Aktuelles

Newsletter 10/2019  (107. Ausgabe)  14.11.2019

Mitgliederversammlung des Odervereins
Die ordentliche Mitgliederversammlung des Odervereins wird wie bereits angekündigt am Donnerstag, den 21.11.2019 um 15:00 Uhr im Haus des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Eberswalde, Schneidemühlenweg, stattfinden. Der neue Leiter des WSA, Michael Scholz, wird im Rahmen der Versammlung über die Aufgaben des WSA, zu dessen Tätigkeitsbereichs auch die Oder gehört, vortragen. Die offizielle Einladung ist ausgesandt worden. Eine Reihe von Mitgliedern hat sich angemeldet. Weitere Teilnehmer werden gern – auch kurzfristig – erwartet.

KEO-Konferenz in Frankfurt (Oder)
Im Rahmen der Jahrestagung der Kammerunion Elbe/Oder (KEO) fand am 30.10.2019 in Frankfurt (Oder) die Konferenz mit dem Titel „Wandel entlang der Oder – Eine Region erfindet sich neu ?“ statt. Im ersten Teil der Konferenz wurde das Thema „TEN-T-Revision – Eine Chance für die Region ?“ beleuchtet. Reiner Nagelkrämer vom Bundesverkehrsministerium in Berlin erklärte den Teilnehmern der Konferenz, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um Wasserstraßen in das TEN-T-Netz zu bekommen. Besonders die Republik bemüht sich, vor allem auch die Oder möglichst in ganzer Länge als europäische Wasserstraße gemäß den TEN-T-Bestimmungen anerkannt und damit auch entsprechende Fördermittel zu bekommen. Auf Grund der sehr restriktiven Rahmenbedingungen, z. B. der Herstellung einer Fahrrinnentiefe von 2,5 m, sieht er für die Oder und auch für die Elbe keine Chance, den TEN-T-Status für diese Flüsse zu erhalten. Die deutsche Infrastrukturpolitik gehe ohnehin davon aus, dass Erhalt vor Ausbau gehe, sodass die erforderliche Kofinanzierung von Baumaßnahmen nicht gesichert sei.

Die Vertreter der polnischen Ministerien für Infrastruktur und für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt berichteten über den vorgesehenen Bau einer Container-Tiefwasseranlegestelle im Hafen Swinoujscie/Swinemünde für größtmögliche Containerschiffe in der Ostsee, unmittelbar neben dem LNG (Flüssiggas)-Terminal gelegen. Aus den Ausführungen wurde deutlich, welche Bedeutung Polen dem künftigen Containerverkehr beimisst. Bisher war Gdansk/Danzing der große Containerhafen in Polen. Swinoujscie/Swinemünde erhält dadurch eine erhebliche Aufwertung als Wirtschaftsstandort.

Kommentar:    Wenn die derzeitigen Bedingungen für die Anerkennung als TEN-T im europäischen Wasserstraßennetz zu stark eingeengt sind, sollten die nationalen Regierungen ernsthaft erwägen, die Voraussetzungen für die Anerkennung abzusenken auf weniger sportliche Ausbauziele. Fahrrinnentiefen von 2,5 m sind selbst auf dem Rhein nicht durchgehend und ganzjährig gewährleistet. Nur wenige Flüsse in Europa werden deshalb den Bedingungen entsprechen. Die Binnenschifffahrt kann Klimaschutz erheblich beitragen, wenn sie auf einem europäischen Wasserstraßennetz unterwegs ist. Sie besitzt erhebliche Kapazitätsausbaumöglichkeiten, erst recht dann, wenn die Politik in die Wasserwege investiert.

Kooperationsabkommen zwischen den Häfen Szczecin/Swinoujscie und Rotterdam
Am 30.10.2019 haben die Seehäfen Szczecin/Stettin zusammen mit Swinoujscie/Swinemünde und Rotterdam ein umfassendes Kooperationsabkommen geschlossen, das alle seewirtschaftlichen Bereiche enthält. Die Bedeutung des Abkommens für Polen zeigt, dass das Abkommen in Anwesenheit des Präsidenten der Republik Polen Andrzej Duda und der Unterstaatssekretärin im Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt Anna Moskwa unterzeichnet wurde. Der Hafen Rotterdam verspricht sich von dem Abkommen den Ausbau von Containerfeederdiensten in die Ostsee. (Quelle MGMZiS Warschau)

Behinderungen der Schifffahrt zwischen Elbe und Oder
Das Jahr 2019 wird für die Schifffahrt zwischen Elbe und Oder sehr zwiespältig zu betrachten sein. Auf der einen Seite haben die Baumaßnahmen zur Ertüchtigung der Havel-Oder-Wasserstraße und zur Fertigstellung von Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr.17 in Berlin zwischen Havel und Westhafen begonnen, auf der anderen Seite behindern Schleusen- und Wasserstraßensperrungen ganz konkret die Schifffahrt.

Zur neuesten Entwicklung gehört die Sperrung der Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) bei km 25,1 südlich der Lehnitzstraße bis Abzweig Oranienburger Havel wegen eines erneuten Bombenfundes seit dem 12.11.2019, die bis zur Entschärfung am 12.12.2019 andauern soll. Im Sommer dieses Jahres waren bereits zwei Bomben in Kleingartenanlagen an der HOW unschädlich gemacht worden.
Im Zusammenhang mit dem Bombenfund sind die Betriebszeiten für die Schleusen Hohensaaten-West und Lehnitz sowie für das Schiffshebewerk Niederfinow verändert und dem zu erwartenden niedrigeren Verkehrsaufkommen angepasst worden. Die Schleuse Spandau ist wegen der Erneuerung des Tores im Oberwasser ohnehin seit Monaten gesperrt.

Spontane Protestaktion
Die sich zunehmend verschlechternden Bedingungen für die Güter- und Fahrgastschifffahrt zwischen Elbe und Oder haben dazu geführt, dass für den 12.11.2019 ein Schiffskonvoi in Berlin in das Regierungsviertel geplant war. Dort wollte man die Politik, Bundesminister und Bundestagsabgeordnete, mit Sirenensignal darauf aufmerksam machen, mehr für die Infrastruktur im Wasserstraßenbereich zu tun. Zu den wichtigsten Forderungen der Beteiligten gehörte, die materiell-technischen Voraussetzungen für die kontinuierliche Nutzbarkeit der Bundeswasserstraßen in der Region und darüber hinaus sicher zu stellen, da ansonsten die nordöstliche Region den Anschluss verliere.


Newsletter 09/2019  (106. Ausgabe)  21.10.2019

Treffen der Arbeitsgruppen im Rahmen des deutsch-polnischen Regierungsabkommens
Am 17.10.2019 fand das dritte Treffen des Gemeinsamen Ausschusses für die Umsetzung des Deutsch-Polnischen Regierungsabkommens vom 27.04.2015 zur Situation an der deutsch-polnischen Grenzoder im Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warschau statt.
An dem Treffen nahmen Vertreter der polnischen Verwaltung teil, des Ministeriums für Seewirtschaft und Binnenschifffahrt, der Verwaltung Polnische Gewässer und der Generaldirektion für Umweltschutz. Die deutsche Verwaltung war durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die Generaldirektion Wasserstraßen und das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Eberswalde vertreten. In der Sitzung wurde der Fortschritt der einzelnen Investitionsaufgaben an der Oder aus der 2015 unterzeichneten Vereinbarung erörtert.
Die Teilnehmer erfuhren auch von den Informationen der gemeinsamen Arbeitsgruppe, die die Arbeit an beiden Ufern des Flusses auf regionaler Ebene fortlaufend koordiniert. Der Ausschuss verpflichtete die Arbeitsgruppe, einen gemeinsamen Arbeitsplan vorzulegen, in dem die Notwendigkeit berücksichtigt wird, an den wichtigsten Stellen, an denen der Wasserdurchfluss begrenzt ist und die im Vertrag als vorrangig festgelegt wurden, so bald wie möglich mit den Tätigkeiten zu beginnen. Während des Treffens wurde ausführlich über die Umweltverträglichkeitsprüfungen gesprochen. Die polnische Seite präsentierte die nächsten Phasen der Umweltverträglichkeitsprüfung für Modernisierungsaufgaben an der Oder, während die deutsche Seite den aktuellen Stand der Arbeiten zur strategischen Umweltprüfung für das gesamte Regelungskonzept der Oder-Modernisierung zur Diskussion stellte. Die Parteien haben vereinbart, bei beiden Umweltprüfungen eng zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen. (Quelle MGMZiS Warschau)

Kommentar: Bezeichnend ist wieder einmal, dass das polnische Ministerium über das Treffen in seinem Pressedienst informiert, wohingegen die deutsche Seite, das Bundesministerium für Verkehr in Berlin, kein Wort über die Arbeit des Gemeinsamen Ausschusses veröffentlicht. Totschweigen ist keine Politik. Es ist höchste Zeit, dass auch die deutsche Seite, Bundesministerium und Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, zur Kenntnis nimmt, dass sich an der Oder etwas tut und sie mit der polnischen Seite in nachbarschaftlichem Einvernehmen in die notwendigen Maßnahmen investiert.

Zukunft der Güterschifffahrt in der deutsch-polnischen Grenzregion
Zu der Fachveranstaltung unter dem oben genannten Titel hatten unter der Führung des Landkreises Oder-Spree mehrere Städte und Gemeinden in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg am 25.09.2019 nach Eisenhüttenstadt eingeladen. Dabei wurden u. a. die Potenziale der Binnenschifffahrt auf der Oder sowohl von deutscher als auch von polnischer Seite beleuchtet. David Schütz von der Deutschen Binnenreederei plädierte dabei als Ziel für die Oderschifffahrt eine durchgehende Abladetiefe von 1,25 m, die eine Gütermenge von knapp 800 Tonnen bedeuten würde. Doch selbst diese minimal Abladetiefe wird oft nicht erreicht, sodass als Güter oftmals statt Massengütern vorrangig Maschinen(teile), Schwertransporte aller Art und Kaskos als Transportgut auf der Oder bleiben. Von polnischer Seite wurde darauf hingewiesen, dass zunehmend auch Kohle in Containern transportiert und umgeschlagen wird. Panamax-Schiffe (65 000 Tonnen) würden Swinoujscie/Swinemünde erreichen.
Die Absichten der polnischen Regierung erläuterte Przemyslaw Zukowski vom Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warschau. Das Programm für die Oder werde vorbereitet. Ziel sei es, eine Regierungsvorlage für das 1. Quartal 2021 zu erarbeiten. Bis 2023 soll die Oder durchgehend der Binnenschifffahrtsklasse III entsprechen, Voraussetzung, um dann in Brüssel für finanzielle Unterstützung für eine weiter Modernisierung zu werben. Die im Regierungsabkommen vorgesehene Vertiefung des Dammschen Sees bei Szczecin/Stettin von ca. 2,30 m auf 3,00 m zum besseren Ablauf des Wassers bei Eisstau im Winter sei für 2023 vorgesehen. Die Klützer Querfahrt, die die Nutzung von Fluss-/Seeschiffen bis Schwedt/Oder ermöglicht, soll bis 2022 vertieft werden.
Die europäische Wasserstraße E 70 stehe, so Zukowski, für Polen nicht im Vordergrund, weil die Seehäfen Szczecin/Stettin und Gdansk/Danzig eine größere Bedeutung für die polnische Wirtschaft hätten. Warthe, Netze und Bromberger Kanal seien eher für kleine Schiffe geeignet. Der Güterverkehr könne nicht gewährleistet werden.

Nächste Mitgliederversammlung des Odervereins
Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung des Odervereins wird wie bereits angekündigt am Donnerstag, den 21.11.2019 um 15:00 Uhr im Haus des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Eberswalde stattfinden. Der neue Leiter des WSA, Michael Scholz, wird im Rahmen der Versammlung über die Aufgaben des WSA, zu dessen Tätigkeitsbereichs auch die Oder gehört, berichten. Wir bitten bereits jetzt, den Termin zu notieren. Die offizielle Einladung wird in den nächsten Tagen ausgesandt.


Newsletter 08/2019  (105. Ausgabe)  23.09.2019

Polen informiert über Modernisierungsarbeiten an der Oder
Am 26.08.2019 fand im Haus der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt (Oder) eine Informationsveranstaltung der Staatlichen Wasserwirtschaft Polnische Gewässer (PGW WP) zum ergänzten Umweltverträglichkeitsbericht für das Projekt Modernisierungsarbeiten an der Grenzoder statt. Der Ablauf entsprach den Erwartungen an die Veranstaltung und zeichnete sich durch große Sachlichkeit analog ähnlicher früherer ähnlicher Veranstaltungen auf deutschem Gebiet aus. Den Einwänden aus ökologischer Sicht konnte weitgehend mit Verweisen auf den rund 1600 Seiten umfassenden Bericht begegnet werden. Es wurde nichts Grundlegendes vergessen, doch sind die Ansichten über die Wirkungsweise der geplanten Maßnahmen teilweise unterschiedlich.

Der Oderverein bezog dazu in seiner Pressemitteilung vom 26.08.2019 Stellung:
Ein über lange Zeit funktionsfähiges Regulierungssystem, bestehend aus Buhnen und ähnlichen Bauwerken, wiederherzustellen und nach heutigen wasserbaulichen Er­kennt­nissen zu modernisieren, um damit vorhandene Schwachstellen der Fahrwassertiefen zu beseitigen, ist aus der Sicht des Odervereins eine sinnvolle und zu begrüßende Entwick­lungsmaßnahme, die nach polnischen Vorstellungen auf Hochwasserschutz ausgerichtet ist und dem Eisaufbruch durch Einsatz von Eisbrechern dient, die aber auch für eine zu reaktivierende Schifffahrt auf der Oder von Nutzen sein kann.
„Eine derartige Modernisierung ist ein notwendiger erster Schritt in Richtung auf weitere in der Planung befindliche Ausbaumaßnahmen, und soweit es die Schifffahrt betrifft, wäre dies in unmittelbarem Zusammenhang mit vorgeschlagenen Entwicklungsmaßnahmen in Rich­tung auf in Zukunft einzusetzende innovative Transportsysteme zu sehen, die geprägt wären durch große Verbandsgrößen, Flachgängigkeit, automatisierte Lenkbarkeit, Unterstützung durch landseitige Assistenzsysteme“, macht Professor Horst Linde, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, die Auswirkungen des polnischen Vorhabens deutlich.

Moderne numerische und physikalische Modellierungen erlauben es, wasserbauliche Maß­nahmen auf ein maximal effizientes Mindestmaß zu beschränken und damit Eingriffe in Natur und Umwelt nachhaltig zu minimieren. Die von den Verbänden behaupteten dramati­schen, unvertretbaren Eingriffe in Natur und Umwelt werden, wie ausgewiesene  Kenner der Materie bestätigen, also aller Voraussicht nach nicht eintreten.

Güterschifffahrt in der deutsch-polnischen Grenzregion
Der Landkreis Oder-Spree wird in einer Fachveranstaltung am 25.09.2019 in Eisenhüttenstadt die „Zukunft der Güterschifffahrt in der deutsch-polnischen Grenzregion“ untersuchen und dabei vorstellen, welche Potenziale die Güterschifffahrt heute bietet. Welche Maßnahmen erforderlich sind, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und welche Perspektiven diesbezüglich bestehen, soll in der Fachveranstaltung thematisiert werden. Vertreter aus Deutschland und Polen werden dazu vortragen. Weitere Informationen dazu hat der Oderverein.

Schiffshebewerk Niederfinow vor der Fertigstellung
Die Fertigstellung des neuen Schiffshebewerks Niederfinow hat sich zwar erheblich verzögert – es sollte bereits im Jahr 2014 betriebsbereit sein -, aber nun ist absehbar, dass sich die Bauarbeiten dem Ende nähern. Wie zu erfahren war, werden die Arbeiten im Jahr 2020 aller Voraussicht nach abgeschlossen sein, sodass mit dem Probebetrieb begonnen werden kann. Mit der Inbetriebnahme des Bauwerks ist dann im Jahr 2021 zu rechnen, wenn nicht noch wieder etwas dazwischen kommt.

Ein weiteres Beispiel für die Digitalisierung in der Schifffahrt
Im letzten Newsletter haben wir über das Projekt der BEHALA gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin für ein emissionsfreies Schubschiff berichtet. Am 20.09.2019 gab die BEHALA den Start des Projekts „A-SWARM“ ( Autonome elektrische Schifffahrt auf Wasserstraßen in Metropolenregionen) bekannt. Verkehrsüberlastung und Luftreinhaltung stehen im Mittelpunkt des Projekts. Ziel des Vorhabens ist es, ein Transportsystem zu entwickeln, dass die Güter in die Metropole bringt, um von dortigen dezentralen Hubs aus mit landgestützten Transportmitteln die letzte Meile des Verteilverkehrs zu gewährleisten. Für die Belieferung von derartigen Hubs bieten sich kleine schwimmende Einheiten an, deren Antrieb elektrisch und damit lokal emissionsfrei erfolgt, womit über die Verkehrsverlagerung hinaus weiter den Luftreinhaltungsproblemen und den nächtlichen Lärmproblemen des Lieferverkehrs im urbanen Raum begegnet werden kann, heißt es in der Pressemitteilung. Mit dem Vorhaben soll auf Basis autonomer, koppelbarer und elektrisch betriebener Wasserfahrzeuge ein Beitrag zur modernen Citylogistik geleistet werden. Schwerpunkt der Entwicklung sei die Entwicklung und Erprobung autonom operierender Wasserfahrzeuge. Das Projekt mit einer Laufzeit bis 31.08.2022 wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert und betreut. (Quelle BEHALA)

Nächste Mitgliederversammlung des Odervereins
Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung des Odervereins wird am Donnerstag, den 21.11.2019 um 15:00 Uhr im Haus des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Eberswalde stattfinden. Der neue Leiter des WSA, Michael Scholz, wird über die Aufgaben des WSA, zu dessen Tätigkeitsbereichs auch die Oder gehört, berichten. Wir bitten bereits jetzt, den Termin zu notieren. Die offizielle Einladung folgt.

Dokumentation des 23. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums
Zu unserem Bedauern hat sich die Dokumentation des 23. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums vom 08.05.2019 in Slubice etwas verzögert. Doch seit rund zwei Wochen sind Vorträge und Podiumsdiskussion auf der Internetseite des Odervereins unter www.oderverein.de nachlesbar.


Newsletter 07/2019  (104. Ausgabe) 20.08.2019

Polen ertüchtigt Oder im Grenzbereich
Die Republik Polen macht jetzt ernst bei Modernisierungsarbeiten an der Grenzoder, die im Rahmen des Hochwasserschutzkonzeptes für die Flusseinzugsgebiete Oder und Weichsel erfolgen. Ein grenzüberschreitendes Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren ist eingeleitet worden. Das Vorhaben, mit dem der Eisbrechereinsatz gewährleistet und Modernisierungen an den den Regelungsbauwerken vorgenommen werden sollen, ist Teil des Deutsch-Polnischen Regierungsabkommens vom 27.04.2015.
In mehreren Phasen sind als Teil der Modernisierungsarbeiten Abriss und Umbau der bestehenden Buhnen und der Bau von neuen Buhnen sowie der Abriss der bestehenden Längsdämme und der Bau von neuen Längsdämmen vorgesehen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Pläne aufgegriffen, um von einer Vertiefung der Oder-Fahrrinne zu sprechen. „Im Kern geht es darum, dass eine Fahrrinne für die Schifffahrt von mindestens 1,80 m Tiefe hergestellt werden soll, die im Oder-Abschnitt von Ratzdorf bis Küstrin zu 80 Prozent eines Jahres und von Küstrin bis Schwedt zu 90 Prozent des Jahres garantiert sein soll“, schrieb die Märkische Oderzeitung am 13.07.2019. „Die Regulierungsziele sieht zwar auch ein Abkommen vor, dass Polen und Deutschland im Jahr 2015 zur Gewährleistung des Eisbrechereinsatzes auf dem Grenzfluss vereinbart hatten. Allerdings wird dieser Vertrag von deutscher Seite in Richtung Hochwasserschutz interpretiert, während Polen ihn als Grundlage betrachtet, die Oder für die Schifffahrt auszubauen.“

Kommentar: Der letzte Satz ist reine Spekulation und Auslegungssache. Natürlich steht der Hochwasserschutz im Vordergrund, aber welchen Sinn macht der Erhalt einer 1,80 m tiefen Fahrrinne, wenn sie nicht auch von der Güterschifffahrt genutzt werden kann ? Der Oderverein begrüßt, dass Polen die Schwachstellenbeseitigung an der Oder in Angriff nimmt und damit der deutschen Seite zeigt, dass es das Abkommen umsetzen will. Auch auf der deutschen Seite ist bereits mit Baumaßnahmen bei Reitwein begonnen worden.
Am 26.08.2019 findet von 14:00 bis 17:00 Uhr eine Informationsveranstaltung der Staatlichen Wasserwirtschaft Polnische Gewässer (PGW WP) zum ergänzten Umweltverträglichkeitsbericht für das Projekt im Haus der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg in Frankfurt (Oder) statt.

Polen startet Bau der nächsten Staustufe an der Oder
Nach Fertigstellung der Staustufe bei Malszyce/Maltsch im Jahr 2018 legt Polen Tempo bei der geplanten Errichtung weiterer Staustufen an der Oder vor. Am 12.August 2019 gab der Minister für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt Marek Gróbarczyk den Bau der nächsten Staustufe unterhalb von Malszyce bei Lubiaz/Leubus bekannt. Dabei geht es dem Minister in erster Linie um Hochwasserschutz und die Verhinderung der Erosion des Flusses unterhalb der Staustufe Malszyce. Geplant ist, die Oder auf das Wasserstraßenklassenniveau V a zu bringen. Es werden eine 2-Kammer-Schleuse, ein Wehr, eine Fischtreppe und ein Wasserkraftwerk gebaut. Die Planung soll bis zum 1.Quartal 2023 abgeschlossen werden. Die Fertigstellung ist für 2027 vorgesehen. Das Bauwerk entsteht an Land in einer Schleife des Flusses, sodass der Verkehr auf der Oder nicht gestört wird.

Polen geht das Wasser aus
Laut wissenschaftlichen Expertisen sind die Wasserressourcen in Polen auf ähnlichem Niveau wir in Ägypten. Das Land an der Weichsel ist das dritttrockenste Land in der Europäischen Union – nach Zypern und Tschechien. 70 Prozent des gesamten Trinkwassers in Polen wird im energetischen Sektor u. a. zur Kühlung der Kraftwerkanlagen und Braunkohleförderung verbraucht, in Deutschland sind es nur 18 Prozent. Das schrieb die Rzeczpospolita am 21.06.2019. Polen muss also in Zukunft mehr tun, um das vorhandene Wasser im Land zurück zu halten und die Wasserressourcen zu schützen.

Kein Schiffsbau in Szczecin/Stettin
Vor zwei Jahren kündigte die national-konservative PiS-Regierung an, die Schiffsbauindustrie in Stettin wiederzubeleben. Auf dem Gelände der Stettiner Werft „Gryfia“ kam es damals sogar zu einer feierlichen Kiellegung als Symbol für den Baubeginn einer Fähre für die polnische Reederei PZB Polferries, die Fährverbindungen zwischen Polen und Skandinavien über die Ostsee anbietet. Doch zwei Jahre später, als die geplante Fähre eigentlich schon hätte fertig sein sollen, hatten die Arbeiten nach wie vor nicht begonnen. Es gibt nicht einmal einen Entwurf des Schiffes, es fehlt an entsprechender Infrastruktur, Geld und Fachkräften. Experten sind sich einig: Auch wenn Geld zur Verfügung stünde, der Bau eines solchen Schiffes in Stettin hätte das Doppelte als zum Beispiel in China gekostet. (Quelle Gazeta Wyborcza Szczecin v. 21.06.2019)

Emissionsfreies Schubschiff
Professor Gerd Holbach von der Technischen Universität Berlin hatte bereits beim Elbschifffahrtstag 2018 in Wittenberge und beim 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquium 2018 in Potsdam das Projekt ELEKTRA vorgestellt. Jetzt ist es soweit: die BEHALA Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH gibt den Bau des weltweit ersten emissionsfreien Schubbootes bekannt. Die Energiebereitstellung auf dem Kanalschubboot wird erstmalig allein mittels gasförmigen Wasserstoff, Brennstoffzellen und Akkumulatoren erfolgen. Der Baubeginn für das Schubschiff ist für Oktober 2019 angesetzt und die Fertigstellung durch die Werft soll im 4.Quartal 2020 erfolgen. Die ELEKTRA soll vorrangig im Gütertransport auf der Relation Berlin-Hamburg und im innerstädtischen Verkehr in Berlin eingesetzt werden. (Quelle BEHALA Presse v. 09.08.20


Newsletter 06/2019  (103. Ausgabe) 25.06.2019

Baustart am Oder-Havel-Kanal
In Anwesenheit der Staatssekretäre aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Enak Ferlemann, und aus dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung in Potsdam, Ines Jesse, fand am 13.06.2019 der erste Spatenstich für den Ausbau des Oder-Havel-Kanals im Bereich der Dichtungsstrecke für Großmotorgüterschiffe und große Schubverbände statt. Die Maßnahme war im Bundesverkehrswegeplan 2030 bereits als vordringlich vorgesehen. Nach der Fertigstellung des Kanalausbaus wird ein Nadelöhr auf der Havel-Oder-Wasserstraße beseitigt sein und zukünftig auch das neue Schiffshebewerk in Niederfinow seine Stärken besser ausspielen. Das neue Hebewerk kann Fahrzeuge bis zu 110 m Länge aufnehmen.

Ärgerliche Baustellen
Noch mehrere Monate wird die Schleuse Spandau an der Oberen Havel-Wasserstraße gesperrt sein, weil ein Zylinder für das Drehsegmenttor komplett erneuert werden muss. Eine teilweise Reparatur war geprüft worden, ließ sich jedoch nicht umsetzen. Die Schleuse ist seit 2002 in Betrieb. Das Drehsegmenttor ist erforderlich, weil es im Bereich der Schleuse kein Wehr gibt. Bei Hochwasser muss die Schleuse selbst die Funktion eines Wehres übernehmen, was nur mit einem Drehsegmenttor möglich ist. Die Sperrung der Schleuse bedeutet für die Schifffahrt einen mindestens drei Stunden langen Umweg über die Schleusen Plötzensee und Charlottenburg. Dabei dürfen die Fahrzeuge nicht länger als 67 m sein. Besonders betroffen ist von der Sperre die Fahrgastschifffahrt, deren Fahrten von Ober- in die Unterhavel weitgehend ausfallen müssen. Ebenfalls nicht passieren können die Flusskreuzfahrer, die mehr als 67 m lang sind und deshalb erst ab Tegel Greenwichpromenade zur Ostsee verkehren.

Der Wasserweg zur Müritz bleibt weiterhin versperrt. Ein Blitzschlag in einen Betonmischer hat an der Schleuse Zaaren die Hoffnung zerstört, die Schleuse Ende Juli wieder in Betrieb nehmen zu können. Jetzt kann frühestens Ende August 2019 mit der Betriebsaufnahme der Schleuse gerechnet werden. Damit ist die Saison 2019 für viele Mecklenburg-Fahrer im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen.

Fahrt mit historischen Wasserfahrzeugen von Berlin zum Hafenfest nach Stettin
Der Historische Hafen Berlin lädt zu einem ungewöhnlichen Abenteuer ein. „Fahren Sie mit auf unseren historischen Schiffen von Berlin durch das schöne Brandenburg nach Stettin. Los geht’s mit einem der letzten Dampfer, dem 75 Jahre alten ANDREAS und einem Korso von Schiffen vom Historischen Hafen durch die Innenstadt Berlins nach Spandau. Ein Abenteuer: Gleich am Anfang durchqueren wir die erste von mehreren Schleusen und genießen die Innenstadt Berlins von der Spree aus. Dann geht es über die Oberhavel zum Niederneuendorfer See und Hennigsdorf. Weiter zum Lehnitzsee und durch die nächste Schleuse. Erleben Sie dann den Oder-Havel-Kanal bis Eberswalde. Wenn gewünscht, können Sie in Eberswalde übernachten und mit uns weiterfahren oder mit dem Zug (ca. 40 Minuten nach Berlin) zurückfahren.

Der zweite Tag beginnt in Eberswalde und schließt das besondere Erlebnis des Hebewerks ein. Dann fahren wir durch das Oderbruch, passieren die schönen Städte Liepe und Oderberg, und fahren dann durch die Westschleuse Hohensaaten. Nun geht es an der Oder durch das Naturreservat Unteres Odertal. In Gartz legen wir für die Übernachtung an. Auch hier kann man übernachten oder mit Bus und Bahn zurückfahren.

Am dritten Tag passieren wir das tolle Naturreservat West-Oder bevor wir zum Stettiner Oderfest in der Innenstadt eintreffen.“ So steht es im Einladungstext des Veranstalters. Weitere Informationen finden Sie unter www.historischer-hafen-berlin.de .

Rückblick auf das 23. Internationale Oder/Havel-Colloquium
In der Zusammenfassung des Colloquiums im letzten Newsletter hat der Herausgeber des Newsletters eine Äußerung von Detlef Aster fehlinterpretiert. Aster hat sich nicht für Staustufen an der Oder ausgesprochen,  sondern berichtet, dass die polnische Verwaltung eine Staustufenkette plane. Der entsprechende Satz muss daher lauten: Da die Umsetzung der polnischen Planungen für eine Stauregelung der Oder vermutlich sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird, schlug er als pragmatische Zwischenlösung den Einsatz von flachgehenden Schubverbänden vor und eine sofortige Umsetzung des Konzeptes der BAW für die Grenzoder, um künftig den Einsatz von Eisbrechern zu gewährleisten.

Positive Entwicklungen in Polen
Über den Kommunikationsdienst Twitter berichtet das polnische Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt über den Fortgang von Bauarbeiten an wichtigen Wasserstraßen.

Reparaturen und Bauarbeiten am Gleiwitzer Kanal gehen voran. Die für die Ausführung der Arbeiten zuständige Wody Polskie RZGW Gleiwitz überwacht den Neubau der Schleusen in Sławięcice/Slawentschütz und Nowa Wieś/Neudorf. Die Modernisierung der Bauwerke wird Anfang 2021 beendet sein. Die Investitionen betragen mehr als 60 Millionen Zloty.

Am 18.06.2019 besuchte Minister Grobarczyk die Baustelle der Schleuse Okole am Bromberger Kanal, wo die Arbeiten bald abgeschlossen werden. Der Ausbau der Schleuse ist wichtig, sie Teil der Verbindung zwischen Weichsel, Netze, Warthe und Oder.

3.Statuskonferenz zum Blauen Band
Am 03.06.2019 fand in Berlin im Hause des Bundesverkehrsministers die 3. Statuskonferenz zum Blauen Band statt. Minister Andreas Scheuer bekräftigte:
„Wir wollen Verkehr und Natur in Einklang bringen – und zwar nicht nur an Land auf den Straßen, sondern auch auf dem Wasser und an den Ufern. In den kommenden Jahren werden wir alle betroffenen Bundeswasserstraßen an die neuen Anforderungen anpassen. Mit dem ‚Blauen Band‘ geben wir jenen Wasserstraßen, die nicht mehr für den Güterverkehr benötigt werden, eine Zukunftsperspektive: Zusätzlich führen wir auch im Kernnetz der Bundeswasserstraßen Renaturierungsmaßnahmen durch. Klar ist: Wir gestalten unsere Wasserstraßen ökologisch und ökonomisch sinnvoll.“
Das BMVI und das Bundesumweltministerium (BMU) wollen die Umsetzung des Bundesprogramms „Blaues Band“ weiter beschleunigen. Dafür hat das BMU zum Beispiel das Förderprogramm Auenrenaturierung gestartet. Bund und Länder sind sich zudem einig, dass die Maßnahmen des „Blauen Bands“ bundesweit zentral geregelt werden sollen. Das BMVI hat daher einen Gesetzesentwurf erarbeitet, mit dem die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) die hoheitliche Zuständigkeit für den wasserwirtschaftlichen Ausbau von den Ländern übernimmt. Für diesen Entwurf hat das BMVI im Mai 2019 die Zustimmung der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser erhalten.
Unsere Meinung: Da jetzt erst der Rechtsrahmen geschaffen wird, der nur bei Erhalt der Regierungskoalition umgesetzt werden kann, kann sich der Leser vorstellen, wie viel Zeit noch bis zur Umsetzung von Maßnahmen vergehen wird.


Newsletter 05/2019  (102. Ausgabe)  29.05.2019

23. Internationales Oder/Havel-Colloquium
Am 08.05.2019 fand das 23. Internationale Oder/Havel-Colloquium zum Thema „Oder-Schifffahrt – Historie und Moderne“ statt. Rund 50 Teilnehmer hatten sich im Collegium Polonicum in Slubice zur Veranstaltung des Odervereins aus Anlass des Jahres der Oder 2019 eingefunden.

In zwei Vorträgen am Vormittag wurde die Oder aus kulturhistorischen Gesichtspunkten beleuchtet. „Wie wird die Oder von den Menschen wahrgenommen?“ fragt die Literaturwissenschaftlerin Dr. Marta Bakiewicz und berichtete über die Ergebnisse ihrer Studien. Stanislaw Januszewski von der Stiftung Technikmuseum in Wroclaw ging auf die Arbeit seiner Institution für Kinder und Jugendliche ein, ihnen die Bedeutung des Flusses nahe zu bringen. Robert Radzimanowski von der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg stellte die Entwicklung der Oder-Schifffahrt seit dem 13. Jahrhundert bis heute dar und zeigte damit auf, dass die Oder bereits seit Jahrhunderten kein frei fließender Fluss mehr war, sondern eingebettet in eine mitteleuropäische Kulturlandschaft ist.

Detlef Aster, ehemals Präsident der WSD Süd, wies darauf hin, dass die Schiffbarkeit der Oder seit Beginn des Schleusenbaus von einem Wassermanagement mit Rückhaltebecken im Oberlauf abhängig war. Dieses Management funktionierte in den letzten Jahrzehnten nur sehr eingeschränkt. Da die Umsetzung der polnischen Planungen für eine Stauregelung der Oder vermutlich sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird, schlug er als pragmatische Zwischenlösung den Einsatz von flachgehenden Schubverbänden vor und eine sofortige Umsetzung des Konzeptes der BAW für die Grenzoder, um künftig den Einsatz von Eisbrechern zu gewährleisten. Unabhängig davon, welche Maßnahmen ergriffen würden, sei es allerhöchste Zeit, neben dem politischen Willen genügend Personal und finanzielle Mittel zur Verfügung zu haben, um sofort mit der weiteren Ertüchtigung zu beginnen. Ansonsten sehe er schwarz für die Oder-Schifffahrt.

Der Vorsitzende des Odervereins Gerhard Ostwald griff die provozierenden Thesen von Aster mit dem Hinweis auf die Anstrengungen des polnischen Ministeriums für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt auf. So gebe es konkrete Pläne der polnischen Regierung, den Bau weiterer Staustufen unterhalb von Malszyce/Maltsch anzugehen

Professor Horst Linde von der TU Berlin stellte als Sofortmaßnahme für eine Stärkung der Oder-Schifffahrt sein „innovatives Transportsystem für die Oder“ vor. Dessen Ziel sei es, Schubleichter für die Containerschifffahrt sowie für Schwerlast- und Großraumtransporte zu bauen, mit denen schon bald gefahren werden könne, ohne lange auf teure Baumaßnahmen am Fluss warten zu müssen. Über technische Verbesserungen an Fahrzeugen und an digitalen Einrichtungen berichteten Stefan Krause und Professor Andreas Schmidt. Über mögliche und bereits bestehende RoRo-Transporte auf der Oder berichteten Katja Hartberger und Andreas Häfner.

In der abschließenden Podiumsdiskussion formulierten Vertreter der Schifffahrtspraxis, der Verwaltung und der Wissenschaft ihre Wünsche zur „Zukunft der Oder-Schifffahrt“. Im Schlusswort wagte der Vorsitzende des Odervereins Gerhard Ostwald die These, dass angesichts der hochaktuellen Diskussion um Klimaschutz und CO2-Reduzierung politische Entscheidungen eine ganz andere Richtung bekommen und maßgeblich zum Erhalt der Oder und deren Ertüchtigung für die Binnenschifffahrt beitragen könnten.

Sperrung der Havel-Oder-Wasserstraße bei Oranienburg
Als der letzte Newsletter entstand, war noch nicht bekannt, dass die Befahrung des Kanals in den Abend- und Nachtstunden sowie an den Wochenende mit Hilfe einer zweilagigen Containerwand entlang des Kanalufers ermöglicht worden ist. In Abstimmung mit der Stadt Oranienburg und dem Kampfmittelräumungsdienst hat die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung dafür gesorgt, dass das Passieren der Gefahrenstelle für motorgetriebene Fahrzeugen zeitlich eingeschränkt möglich ist und die Wasserstraße nicht komplett gesperrt bleibt. Dafür dankt der Oderverein den Beteiligten und Verantwortlichen sehr. Von einer Beseitigung der ursächlichen Gefahrenquelle ist bisher nichts bekannt.

Minister Gróbarczyk bleibt im Amt
Im Internet haben wir den letzten Satz der Meldung im Newsletter 04/2019 bereits berichtigt. Der Minister für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt, Marek Gróbarczyk hat das Misstrauensvotum im polnischen Parlament, dem Sejm, überstanden und bleibt weiterhin im Amt. Die Kontinuität der Amtsführung und der Pläne für die Stärkung der Binnenschifffahrt bleiben damit erhalten.

Masterplan für die Binnenschifffahrt vorgestellt
Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer hat am 14.05.2019 den von der Regierungskoalition beschlossenen und mit viel Unterstützung von Vertretern der Praxis geschaffenen „Masterplan Binnenschifffahrt“ vorgestellt. Er besteht aus fünf Handlungs- und Maßnahmenfeldern:

  1. Bereitstellung einer bedarfsgerechten Infrastruktur
  2. Maßnahmen für eine umweltfreundlichere und wettbewerbsfähige Flotte
  3. Maßnahmen zur Bewältigung der digitalen Herausforderungen
  4. Maßnahmen zur Stärkung der Binnenschifffahrt in der multimodalen Transportkette
  5. Maßnahmen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Binnenschifffahrt

Kommentar: Vom Grundsatz ist der Masterplan sehr zu begrüßen. Er enthält praktisch alle Aspekte, um der Binnenschifffahrt eine glänzende Zukunft zu sichern. Die Herausforderungen des Klimawandels werden genannt, schnelleres und besseres Planen und Bauen gefordert. Die Abschaffung der Befahrensabgaben ist bereits umgesetzt. Inwieweit nun aber auch konkrete Förderungen für Motoren und technische Innovationen zu erwarten sind, bleibt noch abzuwarten. Die Digitalisierung wird in Angriff genommen, darüber gibt es keine Zweifel. Auch die Nachwuchsförderung und die Sicherung des Fachkräftebedarfs bleiben ein wichtiges Ziel, bei denen mit Unterstützung gerechnet werden kann. Ob der Masterplan insgesamt ein Erfolg wird, das werden die Parlamentarier mit ihrem politischen Willen, also auch dem Willen, mehr finanzielle Mittel bereit zu stellen, beweisen müssen. Wird dazu die Parlamentarische Gruppe Binnenschifffahrt im Bundestag ausreichen? Oder bedarf es nicht doch eines weiterreichenden gesellschaftlichen Konsenses?

Finowkanal wieder durchgängig befahrbar
Seit dem 25.05.2019 ist der Finowkanal wieder durchgängig befahrbar. An der Schleuse Ragöse unterhalb von Eberswalde wurden die verrotteten, hölzernen Schleusenobertore im Zeitraum von März bis Mai 2019 erneuert. Ein Neu der Obertore musste auf Grund der Ergebnisse aus der planmäßigen Bauwerksprüfung vom November 2018 erfolgen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde hat daraufhin den Neubau der Obertore ausgeschrieben und an ein Fachunternehmen vergeben. (Quelle WSA Eberswalde)


Newsletter 04/2019  (101. Ausgabe)   29.04.2019

23. Internationales Oder/Havel-Colloquium
Die Einladungen für das 23. Internationale Oder/Havel-Colloquium am 08.05.2019 in Slubice sind inzwischen ausgesandt worden. Mit dem Thema „Die Oder-Schifffahrt – Historie und Moderne“ wird der Bogen vom Beginn der Ertüchtigung der Oder für die Schifffahrt unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes im Jahr 1819 bis zu den heutigen Möglichkeiten durch technische Maßnahmen an den Fahrzeugen und der digitalen Unterstützung von Landseite geschlagen. Der Oderverein freut sich auf eine rege Beteiligung. Zum Abschluss der Veranstaltung wird es am 08.05.2019 noch eine rund einstündige Schiffsfahrt auf der Oder geben.

Sperrung der Havel-Oder-Wasserstraße bei Oranienburg
Bei der systematischen Kampfmittelsuche ist direkt an der Havel-Oder-Wasserstraße in Oranienburg eine Anomalie festgestellt worden, die auf das Vorhandensein einer 500-kg-Bombe amerikanischer Bauart aus dem 2. Weltkrieg hindeutet. Nun ist bekannt, dass die Stadt Oranienburg besonders im Ziel von Bombenabwürfen stand, aber dieses Mal ist der Schiffsverkehr auf der Verbindung nach Polen massiv betroffen. Die Stadt Oranienburg sperrte nicht nur das Kleingartengelände am Kanal, sondern seit dem 05.04.2019 auch den Schiffsverkehr auf dem Kanal. Zur Freilegung des georteten Objekts in sieben Metern Tiefe müssen wegen des hohen Grundwasserspiegels zunächst Spundwände gesetzt werden. Daher soll die Wasserstraße an dieser Stelle bis Ende Mai gesperrt bleiben. Betroffen sind auch rund 10.000 Sportboote, die jährlich dort entlang fahren.
Inzwischen wurde bekanntgegeben, dass der Kanal voraussichtlich Anfang Mai eingeschränkt passierbar sein wird. Eine Containerwand soll die vorbeifahrenden Schiffe schützen. Zwischen 7 und 17 Uhr werktäglich soll die Wasserstraße gesperrt bleiben, außerhalb der Suchzeiten bestehe von Freitag bis Sonntag ganztägig freie Fahrt. Wenn die Freilegung der Bombe beginnt, werde der Kanal wiederum komplett gesperrt.
Kommentar: Mehr als 75 Jahre hat eine Bombe tief im Untergrund gelegen, wenn sie denn überhaupt vorhanden ist. Der Fund wird nur auf Grund von Kartenauswertungen vermutet. Tausende von Schiffen sind in den letzten Jahrzehnten auf dem Kanal daran vorbei gefahren. Eine rund zweimonatige Totalsperrung der Wasserstraße wie zuerst geplant ist absolut unverhältnismäßig. Wenn Fahrzeuge einschiffig auf der dem Fundort abgewandten Seite des Kanals langsam und ohne Sog und Wellenschlag vorbeifahren, dann besteht ein sehr, sehr geringes Restrisiko unter den gegebenen Bedingungen. Die Schifffahrt hat bei anderen Gelegenheiten bewiesen, dass derartige Manöver möglich sind. Der Oderverein begrüßt, dass die Stadt einen Weg gefunden hat, den Verkehr wenigstens zeitweise zu ermöglichen. Wie wenig Sinn die Kategorisierung der Wasserstraßen macht, zeigt diese lange Sperrung der Wasserstraße der Kategorie C, wenn dann im nächsten Jahr festgestellt wird, der Verkehr auf der Wasserstraße hat ja massiv abgenommen, deshalb sei ein Ausbau nicht mehr nötig. Der Oderverein wird dieses Ereignis im Gedächtnis behalten, wenn es um eine Neubewertung geht.

Nachtrag zu den Schleusen auf der Oder und dem Gleiwitzer Kanal
Grundsätzlich ist es schwierig, verlässliche Daten für Schleusenlängen und -breiten entlang der Oder zu finden. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Längen und Breiten der Schleusen ein wichtiges Merkmal für den Schiffseinsatz sind, stellt sich dies offensichtlich in Polen ganz anders da, was möglicherweise mit den vorhandenen Fahrzeugen und dem Fehlen von Großmotorgüterschiffen zusammenhängt. Leider ist der Newsletter 3/2019 einem Fehler einer Internetseite aufgesessen, als er eine Schleusenlänge von 80 m auf dem Gleiwitzer Kanal angab. Die Schleusen werden restauriert, bleiben aber in einer Länge von 71,50 m, was den Einsatz von Europaschiffen bis 80 m ausschließt.
Die neue Schleusenkammer in Malszyce/Maltsch an der Oder ist für 190 m lange Schubverbände passierbar bei einer Breite von 12 m. Sie entspricht damit den anderen Oderschleusen, die mindestens eine nutzbare Länge von 187 m aufweisen.
Wir bitten, die Fehler zu entschuldigen.

Turbulente Tage im Binnenschifffahrtsministerium in Warschau
Kurz vor Ostern erreichte uns die Nachricht, dass sich der Minister für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warszawa/Warschau, Marek Gróbarczyk, einem Misstrauensvotum im Sejm, dem Parlament in Polen, stellen muss. Der Minister besitzt bei vielen der Schifffahrt nahestehenden Personen und Institutionen große Sympathien wegen seiner Pläne für die Stärkung der Wasserwege. Es wurde eine Abwahl befürchtet und deshalb zu einer Unterstützungsaktion gerichtet an den Ministerpräsidenten aufgerufen. An dieser hat sich der Oderverein beteiligt, auch wenn die genauen Gründe für das Misstrauensvotum nicht bekannt sind. Die Binnenschifffahrt in Polen benötigt im Augenblick vor allem Kontinuität, um die Politik fortzusetzen und die Pläne umzusetzen. Die Abstimmung hat am 25.04.2019 im Sejm stattgefunden, der Minister hat das Vertrauen ausgesprochen bekommen und ist weiter im Amt.

Sportbootverkehr in Richtung Müritz weiterhin unterbrochen
Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, die Schleuse Zaaren vorzeitig und damit vor dem 01.08.2019 fertigstellen zu können (der Newsletter hatte über die Verzögerungen der Bauarbeiten berichtet). Dank des Einsatzes der Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg ist der Protest bis zum Bundesverkehrsministers gelangt. In weiteren Gesprächen auf höchster Ebene sollen Möglichkeiten für Lösungen gefunden werden, die Saison für die Sportbootfahrer und Hausbootvermieter zu retten. Das Land Brandenburg hat Unterstützungszahlungen an die Vermieter abgelehnt.



Newsletter 03/2019 
(100. Ausgabe)   01.04.2019

100. Ausgabe des Newsletters
Seit 2010 gibt der Oderverein seinen Newsletter heraus, der zehn- bis zwölfmal im Jahr erscheint, und über die Arbeit des Vereins sowie wichtige und bemerkenswerte Ereignisse im Odergebiet informiert. Der Newsletter wird intern für die Mitglieder als auch extern als Teil der Öffentlichkeitsarbeit genutzt und ist deshalb ein bedeutendes PR-Mittel für den Oderverein. Da nicht alle Informationen im Zeitalter der elektronischen Medien aktuell und auf dem neuesten Stand sind, kommt es für den Verein besonders darauf an, die vorliegenden Nachrichten zu kommentieren und in Zusammenhang mit der Vereinsarbeit zu stellen. Wir hoffen, damit das Interesse der Leser zu finden, und werden weiterhin in diesem Sinne tätig sein.

23. Internationales Oder/Havel-Colloquium
Die Einladungen für das 23. Internationale Oder/Havel-Colloquium am 08.05.2019 in Slubice sind fertiggestellt. Mit dem Thema „Die Oder-Schifffahrt – Historie und Moderne“ wird der Bogen vom Beginn der Ertüchtigung der Oder für die Schifffahrt unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes im Jahr 1819 bis zu den heutigen Möglichkeiten durch technische Maßnahmen an den Fahrzeugen und der digitalen Unterstützung von Landseite geschlagen. Die Einladungen werden Ihnen in den nächsten Tagen zugehen. Der Oderverein freut sich auf eine rege Beteiligung. Zum Abschluss der Veranstaltung wird es am 08.05.2019 noch eine rund einstündige Schiffsfahrt auf der Oder geben.

Delegation der Kammerunion Elbe/Oder in Polen
Vom 26. bis 29.03.2019 hielt sich eine Delegation der Kammerunion Elbe/Oder (KEO) in Polen auf. Sie bestand aus zwei Gruppen. Die Gruppe aus Magdeburg führte der Minister für Regionalentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt, Thomas Webel, an. Die zweite Gruppe wurde von Carsten Christ, Präsident der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg in Frankfurt (Oder) sowie Präsidiumsmitglied der KEO, geleitet.
Als Mitglied der KEO war der Oderverein durch den Vorsitzenden Gerhard Ostwald vertreten. Reiseziele waren
Gliwice/Gleiwitz, Opole/Oppeln und Wroclaw/Breslau. Die Teilnehmer konnten viele neue Eindrücke und darüber hinaus interessante Informationen gewinnen, von denen nachfolgend einige aufgegriffen werden.

Staatliche Wasserwirtschaft Polnische Gewässer
Seit dem 01.01.2018 gibt es die Panstwowe Gospodarstwa Wodniego Wody Polskie, die Staatliche Wasserwirtschaft Polnische Gewässer (englisch State Water Holding Polish Waters). Der Newsletter hat darüber berichtet. Es handelt sich um ein dem Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt nachgeordnetes Institut der zentral ausgerichteten Wasserwirtschaft, das eigenständig handeln und wie ein Unternehmen Investitionen auslösen kann. Zu dem Institut in Warszawa/Warschau gehören die Regionalen Wasserwirtschftsämter u. a. in Szczecin/Stettin und Wroclaw/Breslau.

Schlesisches Logistikzentrum in Gliwice/Gleiwitz
Zum Schlesischen Logistikzentrum gehört der Hafen in Gliwice/Gleiwitz, der sich auf rund 25 000 m² der knapp 48 ha Fläche des gesamten Logistikzentrums erstreckt. Noch immer wird in starkem Maße Kohle von der Schiene auf das Schiff umgeschlagen. Im Jahr 2019 wird eine Gesamtmenge von rund 250 000 t Kohle erwartet. 2018 wurden 422 Schiffe im Hafen abgefertigt, also rund 2 Schiffe pro Werktag. 7 Güterzüge mit Containern fahren in der Woche von und nach Gdingen und Rotterdam. Eine Menge von 72 400 TEU wurde im letzten Jahr erreicht.

Gleiwitzer Kanal
Der Gleiwitzer Kanal wurde in den Jahren 1934 bis 1940 anstelle des zu schmal und zu wenig leistungsfähigen Klodnitzer Kanals errichtet. Er zweigt von der Oder ab und endet im Hafen von Gleiwitz. Der Kanal ist 41 Kilometer lang, besitzt sechs Schleusen und überwindet einen Höhenunterschied von 44 (nach anderen Angaben 49) Metern. Die Schleusen besitzen die Maße 80 m x 9,50 m und sind mit zwei Kammern ausgestattet. Sie werden zurzeit erneuert. Die Schleuse Rudziniec ist bereits fertiggestellt. An der Abladetiefe  von 2 Metern auf dem gesamten Kanal wird gearbeitet. Beeindruckend war die Tatsache, dass bereits viel Geld investiert worden ist, um der Binnenschifffahrt wenigstens einen Teil der früheren Bedeutung wieder zu geben.

Schifferschule in Wroclaw/Breslau
Mit großem Stolz führte der Direktor des Amtes für Binnenschifffahrt in Breslau, Dr. Jan Pys, aus, dass der Minister für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt Marek Grobarczyk, Breslau zur „Hauptstadt der Schifffahrt“ in Polen ernannt hat. Das hängt damit zusammen, dass seit 3 Jahren mit Unterstützung des Wojewoden Pawel Hreniak wieder der Beruf des Binnenschiffers im Technikum Zeglugi Srodladowej ausgebildet wird. Der Wojewode betonte in seinem Grußwort, dass er vor wenigen Tagen mit dem Präsidenten der Republik Polen Andrzej Duda zusammengetroffen sei und es im Gespräch über die Binnenschifffahrt auf der Oder gegangen sei.

Staustufe Malszyce/Maltsch
Mit großem finanziellem Aufwand konnte im Juni 2018 die Schleuse Malszyce/Maltsch unterhalb von Brzeg Dolny/Dyhernfurth nach über 20 Jahren Planungs- und Bauzeit eröffnet werden. Noch immer ist nicht die gesamte Staustufe, die weit mehr als nur die Schleuse umfasst, fertiggestellt worden. Zur Staustufe gehören eine großzügig dimensionierte Fischtreppe, ein Kraftwerk zur Erzeugung von Elektrizität, das im August 2019 in Betrieb gehen soll, und ein Überlaufbecken, das bei Hochwasser genutzt werden kann. Auch daran wird noch gearbeitet. Die Schleusenkammer ermöglicht die Durchfahrt von Schiffen mit Maßen von 115 x 12 Metern. Der Bau der Staustufe erfolgte vorrangig deshalb, weil in diesem Bereich die Oder stark erodierte und bereits bis zu 3 Metern ausgekolkt war. Für weitere Staustufen in Lubiaz/Leubus und Scinawa/Steinau a.d. Oder unterhalb von Malszyce bestehen bereits feste Pläne.

Internationales Oder-Symposium
Im Zusammenhang mit dem Jahr der Oder 2019 fand zum Abschluss der Delegationsreise am 29.03.2019 in Wroclaw/Breslau ein Internationales Oder-Symposium mit Vertretern aus Polen, Tschechien und Deutschland statt. Von besonderer Bedeutung für den Oderverein waren dabei die Ausführungen von Przemyslaw Zukowski aus dem Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt in Warschau zu den aktuellen Investitionen und Plänen zur Modernisierung der Oder.
Er, Zukowski, werde immer wieder gefragt, warum sich der Hafen Stettin für die Entwicklung der Oder einsetze. Die Antwort sei einfach: der Verkehrskorridor Oder sei von Bedeutung auch für den Hafen. In Polen erfolge die Betrachtung zur Entwicklung der Verkehrswege korridorweise. Die Staatliche Wasserwirtschaft Wody Polskie vereine alle Aspekte des Wassers als Trinkwasser, für Industrie und Landwirtschaft, für die Schifffahrt und beim Schutz vor Hochwasser in einem Ministerium. Diese Institution werden auch Investor sein, um die Politik des Ministeriums umzusetzen. Die Umweltaspekte bei den Plänen seien wichtig und schwierig. Die Prozesse für Investitionen würden dadurch länger dauern. Bis Ende 2021 sollen die Projekte auf dem Tisch liegen. Ziel sei es, die Oder wieder in die transeuropäischen Verkehrsnetze TEN-T zu bekommen. Die Revision des TEN-T-Netzes habe begonnen. Es sei schon jetzt politische Arbeit notwendig, um das Ziel zu erreichen. Die Förderung werde zukünftig nicht mehr bei 85 % liegen. Das Europäische Parlament habe sich dafür ausgesprochen, die Förderung nicht unter 50 % fallen zu lassen.

Gedankenspiele: Wir brauchen das Wasser !
Ohne Wasser kann kein Lebewesen existieren. Menschen, Tiere und Pflanzen brauchen das kostbare Nass. Der Klimawandel und die Trockenheit des Jahres 2018 zeigen, dass es dringender als je zuvor notwendig ist, Wasser auf den Siedlungsflächen und in Flüssen solange wie möglich festzuhalten. Zurzeit werden landwirtschaftliche Flächen über die Flüsse entwässert. Der Grundwasserspiegel sinkt dabei mittelfristig, sodass es auch immer aufwändiger wird, das Grundwasser für Menschen und Pflanzen aus der Tiefe zu fördern.
Womit könnte dem entgegen gewirkt werden ? Flüsse mit geringem Gefälle wie Elbe und Oder könnten in eine Kette von Seen verwandelt werden – mittels Staustufen. Das hätte den Vorteil, dass das Wasser länger erhalten bleibt in der Region statt ungehindert abzufließen. Über die Fischtreppen gäbe es auch Leben im Wasser, die Menschen könnten sich entlang der Ufer erholen und letztlich wäre auch für die Schifffahrt ausreichend Wasser unter dem Kiel. Die Regulierung der Elbe in Tschechien, der Oder im Oberlauf, von Spree und Havel zeigen, dass Staustufen keine Umweltzerstörung sind, sondern vom Menschen gezielt eingesetzte Maßnahmen zur Verbesserung der Ökologie sein können. Noch sind neue Staustufen in Deutschland nur ein Gedankenspiel. Haben Sie bessere Ideen ? Wir wären gespannt darauf, sie zu erfahren.

5. Symposium zur Zukunft des Finowkanals
Das 5. Symposium zur Zukunft des Finowkanals am 20.03.2019 lässt hoffnungsvoll auf die Zukunft des Finowkanals blicken, so lautet das Fazit des Vorsitzenden des Vereins Unser Finowkanal Hartmut Ginnow-Merkert. Die Veranstaltung drehte sich zwar um das Thema Wasserbau und wagte dabei einen Blick über die Grenzen der Region. Doch im Hintergrund ging es um den Finowkanal und sein touristisches Potenzial. Der Kanal soll auch künftig durchgehend schiffbar bleiben. Die jüngst im Landtag vorgeschlagene Lösung sieht vor, dass der Bund die Hälfte der Sanierung bezahlt, 90 Prozent der anderen Hälfte soll das Land übernehmen und die übrigen 10 Prozent würden von Kommunen und Landkreis gestemmt werden. Die Instandhaltung obliege nach dieser Lösung weiterhin dem Bund. Alle Beteiligten arbeiten an der vertraglichen Absicherung.

(Quelle Märkische Oderzeitung)


Newsletter 02/2019  (99. Ausgabe)  21.02.2019

Gespräch mit Staatssekretärin Jesse
Leider hatte ein Zusammentreffen mit Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, aus Anlass der Mitgliederversammlung des Odervereins im letzten Jahr nicht geklappt. Das vom Vorstand des Odervereins gewünschte Gespräch wurde dann Ende Januar 2019 im Ministerium in Potsdam nachgeholt. Konkret wünscht sich der Oderverein eine stärkere Unterstützung bei der Umsetzung der im Deutsch-Polnischen Regierungsabkommen vom 27.04.2015 vereinbarten Punkte durch die brandenburgische Landesregierung. Hier könnte nach Auffassung des Vereins das Land Brandenburg durch Fürsprache beim Bundesverkehrsminister behilflich sein. Staatssekretärin Jesse versprach, durch geeignete Schritte das Thema im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) auf die Tagesordnung zu setzen.

Auf Unterstützung des Landes beim Ersatzneubau für die Schleuse Fürstenwalde/Spree angesprochen verwies die Staatssekretärin auf eine Vielzahl von Projekten, in denen das Land Brandenburg in Vorleistung getreten sei und es so dem Bund leicht mache, sich von seinen ureigenen Aufgaben und Verantwortlichkeiten zurück zu ziehen. Hier bedarf es großen Fingerspitzengefühls, damit der Bund nicht aus der Verantwortung entlassen wird.
Insgesamt gesehen fand das rund einstündige Gespräch in einer sehr offenen und angenehmen Atmosphäre statt.

23. Internationales Oder/Havel-Colloquium
Großes Interesse findet bereits in der Vorbereitung das 23. Internationale Oder/Havel-Colloquium am 08.05.2019 in Slubice. Mit dem Thema „Die Oder-Schifffahrt – Historie und Moderne“ wird der Bogen vom Beginn der Ertüchtigung der Oder für die Schifffahrt unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes im Jahr 1819 bis zu den heutigen Möglichkeiten durch technische Maßnahmen an den Fahrzeugen und der digitalen Unterstützung von Landseite geschlagen. Auch das polnische Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschifffahrt wird vertreten sein und seine Vorstellungen für Verbesserungen an der Oder vorstellen. Ziel aller politisch Verantwortlichen muss es sein, zunächst unter Verzicht auf grundlegende Veränderungen am Fluss so schnell wie möglich die technischen Gegebenheiten zu nutzen. Angesichts der endlosen Schlangen von Lkw auf polnischen Autobahnen fragt man sich ohnehin, warum das nicht schon längst intensiver ins Auge gefasst worden ist.

Autonome Schifffahrt auf der Spree-Oder-Wasserstraße
Der Bundesverkehrsminister hat einen Aktionsplan „Digitalisierung und Künstliche Intelligenz in der Mobilität“ vorgelegt. In die Liste der Handlungsfelder und Maßnahmen ist auch die Binnenschifffahrt aufgenommen worden. In diesem Zusammenhang soll die „Einrichtung von digitalen Testfeldern“ unterstützt werden, „um der Industrie die Erprobung von Systemen zu ermöglichen und die Entwicklung hin zur hoch oder sogar voll automatisierten Navigation in der Binnenschifffahrt fortzusetzen“. Die Erprobung der autonomen Schifffahrt soll gefördert werden, „um zu untersuchen, welche digitalen Infrastrukturen notwendig sind, um den sicheren Einsatz autonomer Schiffe in der Binnen- und Seeschifffahrt zu gewährleisten. In Zusammenarbeit mit den Bundesländern unterstützen wir Projekte wie den Einsatz eines autonomen Vermessungsfahrzeugs im Hamburger Hafen, das Projekt „Elbe 4.0″ und die Einrichtung einer Testumgebung auf der Spree-Oder-Wasserstraße sowie einer Testumgebung auf dem Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals zwischen dem Hafen Dortmund und der Schleuse Waltrop.“
Der Oderverein begrüßt es, dass die Spree-Oder-Wasserstraße im Land Brandenburg ausdrücklich in die Liste aufgenommen wurde. Im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks am 15.02.2019 wurde über das Thema „Autonome Schifffahrt“ ausführlich diskutiert. Dabei ist der Fahrplan für die Spree-Oder-Wasserstraße sehr ambitioniert. Bereits im Jahr 2020 soll teilautonom gefahren werden. Im Jahr 2022 soll das automatisierte Fahren möglich sein und ab 2033 autonomes Fahren. Das Testfeld wird ein Abschnitt der Kanalstrecke sein, ein im Grund einfacher Streckenabschnitt. Aber was wird mit Sportbooten sein, mit Begegnungsverkehren? Wer haftet bei Unfällen? Noch sind viele Fragen zu beantworten. Mit dem Thema befasst sich ein Gremium von verschiedenen Fachleuten. Die Leitung ist beim BMVI angesiedelt.

Neues aus dem Bereich Wassertourismus
Der Bundesverkehrsminister hat ein neues Konzept für den Finowkanal vorgelegt, um die Übernahme des Kanals durch Landkreis und Kommunen attraktiv zu machen. Danach soll der Unterhalt der Wasserstraße weiterhin durch die Bundeswasserstraßenverwaltung erfolgen. Zur Sanierung der Schleusen zahlt der Bund jeweils 50 % der notwendigen Kosten für die Sanierung zu. Zwar hat man mit der Sanierung der Schleusen eine bessere Übersicht über die entstehende Finanzierung auf Seiten der Kommunen als bei den Unwägbarkeiten, die der Unterhalt der Wasserstraße bietet, doch dürften die Beträge bei zwölf Schleusen immer noch zu hoch sein, als dass sie allein von den Kommunen zu stemmen sind. Ohne Unterstützung des Landkreises und ggfs. durch die EU wird es auch dieser Plan schwer haben, umgesetzt zu werden.

Der Oderverein hat sich einem Schreiben der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg angeschlossen, in dem gegen die Bauzeitverlängerung und Sperrung der Schleuse Zaaren an der Oberen Havel-Wasserstraße protestiert wird. Wenn die Fertigstellung der Schleuse, die eine wesentliche Verbindung zwischen Berlin, der Brandenburgischen und Mecklenburgischen Seenplatte darstellt, erst zum 01.06.2019 erfolgt, befürchten zahlreiche von den Einnahmen aus dem Wassertourismus abhängigen Unternehmen erhebliche Verluste bis hin zur Betriebsaufgabe. Ohne strukturelle Hilfen werden einige Unternehmen die Ausfallzeit nicht überstehen.



Newsletter 01/2019 
(98. Ausgabe)  29.01.2019

2019 Jahr der Oder
Die Wiederentdeckung der Binnenschifffahrt in der Republik Polen, die ihren Niederschlag auch in einem eigenen Ministerium in Warschau erfuhr, machte 2017 zum Jahr der Weichsel. 2019 nun wurde als Jahr der Oder ausgerufen. Hintergrund ist die schon mehrfach im Newsletter erwähnte Protokollunterzeichnung der Oder-Bereisungskommission des preußischen Staates in Oderberg (heute Bohumin/Tschechien) am 07.07.1819. Somit jährt sich dieses Ereignis in diesem Jahr zum 200. Mal. Der Oderverein wird dieses Jahr mit dem 23. Internationales Oder/Havel-Colloquium in Slubice dem Jahr der Oder Rechnung tragen.

23. Internationales Oder/Havel-Colloquium
Wie bereits im vorigen Newsletter erwähnt laufen die Vorbereitungen zum 23. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums. Es wird am 08.05.2019 das Thema „Oder-Schifffahrt – Historie und Moderne“ aufgreifen und im Collegium Polonicum der Europa-Universität Viadrina in Slubice stattfinden. Von besonderer Bedeutung werden die technischen Entwicklungen und Möglichkeiten einer wirtschaftlichen Oder-Schifffahrt unter den gegebenen Bedingungen sein. Wir bitten Sie, den Termin zu notieren. Die offizielle Einladung wird Anfang April ausgesandt.

Schiffshebewerk Niederfinow vor der Fertigstellung
Die Zeitschrift „Binnenschifffahrt“ hat in ihrer jüngsten Ausgabe Nr. 01/2019 die fortschreitenden Bauarbeiten am neuen Schiffshebewerk Niederfinow aufgegriffen und zeigt auf einem den Bericht begleitenden Foto die erste Trogfüllung. Zugleich ist zu sehen, dass am unteren Vorhafen noch gebaut wird. Mit der Fertigstellung ist Ende 2019 zu rechnen. Bereits im Laufe dieses Jahres soll der Probebetrieb des Hebewerks mit etwa 500 Testfahrten laufen, wobei es dabei besonders auch auf die Software des  computergesteuerten Betriebs des Troges ankommt. Sie muss den störungsfreien Betrieb des Hebens und Senkens des Troges garantieren.

Ausbau der Havel-Oder-Wasserstraße kommt in Gang
Ebenfalls in der „Binnenschifffahrt“ Nr. 01/2019 wird über den im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 vorgesehen Ausbau der Havel-Oder-Wasserstraße (HOW) berichtet. Der Ausbau der HOW für Großmotorgüterschiffe war im vordringlichen Bedarf vorgesehen, damit 110-Meter-Schiffe mit 2,80 m Abladung das neue Schiffshebewerk Niederfinow erreichen und dort geschleust werden können. Das neue Hebewerk lässt das Passieren von Fahrzeugen mit diesen Maßen zu. Besonders die Scheitelhaltung des Kanals, der im Niveau teilweise erheblich über dem umliegenden Gelände liegt, soll dabei in drei Bauabschnitten für die großen Schiffe hergerichtet werden. Noch im Frühjahr 2019 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, die spätestens im Sommer 2026 abgeschlossen sein sollen. Der Schiffsverkehr soll dabei so wenig wie möglich gestört werden.

Wasserstand der Oder
Die lange Trockenperiode des vergangenen Jahres ist überwunden. Die Pegelstände der Oder im Januar 2019 zeigen weitgehend zufriedenstellenden Wassergang an. Im Bereich der mittleren Oder gibt es wie üblich im Bereich Krossen an der Oder/Krosno Odrzanskie Flachstellen, die mit einem Pegelstand um 1,50 m tiefgangsbestimmend für die ganze Oder in diesem Bereich sind. Im Bereich der Grenzoder ab Ratzdorf flussabwärts liegen die Pegelstände bei ca. 2 m und mehr.

Schleuse auf der Frischen Nehrung
Das polnische Ministerium für maritime Wirtschaft und Binnenschiffahrt (MGMiZS) in Warschau hat in den letzten Wochen der Europäischen Union (EU) in Brüssel gegenüber die Pläne für einen Kanaldurchstich der Frischen Nehrung bei Skowronik/Vogelsang begründet. Damit sollen die wirtschaftlichen Bedingungen des Hafens Elblag/Elbing am Frischen Haff erheblich verbessert werden. Der Hafen ist derzeit nur über die Weichsel und die Nogat erreichbar. Zwar gibt es einen Zugang von der Ostsee zum Frischen Haff, doch der liegt auf russischem Gebiet und Russland hat den freien Zugang als internationale Wasserstraße gesperrt. Bereits im Mai 2016 verabschiedete die polnische Regierung eine Resolution zum Bau des Kanals und dessen Finanzierung aus dem Staatshaushalt in den Jahren 2017-2022. Das Projekt ist auf Grund der ungewissen Auswirkungen auf das Ökosyierung der Motoren sein, die teuer ist und deshalb wegen der verhältnismäßig geringen Stückzahlen, die verkauft werden würden, von der Industrie nicht angegangen werden wird.

Planfeststellung für VDE 17 in Berlin
Nach rund zweijähriger Dauer des Planfeststellunsgverfahren hat der Planfeststellungsbeschluss vom 01.03.2018 für das Bauvorhaben „Fahrrinnenanpassung der Berliner Nordtrasse“ Bestandskraft erreicht. Damit liegt nun Baurecht für die letzten noch in Berlin auszuführenden Teilprojekte des Verkehrswegeprojektes Deutsche Einheit Nr. 17 (VDE 17) vor.
Die Berliner Nordtrasse umfasst die Spree-Oder-Wasserstraße unterhalb der Schleuse Charlottenburg bis zur Mündung der Spree in die Havel (SOW km 0,000 bis 4,673) und die Untere Havel-Wasserstraße von der Spreemündung bis zum Pichelsdorfer Gmünd in die Kladower Seenkette (UHW km 0,000 bis 4,300).
Insgesamt investiert der Bund rd. 57 Mio. € in die Anpassung des neun Kilometer langen Streckenabschnittes an die Nutzungsparameter der europäischen Wasserstraßenklasse Vb.
„Die jetzt planfestgestellte Ausbaulösung stellt einen guten Kompromiss zwischen den verschiedenen Nutzungsinteressen für die Wasserstraße dar. Sie genügt dem aktualisierten Bedarf der Verlader und wird auch zu einer nachhaltigen ökologischen und städtebaulichen Aufwertung der Wasserstraße führen“, sagt Rolf Dietrich als Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin.
Es wird mit einer dreijährigen Bauzeit gerechnet. (Quelle WNA Berlin)

Machbarkeitsstudie Autonomes Fahren in der Binnenschifffahrt
Das DST Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme e. V. hat am 07.11.2018 in Duisburg eine Machbarkeisstudie Autonomes Fahren in der Binnenschifffahrt vorgestellt.
Schon in 15 Jahren könnten auf den Wasserstraßen in Deutschland autonom fahrende Frachtschiffe unterwegs sein. Mit seinen zahlreichen Kanälen und Häfen könne das Ruhrgebiet ein gutes Testgebiet für selbstfahrende Schiffe sein, heißt es in der Untersuchung. Ein Abschnitt des Dortmund-Ems-Kanals zwischen Dortmund und der Schleuse Waltrop sei dafür besonders geeignet.
Autonomes Fahren biete die Chance, auch kleinere Frachtschiffe wettbewerbsfähig betreiben zu können, betont das Duisburger Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST), das die Studie erstellt hat. So könnten Güter von den großen Rheinfrachtern statt auf Lastwagen auf kleinere Schiffe umgeladen und über die Kanäle weiter transportiert werden.
Mit der Digitalisierung beschäftigen sich auch Projekte an der Elbe und am Oder-Spree-Kanal.

Umweltverträglichkeitsprüfung an der Oder
Die Republik Polen hat im Zusammenhang mit Modernisierungsarbeiten am Grenzfluss Oder die Unterlagen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung erstellt und der deutschen Seite zur Auslage und Beteiligung übermittelt. Bis zum 20.Nov. 2018 besteht für Behörden und für die Öffentlichkeit in Deutschland die Möglichkeit, Stellung zu nehmen. Die Stellungnahmen sind an die Regionaldirektion für Umweltschutz (Regionalna Dyrekcja Ochrony Środowiska) und an die Generaldirektion für Umweltschutz (Generalna Dyrekcja Ochrony Środowiska) zu richten. Die Dokumentation ist unter folgenden Link abrufbar:
https://www.gdws.wsv.bund.de/SharedDocs/Planfeststellungsverfahren/DE/700_UVP_Polen_Modernisierungsarbeiten_Oder.html

Internationales Oder/Havel-Colloquium vom 19.06.2018
Die Dokumentation des 22. Internationalen Oder/Havel-Colloquiums in Potsdam liegt jetzt fast vollständig vor und kann auf der Homepage des Vereins unter www.oderverein.de im Archiv aufgerufen werden. Wir bedauern die Verzögerung, der längere Abstimmungen vorausgegangen sind.


Arbeit am „Innovativen Transportkonzept für die Oder“ und das Jahr der Oder 2019 mit den vorgesehenen Veranstaltungen. Es wurden Vereinbarungen getroffen, die besonders im Fall des Transportkonzepts zwischen den Universitäten in Berlin und Wroclaw/Breslau konkretisiert werden müssen.

Schiffshebewerk Niederfinow
In einem ausführlichen Bericht würdigte die „Berliner Zeitung“ den Fortgang an den Bauarbeiten am neuen Schiffshebewerk Niederfinow. Danach würden jetzt die Arbeiten am Trog und seiner Hebetechnik beginnen. Der untere Vorhafen des Hebewerks steht für den Herbst 2018 auf dem Programm. Bis Mitte 2019 sollen alle Arbeiten am Hebewerk abgeschlossen sein. Dann könnte im Herbst 2019 mit dem Probebetrieb begonnen werden. Die Verkehrsfreigabe soll im Jahr 2020 erfolgen. Das sind dann immerhin sechs Jahre mehr Bauzeit als ursprünglich vorgesehen. Doch wäre das Schiffshebewerk (knapp 300 Millionen Euro Baukosten) immer noch vor dem Flughafen BER (über 6 Mrd. Euro) fertig.

Sperrung der Schleuse Hohensaaten West verschoben
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde teilte mit, dass die für den Zeitraum vom 27.08.2018 bis 28.11.2018 vorgesehene Sperrung der Schleuse Hohensaaten West auf das Frühjahr 2019 (2.Quartal) verschoben wurde. Für die auf drei Monate geplanten Arbeiten am Korrosionsschutz der Schleusentore konnten keine Firmen gefunden werden, die die Fristen gewährleisten.


Newsletter 06/2018  (92. Ausgabe)  14.06.2018

22.Internationales Oder/Havel-Colloquium am 19.06.2018 in Potsdam – Erinnerung
„Binnenschifffahrt + Fluss-/Seeschifffahrt sind praktizierter Umweltschutz!“ ist das Thema des diesjährigen Internationalen Oder/Havel-Colloquium. Der offizielle Einladungsflyer für das Colloquium ist ausgesandt worden. Sollte er Ihnen nicht vorliegen, kann er von der Geschäftsstelle angefordert werden. Anmeldungen sind noch möglich !

Verbändeerklärung zur Schifffahrt zwischen Elbe und Oder
Im Frühjahr 2018 haben die Elbe-Allianz, der Bundesverband öffentlicher Binnenhäfen, der Oderverein, die Kammerunion Elbe/Oder, die ERSTU und der Verein Weitblick eine Erklärung zu notwendigen Verbesserungen der Schifffahrtsbedingungen auf den Flüssen und Elbe und den Verbindungskanälen zwischen Elbe und Oder erarbeitet. Diese Erklärung listet die notwendigen Maßnahmen aus Sicht der Verbände auf, um Binnenschifffahrt attraktiver zu machen. Sie richtet sich an das Bundesverkehrsministerium, die Landesregierungen in Ostdeutschland und an die Parlamentarier in Bund und Ländern. Im Rahmen des Elbschifffahrtstages 2018 am 24.05.2018 in Wittenberge wurde die Verbändeerklärung thematisiert und symbolisch für die übrigen Adressaten an die Staatssekretärin im Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg, Ines Jesse (SPD), übergeben. Wir fügen die Erklärung dem Newsletter bei.

Perspektiven für den Wassertourismus
Unter dem Motto „Leinen los!“ hatte das Bündnis für Wasserstraßen besonders Bundes- und Landespolitiker eingeladen, um auf die notwendigen Entwicklungsmaßnahmen für eine Stärkung des Wassertourismus hinzuweisen. Dabei wurde u. a. bemängelt, dass beispielsweise im Land Brandenburg nicht geklärt ist, wer denn nun federführend für den Wassertourismus zuständig. Auch auf Bundesebene ist nicht eindeutig klar, wo der Wassertourismus angesiedelt ist. Sowohl das Wirtschaftsministerium als auch das Verkehrsministerium befassen sich mit dem Thema. Im neuen Bundeshaushalt sind vom Bundesverkehrsministerium 62 Millionen Euro für Nebenwasserstraßen eingestellt. Das sind auch Wasserstraßen mit touristischer Nutzung. Angesichts der notwendigen Erhaltungsmaßnahmen zum Beispiel am Finowkanal ist die Summe sicher zu gering bemessen. Auf Grund der Höhe der Kostenbeteiligung der kommunalen Gebietskörperschaften hat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft in Eberswalde die Verhandlungen mit dem Bund zur Übernahme des Finowkanals beendet. Der Vorsitzende des Vereins „Unser Finowkanal“, Hartmut Ginnow-Merkert, fordert in diesem Zusammenhang den Mut zu offenen Gesprächen über alle Lösungsmöglichkeiten.

Ausbau der HOW geht in die nächste Phase
Voran geht es demnächst auch an der Oder-Havel-Wasserstraße, hier wurde am 11.06.2018 in der Gemeinde Schorfheide die konkreten Schritte für den weiteren Ausbau im Bereich Finowfurt/Lichterfelde (HOW-km 55,95 – 63,22) bekanntgegeben. Im kommenden Jahr soll hier auf einem rund 7 km langen Abschnitt die Verbreiterung von 34 auf 55m Kanalbreite starten. Zugleich wird die Wassertiefe von 2,8m auf 4 m vertieft. Für die Bauarbeiten sind rund 6 Jahre Bauzeit vorgesehen. Besondere Herausforderung ist dabei, dass der Kanal höher als die Umgebung liegt und deshalb mit Ton abgedichtet werden muss. Das Bauvolumen beträgt 75 Millionen Euro und es werden rund 1 Mill. Tonnen Baggergut, 500.000 Quadratmeter Tondichtung und 500.000 Tonnen Wasserbausteine bewegt, vorrangig soll das auf dem Wasserweg passieren.
Für die Schifffahrt sind allenfalls kurzzeitige Sperrungen geplant.

Verkehrsinfrastruktur schneller planen
Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB), das Deutsche Verkehrsforum (DVF) und der Zentralverband der deutschen
Seehafenbetriebe (ZDS) haben beim gemeinsamen Parlamentarischen Abend die schnelle Verabschiedung eines wirkungsvollen Planungs- und Baubeschleunigungsgesetzes gefordert. Außerdem erwarten die Verbände, dass bei der Abstimmung von Naturschutzregelungen in Brüssel künftig stärker auf die Belange von Mobilität und Logistik geachtet wird.

Enak Ferlemann MdB, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, kündigte an, dass beim neuen Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz das Eisenbahnbundesamt für Eisenbahnprojekte und die Bundesfernstraßenamt für Autobahnprojekte als einzige Anhörungsbehörden vorgesehen seien. Außerdem sollten Ersatzneubauten nicht mehr komplett neu planfestgestellt werden müssen wie Neubauten. Man werde auch versuchen die Präklusion wieder einzuführen und Fristen soweit wie möglich zu verkürzen. „Mit einem Planungsbeschleunigungsgesetz wollen wir Planungs- und
Genehmigungsverfahren effizienter machen, Schnittstellen einsparen sowie die Digitalisierung und Transparenz der Prozesse stärken. Der Gesetzentwurf soll in diesem Sommer dem Bundeskabinett vorgelegt werden“, kündigte der Staatssekretär an.

Norbert Schüßler, DVF-Präsidiumsmitglied und Geschäftsführender Gesellschafter Schüßler-Plan GmbH, wies auf die Dringlichkeit hin: „Geld ist da. Aber Verkehrsprojekte verzögern sich in Deutschland auf dramatische Weise. Nicht nur für die Häfen ist das existenziell. Es geht um unsere Wettbewerbsfähigkeit. Auch für den Klimaschutz ist es schlecht, wenn Schienenwege und Wasserstraßen nicht bedarfsgerecht ausgebaut werden. Wenn hier in Zukunft nicht mehr passiert, bleibt die Verlagerung von Verkehren nur Wunsch und Wolke.“ (Quelle BÖB/Bündnis für Wasserstraßen)

Fachkonferenz zu alternativen Antrieben in Leipzig
Klimaneutraler Tourismus mit dem Schwerpunkt alternative Antriebe auf Gewässern ist in der Stadt Leipzig und im Grünen Ring Leipzig in den vergangenen Jahren zu einem Hauptthema in der Regional- und Tourismusentwicklung geworden. Der Grüne Ring Leipzig und die Stadt Leipzig, vertreten durch das Amt für Wirtschaftsförderung und das Amt für Stadtgrün und Gewässer laden Sie daher in Kooperation mit dem Netzwerk Deutsche Wasserwege (N:DW) und NEU e.V. sehr herzlich ein zu einer ganztägigen
Fachkonferenz „Alternative Antriebe auf den Gewässern“ am Donnerstag, dem 28. Juni 2018, 9:30 Uhr – 16:30 Uhr im Bootshaus am Klingerweg des SC DHfK, Klingerweg 2, 04229 Leipzig.

Egal ob Vertreter der Leipziger Fahrgastschiffbetriebe, Hersteller von Elektromotoren, Forscher im Bereich der Brennstoffzellentechnologie oder Reedereien: Verschiedene Akteure werden auf der Fachkonferenz zu Wort kommen und ihre Sicht der Dinge in einem spannenden Kontext darlegen. Diskutieren Sie mit!  Das ausführliche Programm mit allen Themen und Referenten erhalten Sie auf Anfrage.


 

Newsletter des Vereins

Möchten Sie in den E-Mail-Verteiler des Newsletters aufgenommen werden, um künftig
automatisch jeden neuen Newsletter zu erhalten, senden Sie bitte eine kurze Mail
an info@oderverein.de

2019
Newsletter 10/2019 vom 14.11.2019
Newsletter 09/2019 vom 21.10.2019
Newsletter 08/2019 vom 23.09.2019
Newsletter 07/2019 vom 20.08.2019
Newsletter 06/2019 vom 25.06.2019
Newsletter 05/2019 vom 29.05.2019
Newsletter 04/2019 vom 29.04.2019
Newsletter 03/2019 vom 01.04.2019
Newsletter 02/2019 vom 21.02.2019
Newsletter 01/2019 vom 29.01.2019

2018
Newsletter 11/2018 vom 17.12.2018
Newsletter 10/2018 vom 11.11.2018
Newsletter 09/2018 vom 10.10.2018
Newsletter 08/2018 vom 11.09.2018
Newsletter 07/2018 vom 17.07.2018
Newsletter 06/2018 vom 14.06.2018
Newsletter 05/2018 vom 23.05.2018
Newsletter 04/2018 vom 19.04.2018
Newsletter 03/2018 vom 19.03.2018
Newsletter 02/2018 vom 19.02.2018
Newsletter 01/2018 vom 17.01.2018

2017
Newsletter 11/2017 vom 18.12.2017
Newsletter 10/2017 vom 20.11.2017
Newsletter 9/2017 vom 26.10.2017
Newsletter 8/2017 vom 19.09.2017
Newsletter 7/2017 vom 09.08.2017
Newsletter 6/2017 vom 29.06.2017
Newsletter 5/2017 vom 29.05.2017
Newsletter 04/2017 vom 27.04.2017
Newsletter 03/2017 vom 30.03.2017
Newsletter 02/2017 vom 28.02.2017
Newsletter 01/2017 vom 24.01.2017

2016
Newsletter 10/2016 vom 14.12.2016
Newsletter 09/2016 vom 15.11.2016
Newsletter 08/2016 vom 29.09.2016
Newsletter 07/2016 vom 24.08.2016
Newsletter 06/2016 vom 05.07.2016
Newsletter 05/2016 vom 27.05.2016
Newsletter 04/2016 vom 28.04.2016
Newsletter 03/2016 vom 30.03.2016
Newsletter 02/2016 vom 29.02.2016
Newsletter 01/2016 vom 26.01.2016

2015
Newsletter 10/2015 vom 16.12.2015
Newsletter 09/2015 vom 17.11.2015
Newsletter 08/2015 vom 16.10.2015
Newsletter 07/2015 vom 29.09.2015
Newsletter 06/2015 vom 25.08.2015
Newsletter 05/2015 vom 29.06.2015
Newsletter 04/2015 vom 28.05.2015
Newsletter 03/2015 vom 21.04.2015
Newsletter 02/2015 vom 09.03.2015
Newsletter 01/2015 vom 04.02.2015

2014
Newsletter 09/2014 vom 15.12.2014
Newsletter 08/2014 vom 12.11.2014
Newsletter 07/2014 vom 20.10.2014

Newsletter 06/2014 vom 10.09.2014

Newsletter 05/2014 vom 20.08.2014

Newsletter 04/2014 vom 16.07.2014

Newsletter 03/2014 vom 06.06.2014
Newsletter 02/2014 vom 23.04.2014

Newsletter 01/2014 vom 05.02.2014

 

Pressemitteilungen des Vereins

Positionen für die Wasserstraße Bild: RR

Positionen für die Wasserstraße Bild: RR

2019
Pressemitteilung zur grenzüberschreitenden Umweltverträglichkeitsprüfung (polnische Grenzoder) vom 26.08.2019

Presseinformation zur verlängerten Sperrung der Schleuse Zaaren vom 21.06.2019
Pressemitteilung zur Sperrung der Schleuse Zaaren vom 02.03.2019

2018
Verbändepapier zu den Wasserstraßen zwischen Elbe und Oder vom 17.05.2018

2016
Pressemitteilung zu den Ergebnissen des 20.Colloquium vom 24.06.2016

2015
Pressemitteilung zu den Ergebnissen des 19. Colloquiums vom 25.06.2015
Pressemitteilung zur Unterzeichnung des Staatsvertrages zur Oder vom 27.04.2015
Pressemitteilung zum Offenen Brief vom 29.01.2015
Offener Brief an Minister Dobrindt vom 29.01.2015

2014
Pressemitteilung zu den Ergebnissen des 18. Colloquiums in Liepe vom 25.09.2014

2013
Pressemitteilung zur Freigabe der Schleuse Kersdorf vom 05.09.2013

2011
Pressemitteilung zur Priorisierung der Wasserstraßen vom 17.02.2011