft Nummer 11 „Wasserwege und Bauwerke zwischen Havel und Oder“ aktualisiert und ergänzt neu aufgelegt worden. Es umfasst 84 Seiten mit zahlreichen Abbildungen und kostet 8 Euro (ISBN 0340-3718).



Newsletter 01/2017
  (76. Ausgabe)  24.01.2017

25 Jahre Oderverein
Am 23.01.1992 ist der Verein zur Förderung des Oderstromgebietes e. V., jetzt Verein zur Förderung des Stromgebietes Oder/Havel e. V., in Frankfurt (Oder) gegründet worden. Damit kann der Verein in diesen Tagen auf sein 25jähriges Bestehen zurückschauen. Von besonderer Bedeutung wurde in der Vereinsgeschichte die Organisation der internationalen Oder- bzw. Oder/Havel-Colloquien, von denen bis 2016 zwanzig stattgefunden haben. Die Colloquien haben wechselseitig in Deutschland und in Polen getagt und sich dabei den Fragen der Schifffahrt auf der Oder und ihren Nebenflüssen und Kanälen gewidmet. Drei Colloquien hatten den Wassertourismus im Mittelpunkt.
Der Oderverein wird die Oder als Wasserweg im Auge behalten und die Politik auf der deutschen wie auf der polnischen Seite immer wieder darauf ansprechen. Seit der Neuausrichtung der Politik in Polen hat die Wasserstraße Oder auch dort wieder an Bedeutung gewonnen. Das gemeinsame Ziel aller Freunde der Oder wird die Aufnahme des gesamten Flusses in die europäischen TEN-T-Netze bei der Neubewertung im Jahr 2022 sein. Daran wird der Oderverein in den nächsten Jahren mitarbeiten.

Gesamtkonzept Elbe
Nach mehr als einem Jahrzehnt des Stillstandes an der Elbe hat die Bund-Länder-Runde am 17. Januar 2017 das Gesamtkonzept Elbe beschlossen. Die durch das Beratergremium beteiligten Wirtschaftsverbände Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB), Elbe Allianz (EA), Kammerunion Elbe-Oder (KEO) und der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) begrüßen die Einigung mit großer Erleichterung. Die Wirtschaftsverbände würdigen die gemeinsame Arbeit mit Vertretern der Verwaltung von Bund und Länder sowie der Umweltverbände, Kirchen und der Tschechischen Republik im Beratergremium.
Zunächst stellt das Gesamtkonzept Elbe (GKE) einen Zwischenschritt dar. Hervorzuheben ist aus der Sicht der Elbe-Allianz und deren Vorsitzenden Stefan Kunze:

  1.        Alle Bundesländer haben dem GKE zugestimmt, damit auch Niedersachsen.
  2.        Die Elbe wird durchgängig von deutscher Grenze bis Geesthacht mit einheitlichem
    Unterhaltungsziel betrachtet (d.h. die ehemalige Unterscheidung Geesthacht – Dresden,
    Dresden – Deutsche Grenze ist hinfällig).
  3.        Es wird nicht mehr gefordert, dass jede Einzelmaßnahme, sondern Vorhaben (d.h.
    Summe von einzelnen Maßnahmen) symbiotische Wirkung haben sollen.
  4.        Das Ausbaumoratorium ist de facto vom Tisch.

Über das Gesamtkonzept wird sicher in der Fachpresse noch ausführlich berichtet werden. Der Oderverein begrüßt das Konzept als Grundlage für die weiteren Maßnahmen der Bewertung im Rahmen des deutschen Wasserstraßennetzes und der Finanzierung von erforderlichen Schritten der Unterhaltung des Flusses für die Schifffahrt.

Der Schlesische Kanal erfährt neuen Auftrieb
Bereits in den früheren 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts gab es Bestrebungen, die beiden Hauptströme in Polen, die Oder und die Weichsel, im Oberlauf zu verbinden. Es wurden Pläne für einen „Schlesischen Kanal“ zwischen Kedzierzyn-Kozle/Kandrzin-Cosel und Oswiecim/Auschwitz vorgestellt. Im Rahmen der Verbesserung der Schifffahrtsverhältnisse auf der oberen Weichsel wurden nun auch wieder die Kanalpläne aufgegriffen, auch deshalb, weil die Wasserscheide zwischen den Hauptströmen in Oberschlesien weniger als 270 m Höhe beträgt. Die Kosten für Schleusen und die Wasserversorgung des Kanals seien deshalb günstig, habe eine Machbarkeitsstudie ergeben. Am 11. und 12.05.2017 wird es in Oswiecim/Auschwitz zu dem Thema eine Konferenz geben, die vom Klaster Górnej Wisly organisiert wird. Darüber berichtet IWI Inland Waterways International in der Januar-Ausgabe.

9.Seenlandkongress in Leipzig
Im Rahmen der „Beach & Boat“-Messe in Leipzig wird am 16.02.2017 der 9.Seenlandkongress stattfinden, der sich mit der Entwicklung des Wassertourismus im Leipziger Umland und in der Lausitz befassen wird. Da die Lausitzer Seen eine starke Anziehungskraft für Wassersportler aus Tschechien besitzen, wird auch ein Referent von dort erwartet. Außerdem steht das Wassertourismus-Konzept des Bundesverkehrsministeriums im Fokus der Betrachtungen. Der Kongress findet im Rahmen der Messe statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es wird gebeten, die Eintrittskarte für die Messe (12 EUR) vorab über die Homepage zu buchen (www.beach-and-boat.de/seenlandkongress).

Erfahrungsaustausch Wassertourismus
Auf den auch in diesem Frühjahr wieder stattfindenden Erfahrungsaustausch Wassertourismus haben die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg hingewiesen. Die diesjährige Veranstaltung ist für den 21.03.2017 in der Orangerie Oranienburg, Kanalstr. 26 A, 16515 Oranienburg, von 10:00 Uhr bis 14:00 Uhr vorgesehen. Informationen und Anmeldungen über die IHK Potsdam.


Newsletter 10/2016  (75. Ausgabe) 14.12.2016

Neue Landesregierung in Berlin
Bereits während der Koalitionsverhandlungen zur neuen rot-rot-grünen Landesregierung in Berlin hat der Oderverein versucht, Einfluss im Hinblick auf eine verbesserte Wahrnehmung der Binnenschifffahrt zu nehmen. Das ist nur bedingt gelungen. Das Wort „Binnenschifffahrt“ wird im Koalitionsvertrag zwar vermieden, doch unter der Überschrift „Wirtschaftsverkehr“ ist folgender Passus enthalten: „Die Koalition wird ein neues Konzept für den Wirtschaftsverkehr (Citylogistikkonzept) erarbeiten. Innerstädtische Transporte sollen nach Möglichkeit gebündelt und auf umweltfreundliche Verkehrsmittel verlagert werden. Dazu gehört die Entwicklung von „Urban Hubs“ und die Belieferung auf der „letzten Meile“ mit Lastenfahrrädern, die schienenseitige Erschließung geeigneter Gewerbe- und innerstädtischer Logistikstandorte, sowie die Nutzung der Wasserwege für die Belieferung der Innenstadt. Um Behinderungen durch Lieferverkehre zu vermeiden, werden systematisch Ladezonen eingerichtet.“ Der Oderverein wird sich gemeinsam mit dem Institut für Land- und Seeverkehr der Technischen Universität um einen schnellstmöglichen Termin mit der neuen Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz Regine Günther bemühen.

Bei dieser Gelegenheit wird der Oderverein auf das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 verweisen, in dem die Verlagerung von Güterströmen von der Straße auf das Schiff und auf die Bahn ausdrücklich benannt wird. Die Stärkung der Binnenschifffahrt auf Berliner Gewässern ( z. B. Teltowkanal) findet ebenfalls Erwähnung im Programm. Einige Formulierungen im Koalitionsvertrag zeigen, dass sie vom Energie- und Klimaschutzprogramm übernommen worden sind. Insofern wird der Oderverein auch auf die Umsetzung des Programms dringen.

Annual EMMA Conference in Warschau
Auf den Termin hatten wir im letzten Newsletter hingewiesen. EMMA ist die europäische Initiative zur Verbesserung der Binnenschifffahrtsbedingungen im Ostseeraum. Dazu hab es in Warschau auch Beispiele aus Deutschland, Finnland und Polen mit den Vorstellungen der Häfen Schwedt und Szczecin sowie des Saimaa-Kanals. Im Oder-Panel versteckte sich Abteilungsleiter Reinhard Klingen aus dem Hause des Bundesverkehrsministers bezüglich der fehlenden Ertüchtigung der Oder hinter einem angeblichen Desinteresse der brandenburgischen Landesregierung und verwies auf Nachfrage zu einer unter Klimaschutzgesichtspunkten veränderten Verkehrspolitik des Bundes auf den im Bundesverkehrswegeplan 2030 vorgesehenen Ausbau der Schleusen im Neckar. Beides sind Belege für einen fehlenden Willen der Bundesregierung für stärkere Verbesserungen im Odergebiet.

Kegelrobben in der Oder ?
Mit dem Hinweis auf das angebliche Vorhandensein von Kegelrobben in der Oder wirbt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) um Spenden für den Erhalt der Natur an der Oder. Auf den Hinweis an die DUH, dass bisher noch niemand Robben in der Oder gesehen hat, erwiderte der Umweltverband, dass es Sichtungen von Robben im Stettiner Haff und in der Oder in Niederschlesien gebe. Während die von Fischern ausgerotteten Robben, die inzwischen unter Naturschutz stehen, sich im Haffgebiet wieder breit machen, ist die Existenz der Tiere in der Flussoder in Schlesien auf Grund der Niedrigwasser der letzten Jahre stark zu bezweifeln. Es besteht der Verdacht, dass hier mit einem Angriff auf die menschlichen Emotionen Politik gegen die Absichtserklärungen der polnischen Regierung zur Ertüchtigung der Oder gemacht werden soll.

Bundestagsabgeordnete setzen sich für Schleuse Kleinmachnow ein
Im Zuge der Beratungen des Bundesverkehrswegeplans 2030 ist es den Abgeordneten, zu denen Stefan Zierke (SPD) gehörte, gelungen, den vorgezogenen Ersatzneubau für die Schleuse Kleinmachnow in den vordringlichen Bedarf zu bekommen. Der Bund wird allerdings nur den Erhalt der bisherigen Ausmaße übernehmen. Eine Verlängerung der nördlichen Schleusenkammer muss von Dritten, zum Beispiel dem Land Brandenburg, übernommen werden. Immerhin zeigt das den Worten von Andrea Wicklein (SPD) zufolge, dass der Teltowkanal „entgegen den Behauptungen des Bundesverkehrsministeriums doch eine Bedeutung für die Binnenschifffahrt hat“. Das inzwischen von der Bundesregierung beschlossene Wasserstraßenausbaugesetz hat 11 laufende Vorhaben und 24 neue Vorhaben des vordringlichen Bedarfs aufgenommen.

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Der Oderverein wünscht allen Leserinnen und Lesern des Newsletters
ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr 2017!


Newsletter 09/2016  (74. Ausgabe) 15.11.2016

Mitgliederversammlung des Odervereins
Am 09.11.2016 fand im Berliner Westhafen die Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung des Stromgebietes Oder/Havel e. V. statt. Neben den Regularien gab es den Gastvortrag von Sebastian Dosch vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde zum Wassertourismus in der Region Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern. Ausgangspunkt war die Vorlage des Wassertourismus-Konzepts des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).
Dosch ging auf die Historie des Konzeptes, das im Sommer 2016 vorgelegt wurde, ein und beleuchtete die komplizierte Struktur von Verantwortlichkeiten, in der sich das Konzept befindet. Allein im Land Brandenburg beschäftigen sich fünf Ministerien mit dem Thema Wassertourismus. Ähnlich sei es auch auf Bundesebene. Vorgesehen sei die Mitzeichnung des Konzeptes durch das Bundeswirtschaftsministerium, die noch ausstehe. Das BMVI sieht sich in der Rolle des Leadpartners und strebe als Ziel einen eigenen Etat für die „Nebenwasserstraßen“ an.
Die Verknüpfung des Wassertourismus mit den Vorgaben und Aktivitäten des Bundes zum „Blauen Band“ berge Chancen und Risiken zugleich. Beim „Blauen Band“ stehen die Renaturierungsmaßnahmen für Flüsse im Vordergrund. Komme es zur Entwidmung als Wasserstraße, würden Motorsport- und Freizeitschifffahrt unmöglich gemacht werden. Dosch wies auf die Angebote des Bundes hin, über gemeinsame Runden von Ländern, Kreisen und Kommunen zusammen mit Vereinen und anderen privaten Initiativen zu einer Verständigung zu einzelnen Projekten im Rahmen des Wassertourismus zu gelangen. Es gebe Finanzierungszusagen des Bundes, wenn über den Umfang des Einbringens der übrigen Partner Einigung erzielt worden sei. Abschließend plädierte Dosch für ein baldiges Handeln an den betroffenen Flüssen und Kanälen, um nicht durch Untätigkeit dem Bund zu bedeuten, dass der Wille zur Umsetzung des Wassertourismus-Konzeptes nur gering ausgeprägt sei.
Der Vorsitzende des Odervereins, Gerhard Ostwald, beschränkte sich im mündlich vorgetragenen Bericht des Vorstandes auf die Situation am Oderstrom, der im Mittelpunkt der Vereinstätigkeit steht. Für die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bliebe die Oder trotz des Abschlusses des deutsch-polnischen Regierungsabkommens eine Nebenwasserstraße, an der außer den Zusagen im Abkommen keine Investitionen vorgenommen würden. Dem gegenüber stünden die Pläne der polnischen Regierung, ausgearbeitet vom Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt, die mittelfristig eine Ertüchtigung der Oder mit der Fertigstellung der Staustufe in Malszyce und der Planung für neue Staustufen vorsähen. Gespräche über die Wünsche der polnischen Seite habe es noch nicht gegeben, heiße es auf deutscher Seite.

Interesse für Binnenschifffahrt fördern
Im letzten Newsletter hatten wir berichtet, wie wenig Interesse die Binnenschifffahrt in der Verkehrspolitik Berlins findet. Zurzeit befinden sich die Koalitionsverhandlungen der möglichen neuen Landesregierung in der letzten Phase. Der Oderverein hat die Chance genutzt und in einem Schreiben an die drei Koalitionspartner auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Binnenschifffahrt ausdrücklich im Koalitionsvertrag zu nennen. Natürlich wissen wir, dass wir keine finanziellen Forderungen stellen können. Doch schon mit der Nennung der Binnenschifffahrt als gleichberechtigtem Verkehrsträger können wir auf Bundesebene auf die Bedeutung hinweisen, die die Binnenschifffahrt in Berlin hat. Die Bundesländer sind als Lobbyisten für die Schifffahrt unerlässlich, was in besonderem Maße das Beispiel Sachsen-Anhalt mit der Saale gezeigt hat.

Berliner Manifest auf der Boat & Fun 2016
Das Netzwerk Deutsche Wasserwege (NDW) setzt sich für den Erhalt der Wasserbauwerke für den Wassertourismus ein und hat in Ergänzung der Eberswalder Erklärung vom Februar 2015 und als Folge der Vorlage des Wassertourismus-Konzeptes des Bundesverkehrsministers ein „Berliner Manifest“ erarbeitet. Der Oderverein wird das Manifest mittragen, das anlässlich der Messe „Boat & Fun“ unter dem Berliner Funkturm am 24.11.2016 unterzeichnet und der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Der Wassertourismus ist ein wichtiger Teilaspekt der Binnenschifffahrt im Allgemeinen. Gerade im Oder-Spree-Kanal zeigt sich, dass Güter- und Sportbootschifffahrt einander gegenseitig bedingen, um gemeinsam für den Erhalt des Kanals und der Schleusenbauwerke einzutreten.

Annual EMMA Conference in Warschau
Der Oderverein ist in das EMMA-Projekt einbezogen, einer EU-weiten Initiative zur Verbesserung der Binnenschifffahrtsbedingungen im Ostseeraum. Beteiligt sind neben Deutschland die EU-Mitgliedstaaten Polen, Schweden, Finnland und Litauen. Betreut wird das Projekt im Rahmen der Kammerunion Elbe/Oder (KEO) u.a. von der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg. Jetzt wurde zur ersten Annual EMMA-Conference am 21./22.11.2016 nach Warschau eingeladen, wo das internationale Projekt weiter vorangebracht werden soll. Auf der Tagesordnung steht auch ein Oder-Panel in Anwesenheit des Staatssekretärs aus dem Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt Jerzy Materna.


Newsletter 08/2016  (73. Ausgabe) 29.09.2016

Mitgliederversammlung des Odervereins
Der Oderverein plant, die nächste Mitgliederversammlung am 09.11.2016, 15:30 Uhr, im Casino des Berliner Westhafens abzuhalten. Die Vorbereitungen laufen noch. Die offizielle Einladung erfolgt in Kürze. Bitte merken Sie bereits den Termin vor.

BDB informiert über Kennzahlen zur Branche
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) hat in seiner aktuellen Ausgabe des statistischen Faltblattes „Daten & Fakten“ erneut die wesentlichen Kennzahlen von Destatis, ZSUK und BAG zur Binnenschifffahrt zusammengetragen.
Durch die besonders lang anhaltenden Niedrigwasserperioden im vergangenen Jahr ging die Menge beförderter Güter in 2015 gegenüber dem Vorjahr von 228,5 Mio. t auf 221,4 Mio. t zurück (- 3,1 %). Die Verkehrsleistung betrug 55,3 Mrd. tkm, was einem Minus von 6,4 % im Vergleich zum Jahr 2014 bedeutet.
Die wichtigsten Wasserstraßenregionen waren auch 2015 das Rheingebiet mit 185,7 Mio. t, das Westdeutsche Kanalgebiet mit 39,4 Mio. t und der Mittellandkanal mit 21,7 Mio. t. Dahinter rangierten das Elbegebiet (19,1 Mio. t), Main (14,9 Mio. t), Mosel (10,8 Mio. t) sowie Neckar und Donau (je 5,7 Mio. t). Die ausgedehnten Niedrigwasserperioden wirkten sich auf fast alle Regionen aus und verursachten Tonnagerückgänge. Trotzdem wurden nicht nur im Elbegebiet (+ 3,2 %), sondern auch im Wesergebiet (+ 3,8 %), auf dem Küstenkanal (+ 4,8 %) auf den Wasserstraßen Mecklenburg-Vorpommerns (+ 11,1 %) sowie auf den Berliner Wasserstraßen (+ 2,1 %) mehr Güter verschifft als 2014. (Quelle BDB Presse)

Wassertourismus-Konzept des Bundes
Mit ungewohnter Dramatik beschreibt Hartmut Ginnow-Merkert vom Netzwerk Deutsche Wasserwege die Folgen des Wassertourismus-Konzeptes des Bundes, über das wir Newsletter mehrfach berichtet haben. Mit den Erfahrungen vom Netzwerk-Treffen im Sommer an der Lahn schreibt er:
„Was der Bund gerade mit den Wasserrevieren veranstaltet, ist die Spaltung in Habende und Nichthabende. Die einen „dürfen“ ihre Wasserreviere behalten, wenn sie sie dem Bund abnehmen. Die anderen bekommen ein „Blaues Band“ aufgepfropft, das in seiner Radikalität seinesgleichen sucht. Längst hat sich der Bund mit so genannten Umweltschützern verBÜNDet und versucht hier, Tatsachen zu schaffen, bevor noch die (konservative) Szene der Sportbootfahrer und Charterunternehmer sich zur Gegenwehr formiert.
Ich bin inzwischen dafür, dass wir für solche Pläne unsererseits unsere bisherige Zurückhaltung aufgeben. Dass wir unsere Forderungen wie bei der Übergabe der Eberswalder Erklärung deutlicher als bisher zum Ausdruck bringen. Wenn wir das jetzt nicht tun, werden uns scheibchenweise die Wasserwege abgenommen. Weg mit der Aller als schiffbares Gewässer! Weg mit der Lahn! Weg mit den Schleusen…“
Geplant sind deshalb Aktionen anlässlich der nächsten Bootsmessen in Berlin und Düsseldorf, die jetzt vorbereitet werden.

Masterarbeit zum Teltowkanal
Hat der Teltowkanal eine Zukunft ? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Masterarbeit eines TU-Studenten in Berlin, die Anfang September interessierten Fachleuten vorgestellt wurde. Der Teltowkanal ist Teil einer überregionalen Wasserstraßenverbindung zwischen Elbe und Oder, an der mit Königs Wusterhausen und Eisenhüttenstadt wichtige Häfen und zahlreiche weitere Umschlagstellen liegen. Insbesondere die so genannte Reststrecke des Teltowkanals, die bis 1989 nicht befahr war und danach leidlich wieder hergestellt wurde, ist in keinem guten Zustand. Der Ersatzneubau für die Schleuse Kleinmachnow ist ausgesetzt und mit dem fehlenden Ersatz für die zu kleine Schleuse Fürstenwalde/Spree an der Spree-Oder-Wasserstraße fehlt die durchgängige Befahrbarkeit der Wasserstraße mit wirtschaftlich einsetzbaren Fahrzeugen. Dr. Julius Menge von der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt machte deutlich, dass das Thema Binnenschifffahrt in Berlin wegen der Wohnungsbauproblematik in der wachsenden Stadt derzeit nicht auf der Tagesordnung steht und sich von der Politik niemand ernsthaft dafür interessiert. Das kann man bedauern oder ändern wollen. Zu Letzterem hat sich der Oderverein entschieden.

EMMA Bootstour von Schwedt nach Szczecin
Im Rahmen des EMMA-Projekts zur Untersuchung und Verbesserung der Binnenschiffahrtsbedingungen im Ostsee-Raum fand am 13.09.2016 eine Bootstour von Schwedt über die Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße, die Westoder, die Klützer Querfahrt und die Regalica nach Szczecin statt. Deutlich wurden in den Vorträgen während der Fahrt die unterschiedlichen Auffassungen der deutschen und der polnischen Seite zu den Zielen der künftigen Nutzung der Oder. Während die polnische Regierung eine Herstellung der Wasserstraßen-Klasse IV plant, um die Oder in das europäisch geförderte TEN-T-Netz zu bekommen, ist für die deutsche Wasserstraßenverwaltung die Oder eine Rest-Wasserstraße, in die nicht investiert wird. Unabhängig davon sollen die Baggerungen in der Klützer Querfahrt lt. Zusage aus Polen bis 2021 abgeschlossen sein und Anfang 2017 mit den Arbeiten an der Schwachstelle Reitwein begonnen werden. Für das ausgehandelte Stromregelungskonzept sollen lt. Wasserstraßenverwaltung weitere rechtliche Prüfungen zu Umwelt und FFH-Verträglichkeit erfolgen.
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Newsletter 07/2016  (72. Ausgabe)  24.08.2016

20. Internationales Oder/Havel-Colloquium in Slubice Das 20. Internationale Oder/Havel-Colloquium zum deutsch-polnischen Regierungsabkommen über Verbesserungen an der Oder hat in den Fachzeitschriften und auch in der Tagespresse Niederschlag gefunden. So haben die „Binnenschifffahrt“ und „Schifffahrt und Technik“ sowie die „Märkische Oderzeitung“ darüber berichtet. Sollten Ihnen die Beiträge nicht vorliegen, übermitteln wir auf Wunsch Kopie davon (E-Mail an info@oderverein.de).
Die Dokumentation des Colloquiums ist fertiggestellt und auf der Homepage des Odervereins unter Archiv einsehbar. Die Beiträge können bei Interesse auch heruntergeladen werden.

Bundesverkehrswegeplan 2030
Der Bundesverkehrswegeplan (BVWP) ist in der Zwischenzeit vom Bundesverkehrsminister veröffentlicht worden. Auf der Grundlage der zahlreichen Einwendungen sind zahlreiche Änderungen erfolgt, die jedoch nicht abschließend sind. Auch in der Oderregion sind Maßnahmen enthalten. Der Ausbau der Hohensaaten-Friedrichsthaler-Wasserstraße für Schiffe mit Abladung von 3,20 m ist unter Hinweis auf das deutsch-polnische Abkommen aus der Untersuchung ausgeschieden. Der Ausbau der Havel-Oder-Wasserstraße für Großmotorgüterschiffe mit 2,80 m Abladetiefe bleibt hingegen in der Übersicht enthalten. Auch der Neubau der Schleuse Kleinmachnow steht in der Übersicht der Vorhaben im Rahmen des BVWP. Hingegen wird bei der Schleuse Fürstenwalde/Spree nunmehr von einer Variante „Verlängerung der Schleusenkammer“ gesprochen. Auf Grund der Lage der Schleuse in einer Kurve und den damit entstehenden Mehrkosten für Uferabbaggerungen stellt sich die Frage, ob nicht der Ersatzneubau an der vorgesehenen Stelle östlich der vorhandenen Schleuse günstiger wäre.
Immerhin rund 9 % der für die Projekte im BVWP veranschlagten 270 Milliarden Euro (bis 2030) sind für Binnenschifffahrtsbauten vorgesehen, wobei wie auch bei der Straße und der Schiene der Erhalt vor Neubau geht.  9 % : das entspricht in etwa auch dem Anteil der Binnenschifffahrt an der beförderten Gütermenge in Deutschland. Das bedeutet zugleich: die Binnenschifffahrt erhält unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes nicht deutlich mehr aus dem Topf für die Verkehrsvorhaben. Das lässt erkennen, dass die Bundesregierung nicht wirklich eine Trendwende im Modal Split des Güterverkehrs einleiten will.
Die Stellungnahme des Odervereins zum Bundesverkehrswegeplan 2030 finden Sie auf hier

Neues Schiffshebewerk Niederfinow geht frühestens 2018 in Betrieb
Verzögerungen bei der Materiallieferung sollen der Grund dafür sein, dass das neue Schiffshebewerk Niederfinow (Gegenstand des 18. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums 2014 in Liepe) erst im Laufe des Jahres 2017 fertiggestellt werden kann. Dies war einer Pressemitteilung in den letzten Tagen zu entnehmen. Da der Probebetrieb mindestens ein halbes Jahr benötigt, wird mit der Inbetriebnahme des Hebewerks erst im Jahr 2018 zu rechnen sein.

Neustrukturierung der DG Move in Brüssel
Die Neustrukturierung der DG Move beschert der Binnenschifffahrt eine neue Ansprechpartnerin. Die Rumänin Daniela Rosca wird von Oktober an neue Chefin des Referats „Häfen und Binnenschifffahrt“. Sie leitete seit 2011 das Referat „Umweltfreundlicher Verkehr und nachhaltiger Nahverkehr“. Der bisher für Binnenschifffahrt und Häfen zuständige Referatsleiter, Dimitrios Theologitis, taucht im neuen Organigramm nicht mehr auf. Das künftig von Rosca geleitete Referat ist Teil des neustrukturierten Direktorats „Transport zu Wasser“, an dessen Spitze die Polin Magda Kopczynska steht. (Quelle DVZ-Brief)

Förderrichtlinie Innovative Hafentechnologien (IHATEC)
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat am 08.07.2016 im Bundesanzeiger eine Förderrichtlinie Innovative Hafentechnologien (IHATEC) veröffentlicht. Die Förderrichtlinie ist Teil des vom Bundeskabinett im Januar 2016 beschlossenen neuen Nationalen Hafenkonzeptes für die See- und Binnenhäfen. „Damit die Häfen ihre Schlüsselfunktion für die gesamte Volkswirtschaft im Kontext des stark anwachsenden Umschlagaufkommens weiterhin bewältigen können, soll das Förderprogramm IHATEC dazu beitragen, den Güterumschlag, die Abfertigung von Passagieren in den Häfen und den Zu- und Ablaufverkehr zu optimieren sowie die Umschlagsleistungen in den Hafenterminals zu erhöhen, den Verkehrsfluss zu verbessern und Staus und Engpässe auf und zwischen den Hafenterminals und an den Hafenstandorten zu vermeiden“, heißt es im Zuwendungszweck. Das Förderprogramm ist unter http://www.bmvi.de/SharedDocs/DE/Anlage/VerkehrUndMobilitaet/Wasser/foerderrichtlinie-ihatec.html  abrufbar.

BDB nimmt Stellung zum Entwurf für eine neue KV-Förderrichtlinie
Der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) hat Position zum Entwurf einer neuen Richtlinie zur Förderung des Kombinierten Verkehrs (KV) bezogen. Das Regelwerk soll die bisherige KV-Förderrichtlinie ablösen, die zum 31. Dezember 2016 außer Kraft tritt. Mit der Förderung wird das Ziel verfolgt, Verkehrsträger sinnvoll zu vernetzen und dabei Güter von der Straße auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Binnenschiff und Güterbahn zu verlagern. Dafür werden der Neu- und Ausbau von KV-Umschlaganlagen mit bis zu 80 % vom Bund bezuschusst. „Es ist sehr erfreulich, dass sich teils mehrere Jahre alte Forderungen des BDB und des Gewerbes in dem aktuellen Entwurf der KV-Förderrichtlinie wiederfinden. Ein Beispiel ist die Anerkennung von Pachtverträgen für Grundstücke, auf denen KV-Umschlaganlagen errichtet oder ausgebaut werden sollen. Damit erfolgt endlich eine Gleichstellung mit Eigentum und Erbbaurecht, was gerade in Hafengebieten deutliche Vorteile für den Kombinierten Verkehr bringt“, so BDB-Vorstandsmitglied Heinrich Kerstgens (Contargo GmbH & Co. KG). Sinnvoll ist außerdem, dass – wie in dem Entwurf vorgesehen – künftig bei der Ermittlung des volkswirtschaftlichen Nutzens und damit bei der Förderberechnung die Hälfte der zurückgelegten Strecken im europäischen Ausland berücksichtigt werden sollen. Damit haben Projekte in Grenznähe – vor allem an Wasserstraßen – eine bessere Chance auf Realisierung. „Auch durch die Aufnahme neuer Fördertatbestände wird künftig der Ausbau des Kombinierten Verkehrs und eine Verkehrsverlagerung auf saubere Verkehrsmittel wie das Binnenschiff erleichtert“, lobt Heinrich Kerstgens. So sind in dem Entwurf z.B. Abstellflächen für Ladeeinheiten sowie automatisierte Ausfahrschranken und Parkplätze, wenn sie im Zusammenhang mit der Umschlagfunktion der KV-Anlage stehen, zusätzlich anerkannt. (Quelle BDB Presse)

Wassertourismus-Konzept des Bundes
Über die Vorstellung des Wassertourismus-Konzepts des Bundes hat der Oderverein im letzten Newsletter informiert. Gegen die Trennung von Wassertourismus und Güterverkehr haben sich die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg ausgesprochen.
„Das Wassertourismuskonzept des Bundes stellt die touristischen Wasserstraßen ins Abseits.“ Das sagte Dr. Ulrich Müller, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs des Landes Brandenburg (LAG), zu dem kürzlich vorgelegten 28-seitigen Papier des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.
„Wir begrüßen grundsätzlich, dass das Ministerium die wirtschaftliche und die gesellschaftliche Bedeutung des Wassertourismus in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern anerkennt. Jedoch wurden in dem Konzept wesentliche Aspekte der gesamt- und regionalwirtschaftlichen Bedeutung des Wassertourismus vernachlässigt. Der Bund beruft sich ausschließlich auf den Verkehrsaspekt“, so Müller. Wassertourismus finde jedoch nicht nur auf dem Wasser statt. Er habe eine weitreichende Strahlfunktion in die Region, schaffe Arbeitsplätze und Lebensqualität – insbesondere im strukturschwachen ländlichen Raum. „Wir hätten uns gern an dem Konzept des Ministeriums beteiligt“, sagt Dr. Ulrich Müller. Güterschifffahrt und wassertouristische Nutzung sollten dabei nicht getrennt betrachtet werden. Die IHKs in Brandenburg fordern deshalb, das Wassertourismuskonzept zu überarbeiten. Kammern, Wirtschafts- und Tourismusverbände sowie die Bundesländer sollten dabei einbezogen werden. Das ist auch die Position des Odervereins. ___________________________________________________________________________

Newsletter 06/2016  (71. Ausgabe)  05.07.2016

20. Internationales Oder/Havel-Colloquium
Verhalten optimistisch zeigten sich die Teilnehmer des 20. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums am 23.06.2016 im Collegium Polonicum der Europa-Universität in Slubice. Das Abkommen, das am 27.04.2015 in Warschau unterzeichnet worden war und das 22.10.2015 in Kraft trat, könnte der Startschuss einer neuen engeren deutsch-polnischen Zusammenarbeit für die anstehenden Aufgaben sein, wurde sowohl von deutscher als auch von polnischer Seite betont.
Dazu gehört der Hochwasserschutz. Besonders für das Wintereis muss der Eisaufbruch für Eisbrecher gesichert sein. Dazu soll der Dammsche See bei Stettin durch Ausbaggerung den Abfluss des Wassers verbessern. „Die im Abkommen vorgesehene Ausbaggerung der Klützer Querfahrt, die Fluss-/Seeschiffen die Fahrt bis zum Hafen Schwedt/Oder ermöglicht, muss unbedingt vorgezogen werden“, forderte der stellvertretende Vorsitzende des Odervereins Professor Horst Linde vor knapp 50 Zuhörern.
Die Beseitigung der flachen Stellen auf der Stromoder wiederum würde weitaus verlässlicher als bisher für Großraum- und Schwerguttransporte sorgen. „Die Ladung ist vorhanden, die Binnenschifffahrt könnte sie übernehmen, wenn das Wasser auf dem Fluss das zulässt“, bekräftigte Robert Kopa von der BEST Logistics Sp. z o.o. in Stettin.
Dass Polen durchaus gewillt ist, der Binnenschifffahrt zu einer Renaissance auf der Oder zu verhelfen, zeigten die Ausführungen des Vertreters des polnischen Ministeriums für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt Przemyslaw Zukowski. Er stellte im Rahmen des Colloquiums konkrete Projekte für die Verbesserung im Flussgebiet der Oder vor, u. a. die längst überfällige Fertigstellung der Staustufe bei Malszyce (siehe auch folgenden Punkt des Newsletters).

Entwicklung der Binnenwasserstraßen in Polen
Die Wiedererlangung der internationalen Klasse für die Schiffbarkeit auf der Gesamtlänge der Oder und auf dem Abschnitt von Warszawa nach Gdansk auf der Wisla bis zum Jahre 2030 – das sind die Zielstellung der Pläne der Entwicklung der Binnenwasserstraßen in Polen in den Jahren 2019-2020 mit der Perspektive bis 2030. Die Grundlagen hierfür bereitet das Ministerium für Seewirtschaft und Binnenschifffahrt (Ministerstwo Gospodarki Morskiej i Żeglugi Śródlądowej) vor.
Zur Realisierung dieser Zielstellung wurden vier Prioritäten festgelegt:

  1. Erlangung der Internationalen Klasse für Schiffbarkeit der Oder-Wasserstraße und ihre Anbindung an das Netz der europäischen Wasserstraßen.
  2. Verbesserung der Bedingungen für die Schifffahrt auf der Wisla (Weichsel).
  3. Ausbau der Verbindung Oder-Wisła – Zalew Wiślany und Warszawa – Brześć.
  4. Entwicklung der Partnerschaft und Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Binnenwasserstraßen.

Durch die Verbesserung der Schiffbarkeit auf der Oder bis zum Jahre 2020 soll es möglich sein bis 20 Mio. t Güter zu transportieren. Die Modernisierung des Abschnittes auf der Wisła soll einen Transport von 7 Mio. t pro Jahr mit einer Steigerung bis zu 12 Mio. t pro Jahr bei weiterer Verbesserung der Schifffahrtsbedingungen ermöglichen.
Die Modernisierung der Binnenwasserstraßen in Polen soll neben der Erhöhung des Anteils der Binnenschifffahrt im Modalsplit der Verkehrsträger beim Transport, der Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der polnischen Seehäfen, der Aktivierung der Wirtschaft in den Einzugsgebieten der Oder und Wisla, der Verbesserung der Bedingungen für die Passagierschifffahrt und den Wassertourismus sowie des Hochwasserschutzes dienen.

(Quelle: „NEWSLETTER MORSKI“ vom 15.06.2016, www.PortalMorski.pl)

Von deutscher Seite kein verkehrlicher Ausbau der Oder vorgesehen
Die Bundesregierung strebt keinen verkehrlichen Ausbau der Oder an. Vielmehr werde dem Fluss im Entwurf des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ eine „hohe Bedeutung für den Aufbau eines Biotopverbundes von nationaler Bedeutung beigemessen“. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung (18/8337) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/8162) hervor. Aufgrund sehr geringer Transportmengen liege die Oder ohnehin weiter unterhalb der Schwelle, um ins Kernnetz der Bundeswasserstraßen eingeordnet zu werden, heißt es in der Antwort.

Die Grünen hatten sich in ihrer Anfrage auf Aussagen des polnischen Staatssekretärs Jerzy Materna bezogen. Materna hatte demnach angekündigt, ein am 22. Oktober 2015 in Kraft getretenes deutsch-polnisches Abkommen zur „Verbesserung der Situation an den Wasserstraßen im deutsch-polnischen Grenzgebiet“ nachzuverhandeln, um die Oder zu einer ganzjährig befahrbaren Wasserstraße auszubauen. Laut Antwort ist die polnische Regierung allerdings bisher nicht mit dem „Wunsch einer Nachverhandlung“ an die Bundesregierung herangetreten. Im Abkommen sei im Wesentlichen die Sicherstellung des „Eisaufbruches an der Grenzoder und die Eisabfuhr aus der Grenzoder in die Ostsee aus Gründen des Hochwasserschutzes“ geregelt. Darüber hinaus seien nur wenige weitere Maßnahmen im Abkommen direkt vorgesehen. Geplant sei zunächst, gemeinsam eine Stromregelungskonzeption zu erarbeiten und daraus dann weitere Maßnahmen abzuleiten.
In Hinblick auf grenzüberschreitende Auswirkungen eines von der Weltbank geförderten Projektes im polnischen Zwischenoderland seien keine Abschätzungen möglich, da zu dem Projekt „keine ausreichenden Detailangaben vorliegen“, schreibt die Bundesregierung. Sie gehe davon aus, dass die deutsche Seite von den polnischen Behörden „vor der Genehmigung der konkreten Vorhaben“ beteiligt werde, wenn „erhebliche grenzüberschreitende Auswirkungen nicht auszuschließen sind“, heißt es in der Antwort.
Damit bleibt die Bundesregierung mit ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage von Bündnis ’90/Die Grünen  im engen Rahmen des Abkommens, schließt Maßnahmen aber auch nicht aus, wenn von polnischer Seite derartige Wünsche herangetragen werden.

Neue revierbezogene Ämterstruktur der WSV steht fest
Die neue Ämterstruktur der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) steht fest, teilte das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in seiner Pressemitteilung vom 17.06.2016 mit. Die derzeit 39 Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter (WSÄ) werden zukünftig zu 17 Revieren zusammengeführt. Die neue Struktur ermöglicht der WSV, ihre Arbeit vor Ort noch stärker auf die Anforderungen des jeweiligen Reviers auszurichten. Die Einteilung der Reviere wurde in enger Abstimmung mit den Beschäftigten erarbeitet. Alle Standorte der jetzigen Ämter bleiben erhalten.
Die neuen Reviere sind wie folgt eingeteilt: Ems-Nordsee, Weser-Jade-Nordsee, Elbe-Nordsee, Nord-Ostsee-Kanal, Ostsee, Mittelrhein-Niederrhein, Oberrhein, Mosel-Saar, Neckar, Main, Main-Donau-Kanal/Donau, Westdeutsche Kanäle, Mittellandkanal/Elbe-Seitenkanal, Weser, Elbe, Spree-Havel und Havel-Oder.
Unter Leitung von Prof. Dr. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), wird die WSV nun die Einrichtung der revierbezogenen WSÄ vorbereiten. Dies erfolgt unter Einbindung der Revierverantwortlichen und der Beschäftigten. Die Umstellung auf die neue Struktur wird schrittweise im laufenden Betrieb umgesetzt.
Mit den Revieren 16 Spree-Havel und 17 Havel-Oder liegen zwei der 17 Reviere im Tätigkeitsbereich unseres Vereins. Der Oderverein begrüßt vor allem den Erhalt des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Eberswalde, das als Revier 17 Havel-Oder u. a. die gesamte Oder umfasst. Damit bleiben das Know how und die Kompetenz des Wasserstraßen- und Schiffahrtsamtes in diesem Bereich erhalten.

Bundesverkehrsminister legt Wassertourismus-Konzept vor
Mit Meerzugang an Nordsee und Ostsee, hunderten Flüssen, Kanälen, Bächen und Seen ist Deutschland Anziehungspunkt für Touristen und Wassersportler weltweit. Um die Zukunft von Wassertourismus, Freizeitschifffahrt und Wassersport langfristig zu sichern, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ein Wassertourismuskonzept entwickelt, teilt das Bundesverkehrsministerium in einer Pressemitteilung vom 01.07.2016 mit. Mit dem Konzept bekennt sich der Bund zu seiner Verantwortung als Eigentümer der Haupt- und Nebenwasserstraßen.
Zentrale Elemente des Wassertourismuskonzeptes sind:

  • Entwicklungskonzepte erarbeiten: Der Infrastrukturstandard der Reviere wird stärker auf die jeweiligen Nutzungsarten ausgerichtet. Dafür sollen Entwicklungskonzepte erarbeitet werden, um verkehrliche Aspekte, Freizeitnutzungen und Anforderungen von Wasserwirtschaft und Naturschutz zusammenzuführen und Länderinteressen zu berücksichtigen. Die Akteure vor Ort werden an der Erarbeitung beteiligt.
  • Haushalt Nebenwasserstraßen schaffen: Für die Freizeitwasserstraßen und Naturgewässer wird ein eigener Haushalt geschaffen. Damit wird das Konkurrenzverhältnis zu den Hauptwasserstraßen auch finanziell aufgelöst und neben dem Güterverkehr der touristische Nutzen als Kriterium für Investitionen eingeführt. Die haushälterische und organisatorische Umsetzung erfolgt im Zuge der Reform der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV).
  • Pilotregionen etablieren: Die Zuständigkeiten für Freizeitschifffahrt, Wassersport und Wassertourismus sind zwischen Bund und Ländern aufgeteilt. Um die Zusammenarbeit zu verbessern, sollen alternative Handlungskonzepte etabliert werden. Erste Gespräche zu Pilotregionen sollen mit Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern starten.

Das Wassertourismuskonzept können Sie unter nachfolgendem Link abrufen: www.bmvi.de/wassertourismuskonzept

Kommentar: Eine erste Durchsicht des 28seitigen Konzeptes lässt eine sehr allgemeine Auflistung dessen erkennen, was ein Wassertourismus-Konzept ausmacht. Das Konzept geht nicht in Details, sodass nicht deutlich wird, was sich daraus auf die ostdeutschen Wasserstraßen ableiten lässt. Immerhin werden Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg als Regionen genannt, in denen mit „Runden Tischen“ die Verfeinerung des Konzeptes umgesetzt werden soll. Die Nebenwasserstraßen, die auch dem Güterverkehr dienen, sollen erhalten und durchgängig befahrbar bleiben, heißt es in dem Konzept. Das würde bedeuten, dass auch die Schleuse Fürstenwalde/Spree durch einen Neubau ersetzt werden kann – eines Tages, denn über Fristen dazu enthält das Konzept keine Aussagen
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Pressemitteilung zu den Ergebnissen des XX. Colloquiums, Berlin, 24.06.2016

Oder/Havel-Colloqium in Slubice: Deutsch-polnisches Regierungsabkommen zur gemeinsamen Verbesserung an der Grenzoder auf dem Prüfstand

Verhalten optimistisch zeigten sich die Teilnehmer des 20. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums am 23.06.2016 im Collegium Polonicum der Europa-Universität in Slubice. Das Abkommen, das am 27.04.2015 in Warschau unterzeichnet worden war und das 22.10.2015 in Kraft trat, könnte der Startschuss einer neuen engeren deutsch-polnischen Zusammen-arbeit für die anstehenden Aufgaben sein, wurde sowohl von deutscher als auch von polnischer Seite betont.

Dazu gehört der Hochwasserschutz. Besonders für das Wintereis muss der Eisaufbruch für Eisbrecher gesichert sein. Außerdem soll der Dammsche See bei Stettin durch Ausbaggerung den Abfluss des Wassers verbessern. „Die im Abkommen vorgesehene Ausbaggerung der Klützer Querfahrt, die Fluss-/Seeschiffen die Fahrt bis zum Hafen Schwedt/oder ermöglicht, muss unbedingt vorgezogen werden“, fordert der stellvertretende Vorsitzende des Odervereins Horst Linde vor mehr als 40 Zuhörern.
Die Beseitigung der flachen Stellen auf der Stromoder wiederum würde weitaus verlässlicher als bisher für Großraum- und Schwerguttransporte sorgen. „Die Ladung ist vorhanden, die Binnenschifffahrt könnte sie übernehmen, wenn das Wasser auf dem Fluss das zulässt“, bekräftigte Robert Kopa von der BEST Logistics Sp. z o.o. in Stettin.
Dass Polen durchaus gewillt ist, der Binnenschifffahrt zu einer Renaissance auf der Oder zu verhelfen, zeigten die Ausführungen des Vertreters des polnischen Ministeriums für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt Przemyslaw Zukowski. Er stellte im Rahmen des Colloquiums konkrete Projekte für die Verbesserung im Flussgebiet der Oder vor.

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Newsletter 05/2016
(70. Ausgabe) 27.05.2016

20. Internationales Oder/Havel-Colloquium
Bereits mehrfach haben wir im Newsletter über das 20. Internationale Oder/Havel-
Colloquium am 23.06.2016 in Slubice berichtet. Inhalt des Colloquiums wird das
deutsch-polnische Regierungsabkommen zur gemeinsamen Verbesserung von
Hochwasserschutz an und Schifffahrt auf der Oder sein. Das gedruckte Programm liegt
vor und ist dem Newsletter beigefügt.
Inzwischen wissen wir, dass der Tag der Ratifizierung des Abkommens in Polen
im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden ist und damit das Abkommen auch in Kraft
getreten ist. Aus unbekannten Gründen ist die Mitteilung des polnischen
Außenministeriums an die deutsche Seite im deutschen Auswärtigen Amt mehrere
Monate liegen geblieben, bevor sie an das zuständige Fachministerium, das
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) weitergeleitet worden
ist. Doch wie heißt es? Ende gut, alles gut. Ob das wirklich der Fall ist, das hoffen wir im
Verlaufe des Colloquiums zu erfahren. Alle Leser des Newsletters sind herzlich
eingeladen.

Deutsch-Polnische Wassertourismus-Konferenz
Im Zusammenhang mit dem Jubiläum des Oder-Spree-Kanals und der
Wassertourismus-Konferenz am 10.05.2016 in Eisenhüttenstadt gab es am Vorabend
der Konferenz eine Bereisung auf dem Oder-Spree-Kanal mit dem Bereisungsschiff der
Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, der „Leo Sympher“, statt. Mit dem Schiff ging es
ober- und unterhalb der Doppelschachtschleuse in Eisenhüttenstadt über den Kanal und
natürlich auch zweimal durch die Schleuse, was allein schon sehr eindrucksvoll ist
aufgrund des Höhenunterschiedes von ungefähr 16 Metern. Die Kaimauern am Kanal
zeigten die Möglichkeiten für die am Kanal anliegende Industrie, das Schiff zu nutzen.
Zum Abschluss gab es noch eine Führung durch die Schleusenanlagen mit dem
Steuerstand für die Schachtschleuse.
Im Laufe der Konferenz wurden von polnischen und deutschen Teilnehmern die
vielfältigen Bemühungen aufgezeigt, den Wassertourismus entlang der Oder und auf
den angrenzenden Wasserstraßen zu entwickeln. Viel hängt dabei an den
Vermarktungsmöglichkeiten in beiden Ländern, die längst noch nicht ausgeschöpft sind.
Auf der anderen Seite müssen auch die Unternehmen verlässliche Bedingungen haben,
um ihre Angebote für den Nutzer planbar zu machen. Das betrifft vor allem den
Wasserstand der Oder, der unbedingt verbessert werden muss, wenn die
Wassertourismusangebote für Sport- und Fahrgastschifffahrt langfristig Erfolg haben
sollen. Link zur Zusammenfassung als Video (2:40 min)

Parlamentarischer Abend des BDB: Defizite an der Infrastruktur
Auf Missstände an der Infrastruktur von Flüssen und Kanälen machte der Präsident des
Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB), Martin Staats, anlässlich
des Parlamentarischen Abends am 12.05.2016 in Berlin aufmerksam. Was der Ausfall
auch nur einer baufälligen Schleuse für gravierende Folgen für die Wirtschaft und die
verladende Industrie haben kann, verdeutlichte der Vorstand der MSG anhand eigener
Erfahrungen in seinem Unternehmen am Beispiel der Schleusen Erlangen und
Kriegenbrunn am Main-Donau-Kanal. Er wies weiter darauf hin, dass die fehlenden
Ausbaumaßnahmen, etwa an der Donau, den Unternehmern in der Binnenschifffahrt im
vergangenen Sommer wegen des lang anhaltenden Niedrigwassers sehr viel Geld
gekostet haben.
Staats forderte von der Politik deshalb ein schnelles und energisches Handeln: „Das
‚Fahren auf Verschleiß‘ muss ein Ende haben: Mehr Geld für die Infrastruktur reicht
nicht aus – die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung braucht auch mehr qualifiziertes
Planungspersonal, um den Sanierungsstau aufzulösen und den Schiffsbetrieb aufrecht
zu erhalten. Der Erhalt des Vorhandenen muss dabei Priorität vor vorgesehenen
Ausbaumaßnahmen haben!“ Dem stimmten die Mitdiskutanten an diesem
Parlamentarischen Abend, Karl-Heinz Ehrhardt (Hafen Magdeburg), Gerd Deimel
(LANXESS), BMVI-Abteilungsleiter Reinhard Klingen und MdB Gustav Herzog (SPD),
uneingeschränkt zu. Durch Neuanstellungen in der Verwaltung, gezielter
Nachwuchswerbung und durch eine steigende Investitionslinie in der Infrastruktur soll
nun ein Kurswechsel erfolgen. (Quelle BDB)

Tagungen und Veranstaltungen
Zur 2. Tourismus-Tagung „Flüsse in der Region Lebuser Land – Perspektiven und
Hindernisse“ lädt der Vizemarschall der Wojewodschaft Lubuskie/Lebuser Land,
Romuald Gawlik, für den 13.06.2016, 09:30 Uhr bis ca. 13:00 Uhr, in den Säulensaal
des Wojewodschaftstages in Zielona Góra, ul. Podgorna 7, ein. „Unter Spezialisten und
eingeladenen Gästen aus der Tourismusbranche aus Deutschland und Polen sprechen
wir über die touristische Nutzung besonders der internationalen Wasserstraßen E70 und
E30, Hindernisse und Potenziale der Binnenschifffahrt und über Nutzungsmöglichkeiten
der bestehenden Infrastruktur der polnischen Flüsse“, heißt es in der Einladung. Als
Redner werden u. a. Jerzy Wcisla, Senator der Republik Polen, und ein Vertreter des
Ministeriums für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt zu Lösungen und
Perspektiven des Binnentransports und von Binnenwasserstraßen genannt.
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Newsletter 04/2016  (69. Ausgabe) 28.04.2016

125 Jahre Oder-Spree-Kanal
Am 01.05.1891 wurde der Oder-Spree-Kanal für den Verkehr freigegeben. Am kommenden Sonntag jährt sich das Ereignis zum 125. Mal. Über die vielen Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Jubiläum hat der Newsletter bereits berichtet.

Die Sonderausgabe der „Märkischen Oderzeitung“ zum Kanal-Jubiläum erscheint nun nicht wie vorgesehen am 30.04.2016, sondern aus organisatorischen Gründen erst am 14.05.2016.

Unter dem Titel “ Schifffahrt über den Berg: Von Geschichte und Entwicklung des Oder-Spree-Kanals“ ist aus Anlass des Jubiläums ein Taschenbuch erschienen. Autor ist Gordon Starcken, Mitarbeiter im Außenbezirk Fürstenwalde/Spree des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin. Das Buch kostet 20 Euro. Es ist auch elektronisch erhältlich. Im Werbetext des Buches heißt es:
„Der Wunsch nach einer schiffbaren Verbindung von der Spree zur Oder bestand schon seit Jahrhunderten. Von der Idee Kaiser Karl IV., über den Bau des Kaisergrabens und des Friedrich-Wilhelm-Kanals als ersten deutschen Scheitelkanal bis zum Oder-Spree-Kanal in seiner heutigen Linienführung war es jedoch eine lange, wechselhafte Geschichte. Die heute noch existierenden Bauwerke zeugen von der wasserbaulichen Ingenieurskunst der letzten Jahrhunderte. Über dies alles gibt es viel zu berichten und anhand historischer Zitate, Bauzeichnungen und Fotos zu erläutern.“

Deutsch-Polnische Wassertourismus-Konferenz
125 Jahre Oder-Spree-Kanal stehen für eine bewegte Geschichte. Seit der Inbetriebnahme ist er eine wichtige Wasserstraße mit einer hohen wirtschaftlichen Bedeutung, zahlreiche Ansiedlungen von Industrieunternehmen zeugen von der Blütezeit des Kanals. In den letzten Jahren gewinnt neben der Binnenschifffahrt auch der Wassertourismus auf dem Kanal eine wachsende Rolle. Diese Erfolgsgeschichte wird durch restriktive, politische Entscheidungen gehemmt.
Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg nimmt gemeinsam mit der Westlichen Industrie- und Handelskammer Gorzow, dem European Enterprise Netzwerk und weiteren Partnern das Jubiläum zum Anlass, die Bedeutung des Oder-Spree-Kanals für die Wirtschaft und als Verbindung nach Polen herauszustellen.
Die Veranstaltung findet am 10.05.2016 in der „Kleinen Bühne“ im Friedrich-Wolf-Theater, Lindenallee 23, 15890 Eisenhüttenstadt, statt. Weitere Informationen erhalten Sie im beigefügten Flyer.

Bundesverkehrswegeplan 2030
Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplanes 2030 ist Mitte März 2016 veröffentlicht worden. Zu den Wasserstraßen im Osten Deutschlands ist festzustellen, dass erfreulicherweise der Teltowkanal zur Netzkategorie C gehört und die Havel-Oder-Wasserstraße in den Vordringlichen Bedarf aufgenommen worden ist. Vordringlicher Bedarf bedeutet, dass es weitere Ertüchtigungsmaßnahmen bis 2030 geben wird. Der Ersatzneubau der Schleuse Kleinmachnow und die Spree-Oder-Wasserstraße sind zwar in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Für diese Bauwerke wurde nur ein weiterer Bedarf festgestellt. Das bedeutet, dass nicht vor 2030 mit Baumaßnahmen begonnen wird, sofern keine Gefährdungen an den Bauwerken eintreten.
Insgesamt stellt der Bundesverkehrswegeplan die Schifffahrt im Osten Deutschlands nicht zufrieden. Der Oderverein hat eine Stellungnahme erarbeitet und dem Bundesverkehrsministerium in Berlin zugeleitet. Von besonderer Bedeutung darin sind die Forderungen nach den vorgezogenen Ersatzneubauten für die Schleusen Kleinmachnow und Fürstenwalde sowie die Einstufung der Spree-Oder-Wasserstraße in die Kernnetzkategorie C.
Mit schlicht gesagt großer Verwunderung hat die interessierte Wirtschaft im Bundesverkehrswegeplan auf die Kosten-Nutzen-Untersuchung für den Ersatzneubau der Schleuse Fürstenwalde/Spree geschaut, der unter dem Faktor 1 liegen soll, obwohl Gutachten vorliegen, die einen Faktor 9 aufweisen. Mit einem einfachen „Taschenspielertrick“ hat das Ministerium alle bereits bestehenden und ausgebauten Schleusen in der Spree-Oder-Wasserstraße in die Kosten-Nutzen-Betrachtung einbezogen, die bei Schleusenparametern der Wasserstraßenklasse V natürlich erneut ausgebaut werden müssten, was den gesamten Aufwand enorm in die Höhe treibt. Die verladende Wirtschaft und die Binnenschifffahrt sind davon ausgegangen, dass allein die Schleuse Fürstenwalde/Spree ersetzt wird, was mit einem vertretbaren finanziellen Aufwand möglich wäre. Die Veränderungen an den übrigen Schleusen sind von niemandem jemals gefordert worden. Die Zustand der Wasserstraße lässt unter den gegebenen Bedingungen wirtschaftliche Transporte zu, wenn der Ersatzneubau der Schleuse Fürstenwalde/Spree realisiert wird.
Stellungnahme des Odervereins zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030

Tagungen und Veranstaltungen

Revitalisierung der Binnenschifffahrt in Polen
Die Internationale Vereinigung des Rheinschifffahrtregisters (IVR) hat für den 12. und 13.05.2016 zu einer Tagung nach Krakau eingeladen. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Revitalisierung der Binnenschifffahrt in Polen. Dabei hat man vor allem auf die Weichsel geschaut, für die ein Gutachten vorliegt. Die Zusammenfassung dieses Gutachten kann unter www.ungc.org.pl/wp-content/uploads/2016/02/Inland-Navigation-Vistula.pdf (in englischer Sprache) angeschaut und heruntergeladen werden.

Fahrrinnenanpassung in der Flusshavel
Am Montag, den 09.05.2016 um 17:30 Uhr findet im  im Altstädtischen Rathaus von Brandenburg an der Havel (Rolandsaal), Am Altstädtischen Markt 10, 14770 Brandenburg an der Havel, eine Informationsveranstaltung zum Projekt „Fahrrinnenanpassung Flusshavel“ statt.
Die „Fahrrinnenanpassung Flusshavel“ ist ein Teilprojekt des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 (VDE 17). Das Teilprojekt umfasst im Wesentlichen eine grundhafte Ertüchtigung bzw. den Ersatz vorhandener Ufereinfassungen in den Durchstichen der Havel zwischen Ketzin/Havel und Brandenburg an der Havel. Gleichzeitig soll die vorhandene Fahrrinne der Schifffahrt für den Richtungsverkehr mit den Bemessungsfahrzeugen des VDE 17 angepasst werden. Die ursprüngliche Ausbauplanung für das VDE 17 wurde dafür noch einmal vollständig überarbeitet und bedarfsgerecht sowie umweltverträglich ausgestaltet.

Maritimer Kongress in Szczecin
Zum vierten Male ist Szczecin Veranstaltungsort des Maritimen Kongresses. Vom 08. bis 10.06.2016 wird im Schloss der Pommerschen Herzöge über die verschiedensten Aspekte der Seewirtschaft und der Binnenschifffahrt diskutiert werden. Besondere Bedeutung soll auch die Schifffahrt auf der Oder haben. Der neue Minister für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt, Marek Gróbarczyk, hat sein Erscheinen zugesagt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kongres-morski.pl in polnischer und englischer Sprache. Auch die Anmeldung ist dort möglich.

Deutsch-Polnischer Logistiktag am 08.06.2016
Der seit 1998 regelmäßig durchgeführte Deutsch-Polnische Logistiktag wendet sich an Spediteure, Transportunternehmer, Personenverkehrsunternehmer, Dienstleister und Versender beiderseits der Oder. In den Fachvorträgen werden am Vormittag Referenten und Praktiker aus Deutschland und Polen ihr Fachwissen zu den Themen Infrastruktur und Mehrwertsteuerverfahren in der Verkehrs- und Logistikbranche und insbesondere auch in der Personenbeförderung vermitteln. Am Nachmittag können die Teilnehmer in der Kooperationsbörse mit Verkehrsunternehmen und Dienstleistern ins Gespräch kommen und eine mögliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausloten. Veranstaltungsort ist das Bildungszentrum Erkner, Seestraße 39, 15537 Erkner. Die Veranstaltung beginnt ab 09:00 Uhr, das Teilnehmerentgelt beträgt 30,00 Euro brutto. Weitere Informationen erhalten Sie hier. ______________________________________________________________________________
Newsletter 03/2016
  (68. Ausgabe) 30.03.2016

Deutsch-polnisches Abkommen zur Verbesserung der Situation an den Wasserstraßen im Grenzgebiet

Im letzten Newsletter vom 29.02.2016 haben wir darüber berichtet, dass die deutsche Seite bisher nicht über die Ratifizierung des deutsch-polnischen Regierungsabkommens informiert worden sei. Das stimmte zu dem Zeitpunkt – und doch wieder nicht. Das Bundesverkehrsministerium erhielt die Information über die Ratifizierung am 02.03.2016. Die Information ging jedoch schon am 22.10.2015 an das Auswärtige Amt in Berlin – und schmorte dann dort gut vier Monate. Der deutsche Amtsschimmel lässt schön grüßen.

Neuer Hafenvorstand in Szczecin

Seit dem 01.03.2016 ist der neue Vorstand der Hafenverwaltung Szczecin und Swinoujscie im Amt. Neuer Vorstandschef ist Dariusz Slaboszewski, Vizepräsident für die Infrastruktur Kazimierz Drzazga. Beide Herren haben in Szczecin studiert und haben bereits längere Zeit im Raum Szczecin gearbeitet. Sie verfügen über Erfahrung in der maritimen Wirtschaft und haben in der Hafenverwaltung mitgewirkt.

Eingriff in die Wasserwirtschaft

Nach uns vorliegenden Informationen planen die Berliner Wasserbetriebe, die Entnahme von Oberflächenwasser aus Berliner Gewässern deutlich zu erhöhen. Die Senatsumweltverwaltung hat ein Gutachten erstellen lassen, wonach die Oberflächenwasserentnahme im Bereich des Tegeler Sees bei rund 2,5 m³/sec unschädlich ist für den Wasserhaushalt der Region. In Zeiten der Diskussionen um den Klimawandel, von dem besonders auch die Länder Brandenburg und Berlin betroffen sein werden durch geringere Niederschläge in den Sommermonaten, sind solche Pläne sensibel zu sehen und schon von Bedeutung. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt befürchtet einen nachhaltig negativen Einfluss auf die Wasserbewirtschaftung der Bundeswasserstraßen und setzt sich für eine Anhörung in einem Planfeststellungsverfahren ein. Die Berliner Verwaltung glaubt, ohne ein solches Verfahren auszukommen. Wenn man weiß, dass die Spree in einem heißen Sommer einen Abfluss von weniger als 5 m³/sec hat und manches Mal schon rückwärts geflossen ist, dann sind Wassermengen in Größenordnungen von der Hälfte davon schon ganz schön viel. Der Oderverein meint, dass zunächst die Stilllegung von Wasserwerken auf Grund des geringeren Wasserverbrauchs in den letzten 25 Jahren rückgängig gemacht werden könnte, bevor man die Oberflächenwasserentnahme erhöht.

Erfahrungsaustausch Wassertourismus

Zum 8. Male fand der Erfahrungsaustausch Wassertourismus-Charterboottourismus am 17.03.2016 in Oranienburg statt. Eingeladen hatten wiederum die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg. Es gab interessante Beiträge aus dem Potsdamer Wirtschaftsministerium sowie von Vertretern der Wirtschaft aus Nordbrandenburg und der Lausitz sowie der Berliner Fahrgastschifffahrt. Nachgelesen werden können die Vorträge unter www.ihk-potsdam.de/System/vst2365988?id=124433&portalAction=wide_render .

Fahrgastschifffahrt auf der Oder

Die „Zefir“ verkehrt auch in diesem Sommer wieder auf der Oder. Besonders im letzten Jahr mussten auf Grund des fehlenden Fahrwassers viele Fahrten ausfallen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Saison wie vorgesehen durchgezogen werden kann. Den Fahrplan und die Fahrpreise finden Sie unter www.odra2014.pl/Files/files/Zefir-2016-DE-v2.pdf .

Deutsch-Polnischer Logistiktag am 08.06.2016

Der seit 1998 regelmäßig durchgeführte Deutsch-Polnische Logistiktag wendet sich an Spediteure, Transportunternehmer, Personenverkehrsunternehmer, Dienstleister und Versender beiderseits der Oder. In den Fachvorträgen werden am Vormittag Referenten und Praktiker aus Deutschland und Polen ihr Fachwissen zu den Themen Infrastruktur und Mehrwertsteuerverfahren in der Verkehrs- und Logistikbranche und insbesondere auch in der Personenbeförderung vermitteln. Am Nachmittag können die Teilnehmer in der Kooperationsbörse mit Verkehrsunternehmen und Dienstleistern ins Gespräch kommen und eine mögliche grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausloten. Veranstaltungsort ist das Bildungszentrum Erkner, Seestraße 39, 15537 Erkner. Die Veranstaltung beginnt ab 09:00 Uhr, das Teilnehmerentgelt beträgt 30,00 Euro brutto. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ihk-obb.de/logistiktag2016 .

125 Jahre Oder-Spree-Kanal
Am 01.05.2016 ist es so weit. Der Oder-Spree-Kanal begeht den 125.Jahrestag der Eröffnung des Kanals. Im Rahmen des Oder-Spree-Kanal-Jubiläums wird von der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg für den 10.05.2016 eine deutsch-polnische Wassertourismuskonferenz in Eisenhüttenstadt vorbereitet. Der Flyer, der alle touristischen Veranstaltungen auflistet und den der Tourismusverband Seenland Oder-Spree (TSOS) herausgegeben hat, liegt vor und kann unter www.tor-eisenhuettenstadt.de/media/flyer-125-jahre-oder-spree-kanal-online eingesehen werden. Die Märkische Oderzeitung (MOZ) arbeitet an einer Sonderbeilage der Zeitung zum Kanal-Jubiläum, die in einer Teilauflage der MOZ am 30.04.2016 erscheinen wird.


 

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